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Telebasel News-Beitrag vom 16. Januar 2021.
Basel

Diese Abfalleimer machen die Anwohner so richtig sauer

Die neuen Hightech-Abfalleimer stünden quer zum Stadtbild, so die Kritik. Das Baudepartement sieht darin eine Alternative zu den blauen Mülleimern von vorher.

Peter Mötteli staunte nach der Rückkehr aus dem Ausland nicht schlecht. «Zuerst dachte ich, dass seien Radarkästen», sagt der Anwohner vom Schaffhauserrheinweg. Wenig erfreut sei er auch gewesen, etwa alle fünfzig Meter solch ein «Monster», wie er sagt, anzutreffen.

Die neuen Pressabfalleimer haben in den letzten Wochen für Diskussionsstoff gesorgt. Das Tiefbauamt sieht die solarbetriebenen Behälter als hygienische und effiziente Alternative zum herkömmlichen Mülleimer. Die neuen Modelle pressen den Müll gleich selbst und müssen daher weniger oft geleert werden.

«Wir finden diese Behältnisse hässlich»

Gleichzeitig wurden kritische Stimmen laut. Eine davon ist die von SP-Grossrat Stefan Wittlin. In einer Interpellation bezweifelt er, ob es im Sinne der Allgemeinheit ist, sämtliche Abfalleimer durch die neuen Modelle zu ersetzen. So wirft er etwa die Frage auf, wie praktikabel solche Behälter etwa für Menschen im Rollstuhl seien.

Nun melden sich Anwohnerinnen und Anwohner zu Wort und führen ästhetische Vorbehalte an. So auch Peter Mötteli vom «Verein Rheinpromenade Kleinbasel». Er bemängelt die fehlende Mitwirkung im Quartier bei der Auswahl der neuen Abfalleimer. Daher suche der Verein nun das Gespräch mit der Stadtreinigung wie auch mit der Denkmalpflege. «Wir finden diese Behältnisse sind einfach sündhässlich, sie passen nicht ins Bild dieser Stadt- und Ortsbildschutzzone».

Vorteile gegenüber den blauen Vorgänger-Tonnen

Das Bau- und Verkehrsdepartement dagegen sieht in den neuen Mülleimern einen Fortschritt. So verweist BVD-Sprecher Daniel Hofer auf die Vorgänger, die grossen blauen Container am Rheinufer. «Vom Ästhetischen her mochten auch nicht alle Leute diese blauen Kübel». Zudem biete das neue Modell erhebliche Vorteile. Es fasse gleich viel Müll, einfach komprimiert. «Sie melden uns, wenn sie voll sind, damit wir sie leeren, somit überquellen sie nicht», so Daniel Hofer.

Der Grosse Rat wird über Abfalleimer entscheiden

Da es keine Planauflage für Mülleimer gibt, gebe es auch keine Möglichkeiten zur Einsprache.

Wohl aber ist auf politischer Ebene das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wie Daniel Hofer erklärt, werde das BVD in einem ersten Schritt 150 solche Abfalleimer testen. Je nach Resultat werde die Regierung entscheiden, ob sämtliche tausend Mülleimer durch das Solarmodell ersetzt werden. Zum Schluss wird also der Grosse Rat über die Abfalleimer entscheiden.

9 Kommentare

  1. Es wird hier nur angeschaut, ob diese Kübel hässlich sind oder nicht, aber dass diese Hightech Abfalleiner für Menschen mit einer Behinderung, absolut nicht zu gebrauchen sind, das stört anscheinent niemand.
    Basel will sich rühmen, der erste Kanton zu sein, die für Menschen mit einer Behinderung zu ünterstützen und stellen solche Kübel auf, dass diese für Menschen im Rollstuhl und Kleinwüchsige, nicht und für Blinde und ältere Leute nur bedingt zu gebrauchen sind. Ich werde dagegen kämpfen, das geht so nicht.Report

  2. Wären’s die alten Kübel geblieben, dann hätten sich die Bünzli darüber enerviert, dass nichts Neues kommt. Wichtig sich zu entsetzen, egal worüber, sonst kommt man nicht in die Zeitung!Report

  3. All 50m einen Abfalleimer ist ja Luxus! In anderen Quartieren (Naherholungsgebiet) der Stadt Basel läuft man Kilometer weit, um einen Mistkübel zu finden. Seid doch dankbar eine Möglichkeit zur Entsorgung zu haben!Report

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