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Der Telebasel News Beitrag vom 21. Januar 2021.
Region

Hausärzte müssen sich mit dem Impfstart gedulden

In beiden Basel wollen Hausärzte und Hausärztinnen in ihrer Praxis impfen. Doch von den Kantonen kommt bis auf Weiteres kein grünes Licht.

Dass die Moderna-Impfung gegen Corona nicht so aufwändig gekühlt werden muss, sorgte für Hoffnung: Impfungen direkt beim Hausarzt schienen plötzlich möglich, doch die beiden Basel setzen weiterhin auf die Impfzentren.

«20 Leute in einer Stunde impfen»

«Es kam eine vernünftige Weisung am 13. Januar», erzählt Dr. Stefan Kradolfer, Präsident der Vereinigung Hausärztinnen und Hausärzte beider Basel. In dieser Weisung schrieb der Kanton Basel-Stadt, weshalb bis jetzt kein Datum für Impfungen in Arztpraxen bekannt ist.

Der Impfstoff, der nur begrenzt vorhanden ist, würde wie beim Transport grosse Herausforderungen mit sich bringen: Er müsse gekühlt werden, zudem ist er nicht in einzelnen Dosen portioniert. Wenn eine Dosierung benutzt wird, muss diese in kurzer Zeit aufgebraucht werden.

Doch für Stefan Kradolfer seien diese Probleme lösbar. «Wenn wir vollbesetzt sind, müsste jeder pro Stunde zwei Impfungen machen. Das ist kein Problem», er fügt an: «Ich denke, so wäre es sogar möglich, dass man 20 Leute in einer Stunde impfen kann».

In Zürich funktioniert es

«Wir kennen unsere Patienten am besten», laut dem Hausarzt können die Ärzte bei einer Impfstoff-Knappheit eine individuellere Triage-Priorisierung festlegen. «Als bei den Impfzentren, wo es einfach darum geht, wer genug Geduld hat, um anzurufen oder wer mit dem Internet versiert ist», ergänzt Kradolfer.

Zürich hat am Donnerstag, 21. Januar 2021, bereits angefangen, erste Hausarztpraxen in die Impfstrategie zu involvieren. So werden in 165 verschiedenen Hausarztpraxen Patienten geimpft. Wer den Piks, auf den die ganze Nation hofft, erhält, entscheiden die Ärzte selbst.

Dies wollen auch die Hausärzte aus beiden Basel. «Es wäre ein grosses Bedürfnis von uns», keiner der 300 Vereinigungsmitglieder habe sich laut Kradolfer gegen das Impfen geäussert. «Es haben eigentlich alle gefragt, wann das kommt. Es gehört in die Hausarztpraxen.»

«Basel wird langfristig auch in diese Richtung gehen»

Der Basler Kantonsarzt Thomas Steffen nahm Stellung zum Impf-Fortschritt in den Arztpraxen. «Wir hatten das schon in unseren frühen Planungen die Hausärzte und Apotheker mit dabei», erklärt Steffen.

«Langfristig hoffen wir, dass die Hausärzte und Apotheken die Impfung tragen», laut Thomas Steffen brauche dies aber noch Zeit, denn idealerweise passiere das, wenn die Impfdosen einzeln produziert werden: «Wie man es bei sonstigen Impfungen kennt».

«Basel wird langfristig auch in diese Richtung gehen», trotzdem bleibt die Ungewissheit, einen genauen Termin gibt es vom Kanton nicht. «Im Moment ist das Impfzentrum da, um sehr schnell möglichst viele Leute zu impfen», fährt der Kantonsarzt fort. Solange es nur eine geringe Menge an Impfdosen gibt, scheint es auch so zu bleiben.

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