Nawalny am Flughafen. Bild: (Keystone)
International

Kremlkritiker Andrej Nawalny bei Rückkehr nach Moskau verhaftet

Kremlkritiker Andrej Nawalny ist in Moskau gelandet. Wenig überraschend wurde er direkt verhaftet.

Vor fünf Monaten wurde der russische Kremlkritiker Andrej Nawalny Opfer eines Giftanschlags. Nun ist er von Deutschland aus zurück in seine Heimat gereist und wurde laut Berichten umgehend am Moskauer Flughafen festgenommen.

Der 44-Jährige sei an der Passkontrolle abgeführt worden, meldete der Telegram-Kanal des Oppositionellen am Sonntag. Russlands Strafvollzug hatte ihn zur Fahndung ausgeschrieben, weil er während seines Aufenthaltes in Deutschland gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren verstossen haben soll.

Der Strafvollzug will deshalb die Bewährungs- in eine echte Haftstrafe umwandeln lassen. Nawalnys Team spricht von einer politischen Inszenierung, um den prominenten Gegner von Präsident Wladimir Putin mundtot zu machen. Der Gerichtsprozess ist am 29. Januar geplant.

Fünf Monate nach seiner Vergiftung in Sibirien ist der Kremlkritiker Alexej Nawalny wieder nach Russland zurückgekehrt. Die russischen Behörden leiteten den Flug am Sonntag aber überraschend um und liessen die Maschine aus Berlin auf dem Hauptstadt-Airport Scheremetjewo landen.

Das Flugzeug hätte laut Plan auf dem Flughafen Wnukowo ankommen sollen, wo sich Hunderte Unterstützer des Oppositionspolitikers versammelt hatten. Viele wurden festgenommen, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Der Oppositionelle Ilja Jaschin kritisierte die Flugumleitung und die Festnahmen als «hysterische Reaktion» des Machtapparats.

Er habe keine Angst, betonte Nawalny

Nawalny, schärfster Gegner von Kremlchef Wladimir Putin, betonte bei seiner Abreise, dass er keine Angst habe vor der Rückkehr in die Heimat, wo ihm eine neue Gefängnisstrafe oder sogar ein neuer Mordanschlag wie im August droht. «Ich bin glücklich», sagte Nawalny im Flugzeug der russischen Gesellschaft Pobeda kurz vor dem Start in Berlin, wie der Internet-Kanal Doschd zeigte. Der Sender sprach von einem «historischen Ereignis» für Russland.

Nawalny hatte sich in Deutschland von einem Anschlag mit dem als Chemiewaffe verbotenen Nervengift Nowitschok erholt. Das Attentat war am 20. August in der sibirischen Stadt Tomsk verübt worden. Nawalny hatte immer wieder den russischen Präsidenten Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für den Mordanschlag verantwortlich gemacht.

Der Kremlchef hatte das stets zurückgewiesen. Ungeachtet der Gefahr für sein Leben erklärte Nawalny mehrfach, dass sein Platz in Russland sei und er dort seinen Kampf gegen das «System Putin» fortsetzen wolle.

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