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Interview mit Lukas Engelberger über die Absage der TV-Aufzeichnungen der Schnitzelbängg. (Video: Telebasel)
Basel

Engelberger: Es besteht kein «überwiegendes Interesse»

Nach der Absage der TV-Schnitzelbängg nimmt der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger zum Entscheid Stellung. Das Interview in voller Länge.

Das Fasnachtsherz blutet. Ein letzter Hoffnungsschimmer auf ein letztes Stück Fasnacht erlosch. Seit gestern ist klar: Auch TV-Schnitzelbängg fallen in diesem Jahr ins Wasser. Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger sagt sämtliche Aufzeichnungen wegen dem erlassenen Singverbot ab.

Lukas Engelberger gegenüber Telebasel: «Es ist anzuerkennen, dass die Fasnacht ein öffentliches Interesse hat. Es ist Weltkulturerbe. Es gibt ein grosses Interesse seitens der Bevölkerung.» Aber dies sei jedoch nicht die Frage.

Fasnacht hat kein überwiegendes Interesse

Es brauche ein überwiegendes Interesse, «das gross genug ist, um eine Ausnahme des Singverbotes zu machen, welches der Bundesrat erlassen hat», erklärt Engelberger. Eine Abwegung habe ergeben, dass dies im Fall der Schnitzelbangg-Aufzeichnungen nicht der Fall sei.

Was ein überwiegendes öffentliches Interesse sei, sei schwierig einzuschätzen. Laut Engelberger bestehe bei den TV-Aufzeichnungen ein Präzedenzfall. Denn würde die Regierung sie zulassen, «müssten wir grundsätzlich alle Fasnachts-Veranstaltungen prüfen.» Eine Rechtsgleichheit könne dann nicht mehr garantiert werden, so Engelberger weiter. Daher sei nur eine Absage möglich gewesen – ein Singverbot sei eben einzuhalten.

Widerstand im Netz

Bereits nach der Bekanntgabe, dass es 2021 eine TV-Schnitzelbängg gibt schürte sich die Empörung in den Sozialen Medien. Noch am Dienstag wurde eine Online-Petition lanciert: «Ja zur TV-Ausstrahlung der Basler Schnitzelbängg», heisst sie und fordert das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt und dessen Direktor Lukas Engelberger auf, das Verbot zu kippen.

Doch obwohl die Petition bereits nach kurzer Zeit die avisierten 1’000 digitalen Unterschriften erreichte, wird sich am Entscheid wohl nichts mehr ändern.

Für alle Fasnachts-Nostalgiker: Hier können Sie nochmals die besten Studio-Schnitzelbängg von 2020 geniessen. Alles weitere zur Fasnacht finden Sie im Fasnachts-Channel.

13 Kommentare

  1. Ich bin kein Fasnächtler und kann den «drey scheenschte däg» nicht wirklich viel abgewinnen. Aber selbst für mich ist klar, dass es ein überwiegendes öffentliches Interesse an TV-Schnitzelbängg gibt! Macht doch die Leute nicht noch Corona-müder als sie ohnehin schon sind!Report

  2. Sehr geehrter Herr Engelberger.
    Wenn die Wirtschaft läuft ist Regieren einfach. Aber wenn sie nicht läuft zeigt sich wer ein guter Regierungsrat ist. Leider gehören sie nicht zu den gueten.Report

  3. So ein Interviewverhalten wie Lukas Engelberger es hier an den Tag legt, ist nicht nur wirklich echt peinlich für alle die hier Steuern bezahlen; es zeigt auch klar, dass in Zukunft ein Reife- und IQ-Test für hohe Ämter Sinn machen würde. Wow, dass so etwas möglich ist, in unserer Stadt; einer Stadt mit dem Anspruch internationaler Ausstrahlung; das ist doch echt beinahe nicht zu glauben. Den Entscheid habe ich damit nicht kritisiert…. nur einfach dieses Interview, von den Augenbewegungen bis zur pubertären Argumentation; ein Lehrstück über Medienkatastrophen!Report

  4. Hier wird klar das der Kopf vom Corona langsam müde wird! Völlig unbegründet eine Ablehnung! Man hat das Gefühl als überschreitet Herr Engelberger seine Kompetenzen! Wir sind doch nicht in einer Diktatur! Und warum ging es letztes Jahr?Report

  5. …….? Engelberger nach den Aussagen müssen Sie
    dringend in eine ein Isolation… und lange nicht mehr ins TV….bei Ihnen handelt es sich es definitiv um eine Person ohne überwiegendes Interesse»Report

  6. Herr Engelberger fühlt sich schon während der ganzen Pandemie als kleiner Diktator, führt sich auf als wäre er Arzt, ist er aber nicht, sondern nur Präsident der Gesundheitsdirektoren. Sein Blickwinkel sieht leider nur die Pandemie alles andere ausserhalb des Blickfeldes und er ist überhaupt nicht konsenzgfähig. Ich hoffe bei den nächsten Wahlen erinnern sich dann die Basler und Baslerinnen.Report

  7. Sehr geehrter Herr Engelberger
    Denken Sie bitte auch an Menschen, die seit Monaten unter Corona leiden und nur zu Hause eingesperrt sind.
    Es wäre ein Aufsteller für diese Zeit.Report

  8. Selbst UNESCO Weltkulturerbe ist für die Politik nicht systemrelevant. Kultur wird abgemurkst, beseitigt und im Keime erstickt. Wir leben in einer trostlosen, düsteren und verlogenen Welt.Report

  9. Unesco Weltkulturerbe und nicht von öffentlichem Interesse. Entweder läuft dort etwas falsch oder bei Herrn Engelberger. Geht doch zu den Schwoben und zeichnet dort auf wenn es dort wider erlaubt ist. Gibt sicher für jeden einen geschenkten BankReport

  10. Herr Engelberger überzeugt in keinster Weise. Auf die Frage nach dem Pfyfferli und dem Zofinger-Conzärtli, welche ja auch Gesang «produzieren», gefilmt und im Netz bzw. Telebasel gezeigt werden, verweist Herr L.E. auf die Professionalität der Akteure. Herr Engelberger weiss offenbar nicht, dass das Conzärtli ausschliesslich von Studenten bestritten wird. Wo sind da die Profis, Herr Engelberger? Bereiten Sie sich doch bitte vor, bevor Sie sich vor laufender Kamera äussern.Report

  11. Herr Engelberger, Ihrem Gestotter und Ihrer offensichtlichen Unsicherheit nach zu urteilen, sind Sie von dem was Sie hier herauslassen alles andere als überzeugt. Zeigen Sie Grösse und überlegen Sie sich das nochmal zu Gunsten und zur Freude vieler tausend Menschen und scheren Sie nicht alles über einen Kamm. Flexibilität hat nämlich nichts mit Wetterfahne zu tun und zeigt die wahre Grösse eines Politikers !Report

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