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Der Telebasel Glam-Beitrag vom 12. Januar 2021.
Schweiz

Das grösste Schweizer Festival gibt es, nur stattfinden wird es nicht

Rund 300 Acts, zwei Tage lang. Ende Februar gibt es das grösste Festival der Schweiz. Stattfinden wird es jedoch nie. Verwirrt? Hier die Erklärung.

Rund 300 Musiker und Bands aus der Schweiz zieren das Line-Up des «Ghost Festival». Damit ist es das grösste Festival, das die Schweiz je gesehen hat. Anfangs Woche startete der Ticketverkauf.

Doch wer sich Ende Februar auf Livemusik der Crème de la Crème der Schweizer Musikszene freut, hat falsch gedacht. Es wird stumm bleiben, das «Ghost Festival» wird es niemals geben. Dahinter steckt eine Solidaritätsaktion von Musikliebhabern für Musiker. Die Einnahmen der Ticketverkäufe gehen vollumfänglich an hunderte Schweizer Musiker, ihre Bands und Crewmitglieder.

«Wollen zeigen, wie prekär die Situation für Musiker ist»

15 bis 20 Menschen, deren Herz für Musik schlägt, stehen hinter dem «Ghost Festival». Seit Mitte November planen sie die Aktion. Gründungsmitglied ist der Schauspieler Dominik Gysin. Für ihn sei klar gewesen, er könne nicht untätig bleiben.

«Das Ghost Festival ist das Pendant zu den Geisterspielen im Fussball. Diese Idee haben wir weitergesponnen. Es gibt nicht nur kein Publikum, sondern auch keine Artisten», so Gysin. Das Ganze sei ein Aufruf an die Bevölkerung, um zu zeigen, wie prekär die Situation für Musikschaffende im Moment ist.

Nicht nur 2020 war schlimm, auch 2021 wird es

Das grösste Problem für die Musiker sei die momentane Planungsunsicherheit, so Gysin. «Es werden keine Gigs gebucht zur Zeit. Das hat katastrophale Folgen. Einerseits finanziell, andererseits auch karrieretechnisch. Wenn man nicht auftreten kann, wird man nicht gesehen. Wird man nicht gesehen, bekommt man keine neuen Konzerte», sagt der Schauspieler. Diese Situation treffe gerade kleine Künstler schwer.

Grosse Künstler verzichten auf «Gage»

Rund 1300 Begünstigte profitieren von den Einnahmen des Ticketverkaufes. Viele Aushängeschilder der Schweizer Musikszene verzichten auf ihren Anteil zu Gunsten von kleineren Künstlern, Technikern und jenen, die das Geld eher benötigen. Auch in die Tasche von Baschi fliesse kein Geld, sagt er gegenüber Telebasel. «Es geht darum, dass die mehr oder weniger bekannten Musiker auf das Thema aufmerksam machen und so ihren Kollegen helfen», so der Schweizer Popstar.

«Viele Musiker leben am Existenzminimum»

Zu jenen, die Geld bekommen werden, gehört die Band «Hot like Sushi». «Viele Profimusiker leben am Existenzminimum. Ich komme auch nur durch, weil meine Fixkosten extrem niedrig sind», sagt Elias von Arx, Sänger der Band. Er habe zuletzt Probleme gehabt, finanzielle Hilfe des Bundes zu bekommen, die Einnahmen des «Ghost Festival» seien eine Hilfe für die Band.

Mehr zum Ghost Festival und weiteren Künstlern, wie Anna Rossinelli, sehen Sie am Freitag, 15. Januar, im Glam. 

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