Auf den Pitcairn-Inseln durften Frauen 1838 weltweit erstmals abstimmen. (Bild: Keystone)
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Die Pioniere des Frauenstimmrechts stammten von Meuterern ab

Im 19. Jahrhundert führten die ersten Inseln, Städte und Staaten das Frauenstimmrecht ein. Oft waren die Pioniere Nachfahren von Meuterern.

In der internationalen Chronologie des Frauenwahl- und Stimmrechts liegt die Schweiz mit der Einführung 1971 auf dem sechzehntletzten Platz. Der erste Ort, wo Frauen 1838 zu denselben Bedingungen wie Männer wählen konnten, war die abgelegene Pazifikinsel Pitcairn. Der erste muslimische Staat war 1919 Aserbeidschan.

1838

Die Insel Pitcairn wurde 1789 von Meuterern der Bounty und ihren polynesischen Frauen besiedelt. Eine Regierung gab es ursprünglich nicht. Als 1838 der britische Kapitän Russell Elliott auf der Insel landete, baten ihn die knapp 100 Einwohner, ihnen eine Art Verfassung zu geben, damit sie sich besser gegen marodierende und vergewaltigende Walfänger wehren konnten. Russell Elliott empfahl einen Magistraten, der von allen über 18-jährigen Männern und Frauen, die seit mindestens fünf Jahren auf der Insel wohnten, gewählt wurde.

1853

…war Vélez in Kolumbien die erste Stadt der Welt mit Frauenwahlrecht. 1869 folgte das Wyoming-Territorium in den heutigen USA.

1893

…waren die Cookinseln der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gingen. Frauen-Power hatten dort Tradition, 1890 waren vier der fünf Häuptlinge Rarotongas – der grössten der Inseln – weiblich.

1893

…war Colorado der erste Staat, in dem sich Männer in einer Volksabstimmung für das Frauenwahlrecht entschieden haben. Die Schweizer Männer benötigten fast 80 Jahre länger, um ihren Stolz zu überwinden.

1893

… führte Neuseeland als erste selbstregierte Kolonie das universelle aktive Frauenwahlrecht ein.

1902

…folgte das neu gegründete Commonwealth of Australia dem neuseeländischen Beispiel. Damit ist Australien der erste moderne souveräne Staat, der das aktive und passive Frauenwahlrecht eingeführt hat.

Weitere ausgewählte Beispiele:

1906

…war Finnland das erste europäische Land mit (passivem) Frauenwahlrecht. 1913 folgte Norwegen, 1915 Dänemark und Island, 1917 Russland und Estland.

1918

…wurde Aserbaidschan das erste muslimische Land mit Frauenwahlrecht (aktiv und passiv); im gleichen Jahr folgten Deutschland, Österreich, Lettland, Georgien, Kirgisistan, Polen, Ungarn, Weissrussland.

1919

…Kanada, Armenien, Simbabwe, Schweden, Niederlande

1920

… Albanien, Slowakei, Tschechien, USA

1923

… Myanmar, 1924 Mongolei. Tadschikistan, 1927 Turkmenistan

1928

… Vereinigtes Königreich

1931

… Spanien, Sri Lanka, 1932 Thailand, Brasilien, 1934 Kuba, 1937 Philippinen, 1941 Kosovo

1944

…. Frankreich, 1945 Vietnam, Togo

1946

… Dschibuti, Burkina Faso, Benin, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Elfenbeinküste, Liberia, Guinea, Kamerun, Kongo, Niger, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Madagaskar, Komoren, Trinidad und Tobago, Mauretanien, Nordkorea, Taiwan, Panama, Venezuela, Italien

1947

…Argentinien, Japan, Singapur,

1948

…Seychellen, Surinam, Belgien

1951

…Antigua, Dominica, Grenada, Nepal, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen,

1952

…Griechenland,

1953

…Syrien, Mexiko

1963

…Afghanistan, Äquatorialguinea, Fidschi, Iran, Kenia, 1964 Libyen, Papua-Neuguinea, Tansania, Sudan, 1970 Jemen

1971

…Schweiz

1972

…Bangladesch

1974

…Jordanien, Osttimor, Salomonen, Portugal,

1975

…Angola, Mosambik

1984

…Liechtenstein

Spätere Einführung des Frauenstimmrechts

1985 Guatemala, 1989 Namibia, 1990 Samoa, 2001 Bahrain, 2003 Oman, 2006 Vereinigte Arabische Emirate, 2007 Bhutan

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