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Der Telebasel Newsbeitrag vom 3. Februar 2021.
Baselland

Wie und wo das Baselbiet 50’000 Personen testen will

Das Baselbiet plant Covid-Tests an Personen, die keine Symptome aufweisen. Dabei will der Kanton vermehrt die Schulen in den Fokus nehmen, aber auch Firmen.

Thomas Weber hegt grosse Hoffnungen in die grossangelegte Corona-Testaktion für Personen ohne Symptome. «Wir erhoffen uns, dass wir nicht mit dem Holzhammer Schliessungen machen müssen, sondern, dass man wie mit einem Skalpell genau diese rauspicken, die zu einer dritten Welle führen könnten», erklärt der Baselbieter Gesundheitsdirektor.

Das Wort «Massentest», wie man es etwa aus der Slowakei und Österreich kennt, nimmt Thomas Weber nicht gerne in den Mund. Es gehe schliesslich nicht darum, in einer Momentaufnahme ganze Landstriche durchzutesten. Viel mehr wolle der Kanton in regelmässigen Abständen einzelne Institutionen in den Fokus nehmen, notabene auf freiwilliger Basis.

«Das Standbild kann sich verändern, daher ist entscheidend bei uns, dass man immer die gleichen Gruppen nimmt, dass man diese regelmässig, denn innerhalb einer Woche kann jemand positiv angeben, der vor einer Woche noch negativ angab», sagt der Regierungsrat. Neu kommen keine Rachen-Nasen-Abstriche, sondern Speicheltests zum Einsatz. Nicht nur deshalb, weil diese angenehmer sind, so Thomas Weber. Für Abstriche brauche man medizinisch geschultes Personal, Spucktests dagegen seien gerade bei grossangelegten Aktionen einfacher zu handhaben.

Interview mit Thomas Weber vom 3. Februar 2021. (Video: Telebasel)

Kinder spielen nun doch eine stärkere Rolle

Systematisch getestet wird zunächst an Schulen, genauer in Oberwil. Dort kam es im Januar nach einem Ausbruch mit der neuen Mutation schon zu Tests. Wie man sieht, richtet der Kanton sein Augenmerk verstärkt auf die Kinder. Gerade hier gehen die Meinungen der Experten auseinander. So sorgte der ehemalige BAG-Leiter Daniel Koch mit der Aussage, Kinder seien keine Treiber der Pandemie, für Aufsehen. Eine neue Studie aus Genf zeigt hingegen auf, dass Kinder im Schulalter eine Rolle bei der Übertragung spielen können. In diese Richtung geht auch der jetzige Standpunkt der Baselbieter Behörden. «Das konnten wir auch feststellen bei verschiedenen Ausbrüchen im Dezember und Januar», sagt Thomas Weber. Nebst Schulen sollen auch Spitäler und der öffentliche Dienst Tests durchführen können. Weber nennt auch Privatunternehmen, zum Beispiel solche mit vielen Grenzgängern.

Anders sieht die Situation in Basel-Stadt aus. Dort sind aktuell keine systematischen Tests wie bei den Nachbarn geplant. Wie Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger auf Anfrage von Telebasel erklärt, habe der Kanton gute Erfahrungen mit Tests in Alters- und Pflegeheimen gemacht. «Wir finden das einen sinnvollen Ansatz. Wir sind am Ausarbeiten von Konzepten, wie wir das ausweiten können, zum Beispiel auf Schulen und Unternehmen», so Engelberger. Gerade die Situation werde beobachtet, so Engelberger. 

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