Nach der Absage der Lauberhornrennen springt Kitzbühel ein. (Bild: Keystone)
Schweiz

Kitzbühel springt für Wengen ein

Die Rennen am Lauberhorn in Wengen können an diesem Wochenende doch nicht stattfinden. Die Infektions-Zahlen sind in den letzten 24 Stunden zu stark gestiegen.

Die Lauberhornrennen finden an diesem Wochenende doch nicht statt. Nach einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen schob der Kanton Bern dem Traditionsanlass in Wengen einen Riegel vor. Organisatoren und Verband stehen hinter dem Entscheid. Kitzbühel springt ein.

Noch am Sonntag hatten die Berner Gesundheitsbehörden nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Wengener Weltcup-Woche gegeben und die FIS die Durchführung bestätigt.

Grund für das Umdenken der Entscheidungsträger war, dass sich die Corona-Situation innert 24 Stunden noch einmal verschlechtert und eine gefährliche Dynamik angenommen hat. Seit Sonntag, 10. Januar 2021, wurden in Wengen 100 Neu-Infektionen verzeichnet. Von den 1’100 Einwohnern wurden seit Mitte Dezember innerhalb von vier Wochen mehr als 60 positiv getestet. Über britische Touristen hat sich auch die mutierte Virus-Variante eingenistet.

Sorgen bereite allem voran die Dynamik, mit der das Virus verbreitet werde, erklärte der Kanton in einem Schreiben. «Die Gesundheitsdirektion geht aufgrund dieser Tatsache davon aus, dass vor allem die Mutation aus Grossbritannien zu diesem Effekt führt.» Genauere Evaluationen hätten gezeigt, dass es nicht möglich gewesen wäre, alle Vorkehrungen zu treffen, damit Athleten und Staff ausreichend in separaten Zonen hätten geschützt werden können.

Finanzielle Konsequenzen überschaubar

Die offizielle Absage erfolgte am Montagnachmittag. Zuvor hatten bereits Meldungen die Runde gemacht, dass die Athleten von der FIS angehalten wurden, nicht nach Wengen zu reisen.

Der deutsche Speedfahrer Dominik Schwaiger verkündete die Absage schon am Morgen auf seinem Instagram-Account, löschte den Eintrag aber wieder. Auch die Österreicher und Franzosen wussten frühzeitig Bescheid. Der Tross der Techniker und Allrounder wäre am Montag, 11. Januar, aus Adelboden angereist. Auf dem Programm wären von Freitag bis Sonntag zwei Abfahrten und ein Slalom gestanden. Zuschauer wären keine zugelassen gewesen.

Eine Absage aufgrund der Corona-Entwicklung war bereits am letzten Samstag im Raum gestanden, bis am Sonntag aber wieder vom Tisch. Den Organisatoren kommt nun zugute, dass die bis 2021 gültige Versicherung laut OK-Präsident Urs Näpflin auch den Ausfall der Rennen aufgrund einer Pandemie abdeckt. Die finanziellen Konsequenzen sind damit überschaubar. Swiss-Ski erklärte auf Twitter, man stehe wie die Veranstalter und die FIS hinter dem Entscheid.

«Der Entscheid schmerzt enorm – umso mehr, weil das Organisationskomitee hervorragende Vorbereitungsarbeiten geleistet hat», erklärte Bernhard Aregger, CEO von Swiss-Ski. «Die Absage eines der prestigeträchtigsten Rennwochenenden im Weltcup-Kalender lässt das Herz jedes Ski-Fans bluten. Gleichwohl ist es unsere Aufgabe, die Sicherheit aller Beteiligten zu gewährleisten. Die Gesundheit steht auch bei solch schwierigen Entscheiden im Vordergrund.»

Fünf Rennen in Kitzbühel

Mit Kitzbühel ist ein Ersatz-Ausrichter für zwei der drei Lauberhornrennen bereits gefunden. Dies teilte die FIS kurz nach der Absage mit.

Im Tiroler Skiort sind nun ab kommendem Samstag, 16. Januar 2021, fünf Weltcuprennen angesetzt. Das Programm sieht zwei Slaloms am ersten Wochenende vor, und ab Freitag nächster Woche zwei Abfahrten und einen Super-G. Dazwischen sind drei Abfahrtstrainings angesetzt. Wann und allenfalls wo die zweite Lauberhornabfahrt nachgeholt wird, ist offen.

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