Der Bundesrat verlängert den Beizen-Lockdown und erweitert die Massnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Von «absurde Schliessungen» bis «unvermeidlich»

Am Mittwoch schickt der Bundesrat die Schweiz in den zweiten Lockdown. Die Presse reagiert mit Verständnis, setzt jedoch auch viele Fragezeichen.

«Hilflos mit dem Holzhammer»

Die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt am Donnerstag unter dem Titel «Hilflos mit dem Holzhammer» zur Verschärfung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie durch den Bundesrat:

«In dieser schwierigen Lage ist der Bundesrat den Anträgen seines sozialdemokratischen Gesundheitsministers Alain Berset gefolgt. Er greift erneut zum Holzhammer eines harten Lockdowns und hofft, damit frühzeitig eine dritte Welle zu brechen. (…) Doch es ist wieder eine hilflose Politik, die wenig Rücksicht nimmt auf die enormen Kollateralschäden. Es ist eine Politik, die auf den Versuch verzichtet, die gleiche oder zumindest eine ähnliche Wirkung mit einer konsequenteren Umsetzung einfacherer, gezielterer Massnahmen zu erreichen. (…) Dabei geht es gar nicht nur um die enormen wirtschaftlichen Kosten und die Existenzängste, die ein flächendeckender harter Lockdown verursacht. Es geht auch um die mittelfristigen sozialen, psychischen und gesundheitlichen Schäden, wenn man der ganzen Bevölkerung einen grossen Teil ihrer Freiheit nimmt, sie sozial isoliert und ihr behördlich vorschreibt, was noch dringend ist und was sie nicht mehr kaufen darf – oder auch wie noch gelernt werden kann. (…) Der Bundesrat hat den stärker auf Verhältnismässigkeit setzenden ‹Schweizer Weg› verlassen. Er wirkt hilflos, und der Schweiz stehen wohl unnötig schwere Wochen bevor.»

«Widersprüche müssen ausgeräumt werden»

Der Zürcher «Tages-Anzeiger» schreibt am Donnerstag zur Verschärfung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie durch den Bundesrat:

«Läden zu. Homeoffice-Pflicht. Zu Hause zusammensitzen maximal zu fünft. Der Bundesrat legt die Schweiz wegen Covid-19 ein zweites Mal zu grossen Teilen still. Der Entscheid hat, einmal mehr, historische Dimensionen (…) Der Entscheid leuchtet gerade deshalb ein, weil er eine ungünstige Entwicklung früh abklemmen will. Weniger einleuchtend sind die Absurditäten, die der zweite Lockdown mit sich bringt: Warum bleiben Blumenläden offen, Kleidergeschäfte aber nicht? Und warum hebt man die unsägliche Ausnahme für Skigebiete noch immer nicht auf? Solche Widersprüche müssen ausgeräumt werden. (…) Angesichts der Virusmutation wird es zuerst nochmals schlimmer, bevor es besser wird. Auch das zeigt: So brutal die neuerliche Stilllegung der Schweiz ist, so unvermeidlich ist sie.»

«Das Licht kommt näher»

Die «CH Media»-Zeitungen schreiben online zur Verschärfung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie durch den Bundesrat:

«Auf die Schweiz warten schwere Wochen, vielleicht die schwersten dieser Krise. Sie hat uns schon viel abverlangt. Und je länger sie dauert, desto mehr sehnen wir uns danach, es endlich hinter uns zu haben – natürlich. Bloss: Inklusive der Dosen, die bis Ende dieser Woche geliefert werden sollen, können erst vier Prozent der Erwachsenen geimpft werden. Unmittelbar wirkt sich dies noch wenig aus. Noch einmal kommt es auf jede und jeden einzelnen an. (…) Nun ist nochmals Zurückhaltung gefragt. Dafür mit der wahrhaftigen Aussicht auf eine baldige Besserung. Das Licht kommt näher.»

«Nun ist Handeln gefragt»

Die «Berner Zeitung» schreibt online zur Verschärfung der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie durch den Bundesrat:

«Die Landesregierung zieht den Joker, den ihr die Kantone in die Hand gegeben haben, und verschärft schweizweit die Regeln. Drastisch. (…) Weniger konsequent ist die Regierung bedauerlicherweise bei den Hauptbetroffenen in den Alters- und Pflegeheimen. Sie verzichtet auf striktere Regeln wie obligatorische Tests für das Heimpersonal, um den verletzlichsten Teil der Bevölkerung zu schützen. (…) Bislang war Hoffen angesagt, nun ist Handeln gefragt. Die Impfstoffhersteller haben rekordmässig geliefert, die Kantone müssen nun die Energie voll darauf verwenden, den Stoff so schnell wie möglich ans Volk abzugeben. Je zügiger wir impfen, desto weniger dramatisch wird die Welle der mutierten Variante. Und umso schneller gibt’s vielleicht einen Weg zurück zur Normalität.»

4 Kommentare

  1. Bevor man die Läden schliesst, hätte man den Flugbetrieb einstellen müssen. Stattdessen warten wir nun auf ein Wunder, das die Fallzahlen zum sinken bringt.
    Nicht zu vergessen ist, das momentan auch die alljährliche Grippe und noch andere Viren im Umlauf sind. Wird dies bei den Fallzahlen berücksichtigt, oder werden diese automatisch mit dazu gezählt??lReport

  2. Der Bundesrat macht alles kaputt – das scheint seine einzige Aufgabe zu sein. Weshalb Skigebiete nicht geschlossen werden ist zudem nicht nachvollziehbar. Und weiterhin die grösste akutelle Virenschleuder: Kinder. Immer noch ohne Maskentragepflicht, immer noch in grossen Schulräumen – privat gilt die Zahl 5. Der welsche Berset hat sich völlig lächerlich gemacht. Ein weiteres Mal mehr.Report

  3. Warum schreit ihr nach einer Impfung, welche nicht das erfüllt, was ihr euch erhofft? Warum macht ihr nicht eure Hausaufgaben und informiert euch richtig über diese Impfung? Diese Impfung vernichtet das Virus nicht. Denn es ist in den Köpfen der Politiker, die meinen uns sagen zu müssen, was wir dürfen und was nicht!
    Wenn sich jeder Mensch, etwas zurück nimmt und Rücksicht nimmt, egal welcher Nationalität, und sich mit den Gegebenheiten vor Ort auseinandersetzt. Wenn jeder sich gesund ernährt, sich viel Bewegung an der frischen Luft verschafft, den Kontakt zu Familie und Freunden pflegt, friedlich, fröhlich, freundlich zu sich und seinen Mitmenschen ist, seinem Körper vertraut und sein Immunsystem arbeiten lässt, es unterstützt mit dem besten aus der Natur, dann ist jeder Mensch besser aufgehoben, als sich auf Fremde Substanzen zu verlassen, welche immer mit Nebenwirkungen verbunden sind.
    Hört endlich auf die Verantwortung abzugeben, übernimmt sie endlich selber, das beginnt bei jedem Einzelnen, in seinem Innern.
    Danke für s mitlesen. Danke für s umsetzen.Report

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