Am Gymnasium Liestal regt sich Widerstand gegen den Präsenzunterricht. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Angst am Gym Liestal: «Ich fühle mich so einfach nicht mehr sicher»

Die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Liestal kritisieren den Präsenzunterricht in der aktuellen Corona-Situation. Sie fordern eine Schulschliessung.

Am Montag treten in der Schweiz die neuen Corona-Massnahmen in Kraft. Darin enthalten ist eine Home Office-Pflicht. Diese gilt aber nur für die Arbeitswelt und Fachhochschulen – Schülerinnen und Schüler müssen aber weiterhin zur Schule.

Am Gymnasium Liestal wehrt sich nun Widerstand gegen die Regelung, wie «20 Minuten» berichtet. «Wir sollten alle demonstrieren, damit die Schulen schliessen», soll ein Schüler auf Instagram geschrieben haben. Ein weiterer möchte dafür Unterschriften bei den anderen Schülerinnen und Schülern Unterschriften sammeln. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler fühlen sich in der Schule unwohl, wie eine Umfrage auf dem von Schülern betriebenen Instagram-Profil «Gymnasium Liestal Official» zeigt. Dies, weil punktuell die Abstands- und Hygieneregeln nicht oder nur mangelhaft eingehalten würden.

Diskussionen auch in Münchenstein

«In der Mensa kann man sich unmöglich an die Abstandsregeln halten und immer wieder kommt es zu Gruppierungen», wird ein Schüler von der Zeitung zitiert. «Im Sportunterricht spielen wir sogar Fussball mit Körperkontakt und das starke Schwitzen macht es auch nicht angenehmer.» Er sei nicht gegen eine Schulschliessung. «Aber es gibt einfach Situationen, die besser organisiert oder sogar unterlassen werden müssen. Es ist ein Witz. Ich fühle mich so einfach nicht mehr sicher.»

Die Schülerschaft habe sich mit ihren Bedenken auch an die Schulleitung gewendet. In einer Stellungnahme von Rektor Thomas Rätz bestätigt dieser, dass es ein Problem sei, dass sich zu viele Schüler nicht an die Abstands- und Maskenregel halten würden. Die Schule habe trotzdem alles im Griff. Jedoch räumt er ein: «Ich befürchte aber, dass die Mutation das positive Bild bald verändern wird. Erst dann müssen wir über eine Schulschliessung diskutieren.»

Nicht nur im Gymnasium Liestal wird diskutiert: Auch im Gymnasium Münchenstein soll der Unmut wachsen, weil es in der Mensa zu Gruppenbildungen komme und die Abstände nicht eingehalten werden.

Kanton müsste entscheiden

Über allfällige Schulschliessungen können dabei nicht die Schulleitungen entscheiden: Der Ball liegt mit den jüngsten Corona-Verordnungen des Bundesrats beim Bund.

«Die Umsetzung des geltenden Schutz- und Organisationskonzepts ist Sache der Schulleitung. Sie sind am besten mit den lokalen Gegebenheiten vertraut und in der Lage, diese Aufgabe zielführend wahrzunehmen», sagte Fabienne Romanens, Sprecherin der Baselbieter Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion, zu der Zeitung: «Falls der Bund weitergehende Massnahmen beschliesst oder sich die Lagebeurteilung des Teilstabs Pandemie des Krisenstabs BL ändert, können auch weitere kantonale Massnahmen erlassen werden, wobei die Schulen vorbereitet sind».

3 Kommentare

  1. Ich sehe das anders. Ich bin momentan Schüler einer FMS und erlebe die Schulsituation haut nah. Ja, ich gehöre auch zu den Schülern, die den Unterricht als Privileg sehen und bin froh können wir im Moment noch zur Schule gehen. Andererseits muss man aber diese Entscheidung akzeptieren, wenn sie gefällt wird. Obwohl ich gerne Präsenzunterricht habe und er gerade für die Abschlussklassen auch notwendig ist, müsste man meiner Meinung nach die Schulen schliessen. Nicht erst wenn die Mutation in den Schulen Fuss gefasst hat. Denn sonst kommen wir wiedermal den bekannten Schritt zu spät. Man sollte sie jetzt schliessen, bevor das Drama wieder von vorne beginnt. Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, aber ich habe lieber Vorsicht statt Nachsicht.Report

  2. 99,6% sind gesund. Von den 0,4% positiv getesteten haben weniger als 10% einen schweren Verlauf. Der PCR-Test ist unspezifisch. Ohne Sequenzierung ist er eigentlich nichts Wert!Report

  3. Ich hatte meinen „Abschluss“ letztes Jahr am Gymnasium Liestal. Aufgrund von Corona blieb uns aber ein richtiger Schluss verwehrt. Ich weiss noch, wie sich viele von uns im Februar die Schulschliessung gewünscht haben und wie wir uns über die neugewonnene Freizeit gefreut haben. Im Nachhinein sind wir alle aber sehr traurig darüber keine normalen Unterrichtsstunden mehr gehabt zu haben. Keiner von uns wusste damals, dass der Virus uns so lange beschäftigen wird. Den jetzigen Gymschülern ist gar nicht bewusst, was für ein Privileg sie haben, noch ein mehrheitlich „normales“ Leben mit sozialen Kontakten zu haben und trotzdem gut geschützt zu sein (zwischen jedem Tisch hat es zusätzlich zur Maskenpflicht auch noch Plexiglasscheiben und es gibt ein Einbahnsystem), dadurch hat sich seit Beginn der Epidemie kein einziger Schüler in der Schule angesteckt. Daher sehe ich nicht ein, wieso die Schule aufgrund ein paar wenigen faulen Schülern geschlossen werden soll. Ich kenne viele Schüler des Gymli, die sich keine Schulschliessung wünschen.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel