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Der Telebasel Talk vom 15. Januar 2021.
Schweiz

Müssen wir uns vor Chinas Seidenstrasse fürchten, Patrick Rohr?

Es ist das grösste Bauprojekt der Welt. Bis zu 70 Länder will China mit seiner neuen Seidenstrasse verknüpfen. Patrick Rohr hat jetzt ein Buch dazu publiziert.

Die «Belt and Road-Initiative», 2013 vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping lanciert, sieht vor, von China aus über ein Netz von Bahn-, Strassen- und Schiffsverbindungen Länder in Zentral- und Südostasien, Nord- und Ostafrika sowie Europa wirtschaftlich miteinander zu verbinden. Ein gigantisches Infrastrukturprojekt, in das China – auch in den angeschlossenen Ländern – Milliarden investiert.

Die neue Seidenstrasse soll nicht nur China, sondern auch den Staaten entlang der verschiedenen Routen grossartige Handelsmöglichkeiten sowie Frieden und Prosperität bringen.

Chinas globale Einflussnahme

Aber wie verhält es sich mit diesem Frieden, wenn das chinesische Regime dahintersteckt? Die Liste der Menschenrechtsverletzungen ist lang. So halte China etwa eine Million Uiguren in Lagern gefangen.

In Patrick Rohrs Buch «Die neue Seidenstrasse. Chinas Weg zur Weltmacht» kommt China-Experte Ruedi Nützi zu Wort. Der Direktor der Fachhochschule Nordwestschweiz sagt im Schlussinterview: «Warum investiert China unglaubliche Summen in Afrika? Nicht nur, weil es dort Seltene Erden und andere Rohstoffe gibt, die China braucht. Das Hauptmotiv ist, dass es in Afrika 62 Länder gibt, das sind 62 Stimmen in der UNO-Vollversammlung. Wenn die Definition der Menschenrechte verhandelt wird, darf China mit den Stimmen dieser 62 Länder rechnen. China versucht auf diesem Weg, die chinesischen Werte zum Standard zu machen. So, wie es bisher der Westen gemacht hat».

Atemberaubende Bilder, schockierende Statements

Patrick Rohrs Fotoband ist aber weder ein politischer Wirtschaftsschinken noch eine Menschenrechtsklage, sondern zunächst mal eine Reisereportage mit atemberaubenden Bildern und Notizen von Gesprächen mit Menschen in China, Kirgisistan, Türkei, Polen etc. Dabei handelt es sich auch um Leute von der Strasse. So verschafft uns Patrick Rohr auf leicht lesbare Art teilweise intime Einblicke in die Lebenswirklichkeit dieser Menschen. Einige dieser Gesprächsnotizen wirken für uns durchaus genauso  atemberaubend wie die Bilder.

Zum Beispiel die Aussage des chinesischen IT-Spezialisten Mel. «Meine Vision ist die: Ich gehe in ein Restaurant und kann in meiner Augmented-Reality-Brille auf einen Blick sehen, wie viel Erfahrung der Kellner hat, der mich bedient. Hat er keine oder nur wenig Erfahrung, wünsche ich einen erfahreneren Kellner. Das ist doch grossartig! Niemand kann mehr etwas vor dem anderen verstecken! Stell dir vor, wie das unser Leben vereinfachen wird! Schon bald weiss ich jederzeit, wem ich vertrauen kann und wem nicht. Kreditwürdigkeit, Strafblatt – in der elektronischen Identität kann ich alles auf einen Blick sehen! An solchen Dingen forsche ich, da liegt die Zukunft.»

Meine Güte, welch eine Zukunft! Auch die unsere? Im 2019 hat die Schweiz mit China ein Memorandum of Understanding zur neuen Seidenstrasse unterzeichnet.

3 Kommentare

  1. Und wieder mal ein Beitrag über den bösen chinesischen Staatsapparat, der alles überwacht, kontrolliert und alle benachteiligt. Big Data hat aber in China auch ganz viele Vorteile, so bändigt man aktuell Corona besser, als jedes andere Land. Dank rigorosem Contact Tracing, mit Apps auf jedem Handy und Zwangs Quarantäne. Auch die Tatsache, dass es sehr wenig bis fast keine Kriminalität gib auf Chinas Strassen, auch ein Verdienst der Datenauswertung. Die allermeisten Chinesen haben keine Probleme mit der Kontrolle und auch keine Probleme mit Staat und Polizei. Die Jungen studieren, machen ihre MBA‘s, reisen ins Ausland, kaufen sich Wohnungen, Autos, haben Famillie und Kinder. bei uns wird China als grosses Staatsgefängnis dargestellt.Report

  2. Danke für Ihren Kommentar. Ich weiss leider nicht genau, was ich damit anfangen soll. 🤔 Ich bin Journalist und Fotograf, kein Schauspieler. Verwechseln Sie mich möglicherweise? Und falls Sie am Inhalt etwas gestört hat, können wir gerne darüber reden. Ich muss nur wissen, was Sie gestört hat. Herzliche Grüsse, Patrick RohrReport

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