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Der Telebasel News-Beitrag vom 14. Januar 2021.
Basel

So reagieren Basler Läden auf die neuen Corona-Massnahmen

Nur noch Läden, die das Notwendigste für den täglichen Bedarf anbieten, dürfen ab Montag geöffnet sein. Dafür verspricht der Bund mehr Hilfsgelder.

Der traditionelle Buchladen Bider & Tanner in Basel ist nur noch bis Samstag, 16. Januar 2021, regulär geöffnet. Sein Angebot gehört nicht zum vom Bundesrat definierten täglichen Bedarf. Inhaber Jens Stocker sagt, für ihn sei der Entscheid nicht überraschend gekommen. Das Thema Ladenschliessungen sei schon länger präsent gewesen. «Ob es nun ab nächstem Montag oder eine Woche später oder zwei Wochen später ist, spielt eigentlich keine so grosse Rolle». Sein Unternehmen habe sich deshalb bereits gut auf dieses Szenario vorbereiten können.

Zudem könne man auf Erfahrungen aus dem letzten Frühjahr zurückgreifen. So habe man bereits angepasste Arbeitspläne vorbereitet. Die Angestellten würden zum Teil an anderen Orten im Betrieb gebraucht. Jens Stocker habe zudem abgeklärt, auf welche Lieferanten er auch während der erzwungenen Schliessungen zählen könne.

Bestellte Waren dürfen abgeholt werden

Er sei zudem erfreut, dass der Bundesrat dieses Mal sogenanntes Click & Collect explizit erlaubt. Kunden dürfen also die Bücher von zu Hause aus bestellen und dann im Laden abholen. Dies bringe den Kunden den Vorteil, dass sie im Gegensatz zu Heimlieferungen keinen Karton mehr entsorgen müssten und die Läden auf der anderen Seite, nicht einen Teil der Marge für Portokosten opfern müssten.

Trotz unsicherer Zeiten bleibt Jens Stocker optimistisch. Er hoffe, dass die Kunden nicht abspringen und wie gewohnt weiter bei ihm einkaufen, nun halt auf Bestellung. Er habe für seine Angestellten deshalb auch noch keine Kurzarbeit vorgesehen und hoffe, sie auch so auslasten zu können.

Trotz neuer Hilfsgelder bleibt Skepsis gross

Neben weiteren Massnahmen hat der Bundesrat am Mittwoch beschlossen, dass die besonders unter der Corona-Krise leidenden Betriebe stärker unterstützt werden sollen. Bisher sei man mit der Unterstützung aus Bundesbern nicht zufrieden gewesen, meint der Präsident des Basler Hotelier-Vereins Raphael Wyniger.

«Beim Bund liegt das Probelm», sagt Wyniger. Dort spreche man schon lange von Hilfsgeldern, aber es gehe alles zu langsam. Sehr zufrieden sei er hingegen mit der Unterstützung aus dem Kanton: «Basel-Stadt macht einen sehr guten Job».

Ihn störe, dass die Betriebe noch immer nicht wüssten, mit wieviel Geld vom Bund sie rechnen könnten. Der Bund habe erst den Maximalbetrag von 750’000 Franken kommuniziert, aber noch keinen klareren Verteilschlüssel genannt.

Für einige seiner eigenen Betriebe habe er bereits Unterstützungsleistungen beantragt. Nun werde er dies auch für sein Flaggschiff Teufelhof tun. Hotels dürfen zwar weiterhin geöffnet sein, das Übernachtungsgeschäft ist aber dramatisch eingebrochen. Den Teufelhof wolle Wyniger trotzdem geöffnet lassen.

Das sei auch ein wichtiges psychologisches Zeichen. «Es tut mir gut, es tut dem Betrieb gut» sagt Raphael Wyniger. Wobei er aber anfügen muss: «Wirtschaftlich lohnt sich das aktuell nicht».

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