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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Februar 2021.
Baselland

Das hat es mit dem Baselbieter «Rütli der Frau» auf sich

Das Frauenstimmrecht in der Schweiz liess lange auf sich warten. Die Baselbieter Gemeinde Niederdorf setzte aber früh ein Zeichen.

Heute vor 50 Jahren führte die Schweiz das Frauenstimmrecht ein. Erst ab 1971 konnten Frauen so bei eidgenössischen Vorlagen mitreden. Der Weg dazu ebnete eine kleine Baselbieter Gemeinde, die heute 1’862 Einwohner zählt. 1957 führte Niederdorf als eine der ersten Schweizer Gemeinden eine konsultative Abstimmung durch. Das Besondere: Frauen durften ihre Meinung kundtun.

Anlass war die anstehende Abstimmung, ob die Zivilschutz-Dienstpflicht auch auf Frauen ausgeweitet worden solle. Die Historikerin und Expertin für Frauengeschichte Regina Wecker sagt gegenüber Telebasel: «Ältere Frauen haben erzählt, dass es für sie wirklich ein Highlight war, endlich mal zu sagen, was ihre Meinung zu politischen Vorgängen ist

Keine politischen Konsequenzen

Die Abstimmung in Niederdorf hatte zwar politisch keine Konsequenzen, jedoch war die Bedeutung riesig. Auch wenn andere konsultative Abstimmungen damals mehr Aufmerksamkeit bekamen.

Dass es gerade in Niederdorf zu so einer Abstimmung kam, führt die Historikerin auf die Uhrenindustrie zurück. Da die Frauen bereits damals substanzielle Beiträge zum Familieneinkommen beitrugen, sei das Verständnis für die Ausschliessungs-Thematik grösser gewesen, sagt sie.

Baselbiet hatte länger als Basel-Stadt

Nichtsdestotrotz dauerte es noch einige Jahre, bis auf kantonaler Ebene die Frauen ebenfalls abstimmen durften. Erst 1968 führte der Kanton Basel-Landschaft die politische Gleichberechtigung ein, zwei Jahre nach Basel-Stadt. Wecker: «Baselland hatte eine ländliche Bevölkerung, die nicht unbedingt dafür war.»

Drei Jahre später erreichten die Schweiz endlich die Zeichen der Zeit. Am 2. Februar 1971 wurde das Frauenstimmrecht eingeführt. Das 50-Jahre-Jubiläum ist für sein ein Anlass zur Freude. «Und es ist vor allem auch ein Datum, dass die Schweiz von diesem peinlichen Image vom Hinterwäldlertum weggerückt hat», sagt Wecker.

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