Corona-Skeptiker weigern sich, ihre Serafe-Rechnungen zu zahlen. (Bild: Keystone)
Schweiz

Corona-Skeptiker verbrennen ihre Serafe-Rechnungen

Weil sie mit der SRF-Berichterstattung nicht zufrieden sind, wollen Corona-Skeptiker ihre Serafe-Rechnungen nicht zahlen. Das kann Betreibungen zur Folge haben.

Schweizer Corona-Skeptiker sind mit der Berichterstattung von SRF nicht einverstanden. Wie «20 Minuten» berichtet, wollen die Kritiker ihre Gebühren nicht bezahlen und verbrennen stattdessen ihre Serafe-Rechnungen. Videos davon stellten die Skeptiker dann auf Social Media und riefen andere dazu auf, es ihnen gleichzutun.

«Ich werde diese Schreckens-Propaganda nicht mehr mitfinanzieren» oder «der Staat nimmt uns unsere Existenzen – zahlen dürfen wir aber weiterhin termingerecht?» sind etwa die Kommentare unter den Posts. Die Serafe habe keine «verfassungsrechtliche Grundlage» habe, um diese Gebühren einzuziehen, wie die Corona-Skeptiker weiter schreiben. Weiter kursieren Musterbriefe, sowie Ratschläge, die Briefe einfach ungeöffnet wieder in den nächsten Briefkasten zu werfen. Viele würden seit Jahren keine Gebühren mehr bezahlen.

Betreibung bei Nicht-Bezahlung

Erich Heynen, Leiter der Unternehmenskommunikation der Serafe, bestätigt gegenüber der Zeitung, dass vereinzelt Schreiben gegen die Gebühren bei der Serafe eingehen. «Wir haben immer wieder Fälle, bei denen aus irgendwelchen Gründen die Rechtmässigkeit der Gebühren oder die gesetzlichen Grundlagen für deren Erhebung infrage gestellt wird. Auch in Zusammenhang mit Corona und der Berichterstattung darüber.» Eine signifikante Zunahme der Beschwerden habe das Unternehmen aber nicht verzeichnet.

Wer die Gebühren  nicht zahlt, dem drohen folgen, wie Heynen erläutert: «Es gibt eine Verordnung, ein Gesetz, ein Pflichtenheft und entsprechende Verträge. Wir sind da auf der sicheren Seite.» Bezahle jemand seine Rechnung nicht, laufe dasselbe Prozedere  wie bei jeder anderen Rechnung auch ab: «Es folgen zwei Mahnungen, werden diese nicht bezahlt, geht das Ganze zum Inkasso bis hin zur Betreibung.»

Ein Kommentar auf Social Media, dass jemand seine Gebühren seit Jahren nicht habe bezahlen müssen, weil er die Briefe einfach zurückschickt habe, halte Heynen für unrealistisch: «Wer eine Rechnung erhält, muss diese auch bezahlen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, etwa Bezüger von Ergänzungsleistungen. Sie erhalten von uns aber gar nicht erst eine Rechnung.»

Mehr Feedbacks beim SRF

Beim SRF haben die Feedbacks über den Kundendienst sowie die eigenen Kanäle in den sozialen Medien zugenommen, wie Lea Jenni von der Kommunikationsleitung gegenüber der Zeitung mitteilt. «Diese waren sowohl kritischer, als auch konstruktiver Natur. Die Pandemie bestimmt seit rund einem Jahr den Alltag der Schweizer Bevölkerung in hohem Masse mit. Das Thema wird auch bei SRF auf allen Kanälen und über alle Plattformen hinweg kontrovers diskutiert.»

Der Eindruck der Corona-Skeptiker, SRF habe unausgewogen berichtet und kritische Stimmen zu wenig zu Wort kommen lassen, sei wohl entstanden, weil SRF die Pressekonferenzen von Bundesrat und BAG über Wochen 1:1 übertragen habe. «Es wurden aber stets auch die anschliessenden kritischen Fragerunden der Journalisten gesendet und die Aussagen wurden in diversen News-Gefässen von SRF weiter kritisch eingeordnet», so Jenni. Weiter sei SRF auch vorgeworfen worden, den Bundesrat zu stark zu kritisieren. «Seit Ende März hat SRF das Krisenmanagement und die Kommunikation des Bundesrats hinterfragt.»

3 Kommentare

  1. Diese Menschen sind keine Skeptiker. Sie leugnen schlicht die Wissenschaftlichen Fakten. Lügner:inne und Wissenschaftsleugner:innen wäre trefflicher.
    Diese Krise zeigt wie wichtig unabhängiger und fundierter Journalismus ist. Ich hoffe, dass jede:r der/die die Rechnung nicht bezahlt, zeitnah betrieben wird.Report

  2. «Es wurden aber stets auch die anschliessenden kritischen Fragerunden der Journalisten gesendet und die Aussagen wurden in diversen News-Gefässen von SRF weiter kritisch eingeordnet» – Kritisches Staatsfernsehen, wers glaubt.Report

  3. Ich finde es einfach nur beschämend. Wir haben immer mehr Arbeitslose und Familien die kaum Möglichkeiten haben sich etwas zu leisten da das Geld nich ausreicht. Krankenkasse Miete etc. Und dann sollte mann noch SERAF bezahlen warum. Wenn SRF pro Monat zig tausende Franken verkocht für etwas das nicht Funktioniert. Geschweige nicht in der Lage ist ein gutes Programm zu Produzieren. SRF ist unter Walppen eine Katastrophe und für uns Steuerzahler zu teuer.SERAF abschaffen sofort SRF sollte keine Gebühren mehr erhalten . Es muss was passieren sofort und zwar für alle in diesem LandReport

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