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Der Telebasel News-Beitrag vom 8. Februar 2021. (Video: Telebasel)
Baselland

Muss Birsfelden Angst vor Wasserstoffproduktion haben?

Gegner der geplanten Wasserstoff-Produktionsanlage auf der Kraftwerkinsel warnen vor LKW-Verkehr und gefährlichen Transporten. Der CEO der IWB winkt ab.

Die IWB und die Fritz Meyer AG haben ein Baugesuch für eine Wasserstoff-Produktionsanlage eingereicht und für die Umsetzung des Pilotprojekts Ende Januar das Joint Venture «greenH2 AG» gegründet. Ziel sei die Herstellung und Verteilung von grünem Wasserstoff, teilten die Verantwortlichen am Donnerstag mit.

IWB-CEO: «Nicht mehr als drei LKW pro Tag»

Wasserstoff gilt als Energieträger der Zukunft. Trotzdem hat sich in Birsfelden Widerstand gegen das Projekt formiert. Florian Schreier, Vorstandsmitglied der SP Birsfelden, findet, dass das dicht besiedelte Birsfelden der falsche Standort sei. Er befürchtet Lastwagen-Mehrverkehr, der ständig noch zunehmen werde.

Claus Schmidt, CEO der IWB, bestreitet dies gegenüber Telebasel: «Es wird nicht mehr als drei Lastwagen pro Tag geben. Wenn das Projekt grösser wird, dann müssen wir andere Standorte andenken». Er betont die Klimafreundlichkeit des Projekts, welches etwa 260’000 Tonnen CO2-neutralen Wasserstoff pro Jahr erziele: «Das reicht für 3,2 Millionen Lastwagen-Kilometer. Damit kann man etwa 80-mal um die Welt fahren».

SP Birsfelden: «Verdichteter Wasserstoff ist ein Gefahrengut»

Florian Schreier, ausgebildeter Biologe, sieht im Transport jedoch Gefahren: «Verdichteter Wasserstoff ist ein Gefahrengut. Dies wird dann durch eines der am dichtest besiedelten Quartiere der Region transportiert».

Laut Claus Schmidt allerdings kein Problem: «Wasserstoff ist nicht gefährlicher als Benzin, Heizöl oder Diesel, und das transportieren wir ja auch täglich in Wohngebieten zu Tankstellen».

Gegen einen Standort beispielsweise im Birsfelder Hafen hätte die SP Birsfelden nichts einzuwenden. Sie wirft den IWB vor, die Anlage lediglich auf der Kraftwerkinsel bauen zu wollen, um Leitungskosten sparen zu können. Die IWB will diesen Standort, weil die Wasserstoffproduktion sehr stromintensiv ist und das Kraftwerk Birsfelden direkt nebenan liegt.

Kosten im einstelligen Millionenbereich – Spatenstich in halbem Jahr

Die IWB rechnet mit Investitionen im einstelligen Millionenbereich. Konkret sind für die 550 Quadratmeter grosse Produktionsanlage am östlichen Ende der Kraftwerkinsel zwei Bauten vorgesehen. Die Abwärme, die bei der Wasserstoffproduktion entsteht, soll ins lokale Fernwärmenetz eingespeist werden.

Der Spatenstich für die Anlage ist für den Herbst 2021 geplant, die Inbetriebnahme soll ein Jahr später erfolgen. Die SP bereitet im Moment eine Mustereinsprache vor; bis 15. Februar müsste sie eingereicht werden.

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