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Der Telebasel News Beitrag vom 30. Januar 2021.
Region

Jugendarbeit: «Für viele Jugendliche fällt das zweite Wohnzimmer weg»

Die Jugendtreffs in der Stadt Basel sind zu. Im Baselbiet hingegen sind sie weiterhin offen. Wie kann das sein?

Verlassen sieht das Jugendzentrum Dreirosen aus. Seit Tagen ist es zu. Denn die Basler Covid-Verordnung erlaubt es den Freizeitbetrieben nicht, offen zu sein. Dazu gehören auch die Jugendtreffs. Für Albrecht Schönbucher vom Verein «JuAr», der Jugendtreffs anbietet, waren das schlechte Nachrichten: «Für viele Jugendliche fällt das zweite Wohnzimmer weg.» Dies könne bei einigen zu fatalen Folgeerscheinungen führen, da ist sich Schönbucher sicher. Mit den geschlossenen Jugendtreffpunkten, aber auch Robbie-Spiel-Aktionen, fällt ein Ort weg, an dem Kinder und Jugendliche sonst viel Unterstützung erhalten.

Corona-Krise nagt an den Jugendlichen

Die Corona-Krise setzt gerade Jugendlichen sehr zu, wie etwa eine Studie des Bundesamt für Gesundheit (BAG) besagt. Darum würde Schönbucher die Pforten der Treffpunkte am liebsten wieder öffnen. So wie es im Baselland möglich ist. Dort ist nach der Corona-Verordnung eine Schliessung der Treffpunkte aktuell kein Thema, weil die Treffs nicht als Freizeitaktivität gelten.

«Es ist nicht so, dass jetzt alle überall keine Einschränkungen haben», sagt Thomas Gschwind. Er koordiniert die Arbeit der Jugendtreffs. In jeder Gemeinde, in jedem Treff, gibt es ein individuelles Schutzkonzept. Doch der grosse Unterschied: «Die niederschwellige Beratung ist weiterhin gegeben», so Gschwind. Die Jugendlichen können also weiterhin schnell und einfach eine Ansprechperson finden, falls ihnen etwas Sorge bereitet.

Keine Ausnahmeregelung für Jugis

Das Erziehungsdepartement Basel-Stadt verweist auf eine mögliche Ausnahmeregelung. Diese ist für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre in einer festen Gruppengrösse von 15 Personen in Sportvereinen möglich. Mediensprecher Simon Thiriet schreibt: «In Freizeiteinrichtungen gibt es meist keine festen Gruppen.» Deshalb sei eine Ausnahmen «leider» nicht möglich.

Besserung für die Kinder und Jugendlichen ist aber gelobt. In einer Interpellation will Heidi Mück, Grossrätin des Grünen Bündnis, von der Regierung wissen, warum diese Institutionen nicht als soziale Einrichtung eingestuft sind. Denn schliesslich würden diese mehr als nur ein Freizeitangebot liefern. Doch vorerst müssen die Kinder und Jugendlichen mit dem Tram vorliebnehmen.

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