Die Corona-Impfungen versprechen der Pandemie ein Ende zu setzen. Dennoch wehren sich Corona-Skeptiker gegen die Impfungen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Gesundheits-Mitarbeitende gründen Anti-Impfverband

Rund 200 Corona-Skeptiker, die im Gesundheitsbereich tätig sind, haben sich via Telegram zu einem Anti-Impfverband zusammengeschlossen.

In der Schweiz gibt es zwar keine Impf-Pflicht für Mitarbeitende im Gesundheitspersonal, dennoch haben sich nun Angestellte aus dem Gesundheitsbereich gegen diese Möglichkeit zusammengeschlossen.

Bund, Kantone und Berufsverbände sprachen sich mehrfach gegen ein Obligatorium aus. Curaviva rechnet damit, dass sich mittelfristig eine deutliche Mehrheit des Pflegepersonals freiwillig impfen lassen wird.

200 Mitglieder

Dennoch bleibt die Skepsis gross. Mehr als 200 Impfverweigerer haben sich laut «Blick» über den Messengerdienst Telegram zusammengeschlossen, um einen Berufsverband zu bilden. Die meisten der Mitglieder würden im Gesundheitsbereich arbeiten und aus dem Umfeld der Corona-Skeptiker-Szene, wie die Zeitung berichtet.

«Es ist dringend, dass wir uns wehren und auf die Strasse gehen. Wir werden als Versuchskaninchen gebraucht», schreibt eine Userin im Chat. Eine andere sagt: «Nach meiner Meinung braucht es einen Generalstreik. Nur das absolute Minimum an Pflege aufrechterhalten!»

Früherer Pfizer-Mitarbeiter als Fadenzieher

Verantwortlich für den neuen Verband zeichnet Patrick Jetzer. Dieser arbeitete bis vor Kurzen im Aussendienst beim Pharma-Unternehmen Pfizer, das mit Biontech einen der beiden Corona-Impfstoffe, die in der Schweiz zugelassen wurden, auf den Markt gebracht hat.

Jetzer gilt als Corona-Skeptiker und organisierte bereits Kundgebungen. Die Schutzmassnahmen des Bundes stellt er infrage. «Tretet aus euren Verbänden aus und gründet einen neuen Verband»: Mit solchen Aussagen soll Jetzer jetzt das Gesundheitspersonal aufwiegeln.

Beim Schweizer Berufsverband der Pflegefach­frauen und Pflegefachmänner (SBK) sei man mit besorgtem Personal jedoch in Kontakt: «Aus Gesprächen hören wir, dass manche im Gesundheitswesen tätige Personen erst einmal schauen und sich gut informieren möchten, bevor sie sich für oder gegen eine Impfung entscheiden», sagt Roswitha Koch, Leiterin der Abteilung Pflegeentwicklung beim SBK.

1 Kommentar

  1. Jedes globale ereignis bringt skeptiker und verschwörungsteoretiker hervor. Das ist nichts neues. Man soll sie ernst nehmen, aber nicht überbewerten.Report

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