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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Januar 2021.
Region

Baselbiet prüft Maskenpflicht in Primarschulen

Schulschliessungen nur als letzter Ausweg. Dieser Ansicht sind die Erziehungsdirektionen in Basel-Stadt und Baselland. Geprüft werden auch andere Massnahmen.

Leere Klassenzimmer wie im Frühling 2020. Ein solches Szenario möchte der Basler Erziehungsdirektor Conradin Cramer möglichst vermeiden. «So wie es jetzt aussieht, sind sich die Kantone einig, dass die obligatorischen Schulen, Primarschule und Sekundarstufe 1 offen bleiben sollen, solange das die epidemiologische Lage zulässt».

Ähnlich klingt es im Nachbarskanton. Das Baselbiet sei aber durchaus für Verschärfungen bereit, so die Bildungsdirektorin Monica Gschwind. Sie betont aber: «Ich vertrete weiterhin, dass die Schulen so lange wie möglich offen haben, Fernunterricht wäre Ultima Ratio».

Monica Gschwind schlägt Massentests vor

Schulschliessungen sind bei Bund und Kantonen wieder ein Thema. So hat der Bundesrat die Kantone letzte Woche aufgefordert, Massnahmen für die Schulen zu prüfen. Ein Grund dafür ist die neue Virusvariante. Daher steht gemäss Gesundheitsminister Alain Berset eine Schliessung der obligatorischen Schulen erneut zur Diskussion. Noch wartet der Bundesrat auf eine Rückmeldung der Erziehungsdirektionen zu weiteren Schutzmassnahmen.

Auch wenn es beim Präsenzunterricht bleiben sollte: Die Kantone müssen jetzt weitere Massnahmen präsentieren. Monica Gschwind nennt eine Verschärfung, die sicherlich für Kontroversen sorgen wird: «Gegenwärtig überprüfen wir auch, ob wir in den Primarschulen eine Maskenpflicht einführen», sagt die Regierungsrätin gegenüber Telebasel. Dies sei etwa bei der fünften oder sechsten Klasse denkbar, aber auch schon ab dem dritten Schuljahr. Eine andere Option seien Massentests für Schulklassen, wie sie zurzeit in einem Pilotprojekt an der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt werden.

Sozial schlechter gestellte Kinder leiden

Falls es doch zu einer Schliessung kommen sollte: Was müssten die Erziehungsdirektionen im Vergleich zum Frühling besser machen?

Aus der Sicht von Conradin Cramer ist klar, wo man den Hebel ansetzen muss: «Man hat im Frühling gesehen, dass diejenigen Kinder, die am schwächsten sind in der Schule, die eine Familie haben, die sie nicht auffangen kann und in beengten Wohnverhältnissen leben, besonders unter einer Schulschliessung leiden». Daher brauche es im Falle eines Fernunterrichts dringend Massnahmen. Monica Gschwind schlägt etwa ein abgestuftes Modell vor, das unter bestimmten Bedingungen Präsenzunterricht zulassen könnte. «Es muss Ausnahmen geben, bei denen wir in kleineren Grüppchen Schülerinnen und Schüler in die Schulen holen dürften.»

Welche Vorschläge sich unter den Kantonen tatsächlich durchsetzen, kommt am Freitag, 15. Januar, aus. Die Erziehungsdirektorenkonferenz wird dann ihre Massnahmen vorlegen. Am 20. Januar 2021 wird sich dann der Bundesrat dazu äussern.

1 Kommentar

  1. Sorry aber in den Primarschulen geht gar nicht! Dann sollen die Schulen lieber geschlossen werden und auf Fernunterricht umgestellt werden. Kindern unter 12 Jahren eine Maske den ganzen Tag aufzusetzen ist ein No-Go!
    Mein Kind wird dann nicht zur Schule gehen.Report

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