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Die Medienkonferenz mit Fachexperten des Bundes ab 14 Uhr live. (Stream: Youtube/Der Eidgenössische Bundesrat)
Schweiz

Nora Kronig: «Wir können im Moment vier Prozent der Bevölkerung impfen»

Die Fachexperten des Bundes informieren ab 14 Uhr über die aktuelle Corona-Lage in der Schweiz. Telebasel zeigt die Medienkonferenz live im TV und online.
Ende der Medienkonferenz

Der Point de Presse der Fachexperten des Bundes ist zu Ende. Wir danken Ihnen fürs Dabeisein und freuen uns, wenn Sie das nächste Mal wieder vorbeischauen.

Moderna-Impfstoff: Nur befristete Zulassung wegen fehlender Daten

Swissmedic hat den Impfstoff von Moderna nur befristet zugelassen. Das hängt mir den vorhandenen Daten zur Wirkungsdauer zusammen.

Es sei noch unklar, wie lange die Schutzwirkung sei, sagte Philippe Girard, stellvertretender Direktor von Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen, am Dienstag vor den Medien in Bern. Die vorhandenen Daten zeigten, dass die Wirkung drei Monate anhalte.

Wahrscheinlich halte die Impfung viel länger, aber genau wisse man das noch nicht. Auch Christoph Berger, Präsident der eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), erwartet nicht, dass die Impfung nach drei Monaten nachlasse, wie er sagte.

Zudem fehlten noch Daten zum Thema Schwangerschaft und bei der Wirksamkeit, ergänzte Girard. Die Firmen seien daran, diese Studien durchzuführen. Sobald die Daten da seien, könne über eine unbefristete Zulassung diskutiert werden. Im Moment sei das Nutzen/Risiko-Verhältnis aber positiv zu bewerten, weswegen der Impfstoff befristet zugelassen werden konnte, sagte Girard.

Philippe Girard, Stvellvertretender Direktor Swissmedic und Leiter Bereich Bewilligungen, erklärt an der Medienkonferenz die befristete Zulassung des Moderna-Impfstoffs. (Bild: Keystone)
Hebelt die neue Virus-Variante die Schutzkonzepte aus?

In Wengen BE konnte die Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus noch nicht eingedämmt werden. Es stecken sich viele Menschen an – auch dort, wo normalerweise Schutzkonzepte eine Ansteckung verhindern.

Man sei intensiv daran, in Wengen alles zu tun, um die Ansteckungen zu verlangsamen, sagte Linda Nartey, Berner Kantonsärztin und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte.

Die Ansteckungen müssten nun wieder intensiver verfolgt werden, um die Fälle dieser neuen Virusvariante möglichst einzudämmen. «Dies ist eine Aufgabe, die uns Tag und Nacht beschäftigt», sagte Nartey am Dienstag vor den Medien in Bern.

Die Fälle der neuen Variante des Coronavirus würden sich sehr schnell verbreiten. Auch wenn eigentlich davon ausgegangen werde, dass ein gutes Schutzkonzept vorhanden sei, fänden Ansteckungen statt.

Eine Person aus Grossbritannien habe die neue Virusvariante nach Wengen gebracht.

Von der neuen Virusvariante sind noch nicht alle Kantone betroffen. In den Kantonen mit der neuen Variante ist das Contact-Tracing verstärkt worden.

Linda Nartey, Kantonsärztin Bern und Vizepräsidentin der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte, spricht an der Medienkonferenz über die neue Virus-Variante, die auch in Wengen auftritt. (Bild: Keystone)
Kronig: «Wir können im Moment vier Prozent der Bevölkerung impfen»

Mit den per 18. Januar aktuell in der Schweiz vorhandenen Impfdosen können rund vier Prozent der erwachsenen Personen geimpft werden. Dies sagte Nora Kronig, Vizedirektorin Abteilung Internationales, Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag vor den Bundeshausmedien.

Insgesamt würden nach er dritten Lieferung von 126’750 Dosen von Biontech/Pfizer am 18. Januar 560’750 Impfdosen physisch in der Schweiz sein. Diese setzten sich zusammen aus den bisher 234’000 gelieferten Dosen von Biontech und den 200’000 von Moderna, die am Mittwoch eintreffen sollen.

Das ermögliche die Impfung von vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit zwei Impfdosen. Eine weitere Million Dosen werde im Februar im Land eintreffen, so Kronig.

Man warte nun gespannt auf die Zahlen der Kantone über die laufenden Verimpfungen. Es sei beabsichtigt, einmal wöchentlich über den Stand zu informieren.

Mathys: Strengere Corona-Massnahmen sind angezeigt

Laut Patrick Mathys sind strengere Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aus epidemiologischer Sicht notwendig. Die Fallzahlen verharrten trotz der vor den Festtagen ergriffenen Massnahmen auf zu hohem Niveau.

Ich kann keinen Optimismus verbreiten, sagte Mathys am Dienstag vor den Bundeshausmedien. «Die Situation hat sich eine weitere Woche nicht in die Richtung entwickelt, die wir uns wünschen.»

Das Gesundheitswesen sei nach wie vor stark belastet. Noch immer seien drei Viertel der Intensivpflegeplätze belegt, 41 Prozent von Covid-Patienten. Auch der Reproduktionswert ist laut Mathys zu hoch. Er liegt bei 1 – das heisst, dass eine infizierte Person im Schnitt eine weitere ansteckt. Es sei deshalb nicht mit einer Abnahme der Fallzahlen in den nächsten Tagen zu rechnen. Auch die hohe Positivitätsrate lasse keinen positiven Schluss zu.

Mathys: Keine Entwarnung trotz leichter Abnahme der Todesfälle

Mittlerweile seien in der Schweiz 127 Fälle von Mutationen bekannt, sagte Patrick Mathys. 86 betreffen demnach die Virusform aus Grossbritannien, 5 diejenige aus Südafrika. In 36 Fällen konnte die Mutation bisher nicht einem der beiden Formen zugeschrieben werden.

Es sei «nicht ausgeschlossen», dass neue Mutationen dazukämen, sagte Mathys. Wahrscheinlich sei es aber, dass es sich bei den 36 Fällen um Mutationen aus Grossbritannien oder Südafrika handle. Die Sequentierung werde dies zeigen.

Mathys stellte klar, dass viele der registrierten Varianten keinen Link zu Reisen in die betroffenen Länder hätten. «Die Übertragung hat in der Schweiz stattgefunden.» Nicht mehr alle Übertragungsketten seien nachweisbar. Es sei nicht zu verhindern, dass sich das mutierte Virus weiter ausbreite. «Das Ziel muss es sein, dass die Ausbreitung so langsam wie möglich passiert.»

Es sei «nicht unwahrscheinlich», dass aktuell bereits 6 Prozent der positiven Proben das mutierte Virus betreffen, sagte Mathys.

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit BAG, ist besorgt über die Ausbreitung der neuen Virus-Varianten in der Schweiz. (Bild: Keystone)
«Neue Virus-Variante erfüllt uns mit Sorgen»

Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim BAG, eröffnet die Medienkonferenz mit keinen guten Neuigkeiten. «Die Fallzahlen stagnieren auf hohem Niveau.» Die Situation habe sich nicht in eine positive Richtung entwickelt, wie man sich dies erhofft habe, bedauert Mathys.

Mathys spricht auch die Mutation des Coronavirus an, die von Grossbritannien kommend auch in der Schweiz nachgewiesen worden ist. «Die neue Virus-Variante erfüllt uns mit Sorgen.» Sie könnte die Entwicklung der Lage in der Schweiz noch einmal verschlechtern.

Durch dass die neuen Coronavirus-Varianten bedeutend ansteckender sind, muss man damit rechnen, dass die Fallzahlen «rasant ansteigen werden», wenn keine schärferen Massnahmen ergriffen werden, wie Mathys weiter erklärt.

Erneut informieren die Fachexperten des Bundes über die Entwicklungen der Corona-Epidemie in der Schweiz. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) wird beispielsweise erste Zahlen der geimpften Personen veröffentlichen.

Bevor der Bundesrat am Mittwoch über eine allfällige Verschärfung der Massnahmen entscheidet, wird auch interessant sein, wie die Fachexperten die aktuelle epidemiologische Lage mit dem mutierten Virus beurteilen.

Seit heute Dienstag ist nun auch klar: Die Schweiz hat ihren zweiten Impfstoff. Die Arzneimittelbehörde Swissmedic hat einen zweiten Corona-Impfstoff für die Schweiz zugelassen. Sie gab grünes Licht für den Wirkstoff des US-Herstellers Moderna. Er wird auch im Wallis bei Lonza produziert. Die Schweiz sicherte sich 7,5 Millionen Dosen. Wird er ab morgen bereits verabreicht? Die Fachexperten des Bundes könnten sich hierzu bereits äussern.

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