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Der Telebasel News-Beitrag vom 18. Januar 2021.
Basel

Pflegerin spricht über den Corona-Alltag im Spital

Schutzkleidung und mehr Betreuung, da Patienten einsam sind: Eine Pflege-Expertin spricht über die erhöhten Belastungen fürs Spitalpersonal.

Schutzkittel, Schutzbrillen, FFP2-Masken, Handschuhe und Hauben liegen bereit. In der Schleuse zur Isolationsabteilung für Covid-19-Patienten gilt es ernst. Bei jedem Gang dorthin verpacken sich die Pflegerinnen aufs Neue. «Es ist anstrengend, in dieser Schutzkleidung zu arbeiten, man wird sehr schnell müde», sagt Susie Holzemer, Pflege-Expertin bei der Universitären Altersmedizin Felix Platter.

Bei jeder Toilettenpause muss die Einweg-Schutzkleidung wieder abgestreift und entsorgt werden. Die Corona-Montur macht den Arbeitsalltag kniffliger. Wenn etwa der Nachbarspatient auf die Klingel drückt, kann man nicht einfach anstelle der Kollegin schnell nach dem Rechten schauen. «In einer Covid-19-Abteilung geht das nicht, denn sie können sich nicht kurz ausziehen und wieder umziehen. Das ist eine emotionale Belastung für die Pflegenden», sagt Susie Holzemer.

Besuchsverbot erfordert mehr emotionale Betreuung

Wie die Pflege-Expertin betont, habe Covid-19 in ihrem Team der Motivation keinen Abbruch getan. Allerdings habe die Pandemie den Alltag schon sehr auf den Kopf gestellt. Vieles sei weniger planbar. Es sind aber längst nicht nur Schutzkleidungen, die für das Pflegepersonal eine Belastung darstellten. Nicht nur körperlich, sondern auch psychisch und emotional sei man mehr gefordert, so Susie Holzemer.

Ein wichtiger Punkt sei dabei das Besuchsverbot. «Der einzige Kontakt ist mit uns Pflegenden – das heisst, wir ersetzen auch die emotionale Situation in der zweiten Welle ganz extrem».

Besonders an die Grenze komme das Personal, wenn einsame Patientinnen im Sterben liegen. «Dann liegt die ganze Belastung des Abschiednehmens beim Patienten und der Pflege». Die Pandemie erschwere diese Situation erheblich. «Das ist sehr belastend. Man kann sich nicht zu hundert Prozent auf diesen Patienten einlassen, denn man hat noch andere Covid-Patienten links und rechts».

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