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Der Telebasel Talk von 19. Januar 2021 mit Richard Neher.
Schweiz

Reichen die Corona-Massnahmen, Herr Neher?

Tun wir nichts, drohen uns 15'000 Neuansteckungen täglich, sagte Bundesrat Alain Berset am Sonntag. Aber tun wir genug? Im Talk: Richard Neher, Virenspezialist.

Als die Corona-Mutationen im Dezember erstmals in den Schlagzeilen auftauchten, war der Basler Bioinformatiker Richard Neher (Forschungsgruppenleiter am Biozentrum der Universität Basel) für viele Medien die erste Anlaufstelle für Informationen.

Die Redakteure des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» fanden den Basler Forscher an einem Sonntag am Arbeitsplatz. Die Mutation sei wirklich «bemerkenswert», meinte er fasziniert. In der Tat: Am 13. Januar haben mehrere Bundesräte unter Masken hinter Schutzscheiben den zweiten Shutdown der seit Monaten andauernden Krise angekündigt. Grund dafür waren nicht etwa erhöhte Zahlen, diese sinken seit Dezember, sondern eben jene mutierten Varianten.

«Bis 15’000 Fälle täglich»

«Tun wir nichts, explodieren die Ansteckungen bis Ende Februar. Gemäss Schätzungen drohen dann bis zu 15’000 Fälle täglich. Das wären doppelt so viele wie am Höhepunkt der zweiten Welle», sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Sonntag in einem Tamedia-Interview. Dabei verwies er auf die Beispiele Grossbritannien und Irland, wo die Zahlen durch die Decke gehen.

Die neue Virus-Variante sei bis zu 70 Prozent ansteckender. Was heisst das? Und wieso? Auch in der Schweiz wurde die Mutation ausgemacht. Abwasserproben eines geheim gehaltenen Skisportorts zeigten, das sie schon seit dem 9. Dezember im Lande ist. Aber wie oft wurde sie weitergegeben? Vielleicht hunderte Male, vielleicht tausende Male, wir wissen es nicht. Uns fehlt ein umfassendes Überwachungsprogramm.

Diskussionen um Schulen und Skigebiete

Bekannt ist nur, dass die Zahlen jetzt höher liegen als anfangs Januar. Jetzt schliessen wir präventiv Buchläden, verzichten auf Besuche von Restaurants, Fitness-Studios, Museen, arbeiten, wenn es geht, zuhause. Aber reicht das?

Gemäss der «NZZ am Sonntag» und der «Sonntagszeitung» prüfen Bundesangestellte, ob der Schulbetrieb nicht eingeschränkt werden soll. Der Basler Epidemiologe Marcel Tanner plädierte für deutlich mehr Tests an Primarschulen und Home Schooling für ältere Schüler. Weiterhin sorgen Bilder von Warteschlangen in Skigebieten für Unmut in den sozialen Medien. Reichen die bisher getroffenen Massnahmen, um die Fallzahlen zu senken?

Der Bioinformatiker Richard Neher spricht darüber ab 18:45 Uhr im Talk vom  Dienstag, 19. Januar 2021.

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