Wer trotz Corona-Massnahmen nach Deutschland zum Einkaufen fährt, riskiert eine happige Busse. (Symbolbild: Keystone)
Region

Einkaufstouristen droht saftige Busse

Mit den Corona-Massnahmen in Deutschland ist die Flut an Einkaufstouristen verebbt. Einige Schweizer halten sich aber nicht an die Regeln.

Deutschland ist im Lockdown. Deswegen dürften seit dem 23. Dezember keine Schweizer mehr über die Grenze zum Einkaufen. Einige tun es aber dennoch, wie die «Basler Zeitung» am Montag berichtet.

Eigentlich müsste jeder, der von der Schweiz nach Deutschland einreist, für zehn Tage in Quarantäne. Entsprechend hat der Einkaufstourismus stark abgenommen. Verschwunden ist er aber nicht, obwohl eigentlich nur noch Grenzgänger oder Menschen, die Verwandte ersten Grades besuchen möchten, ohne Quarantäne einreisen dürfen.

Deutsche Behörden in der Verantwortung

Die Grenze ist aber im Gegensatz zum Frühling 2020 nicht geschlossen. So nutzt eine Handvoll Schweizer noch immer die Möglichkeit, in Deutsche Supermärkte oder Drogerien zu gehen – alles andere ist wegen des harten Lockdowns geschlossen.

Doch welche Strafe droht den Schweizern, die in Deutschland shoppen gehen? «Es ist Sache der deutschen Behörden, das Einhalten der in Deutschland geltenden Vorschriften zu kontrollieren», so die Eidgenössische Zollverwaltung gegenüber der Zeitung.

Das Hauptzollamt Lörrach teilt derweil mit, dass man «keine Kontrollen hinsichtlich der Infektionsschutz-Massnahmen» durchführe. Das Zollamt selbst spreche keine Bussen gegen Shopping-Sünder aus. «Wir weisen die Reisenden auf die Infektionsschutz-Massnahmen hin und informieren bei groben Verstössen die Landespolizei Baden-Württemberg.»

Polizei kontrolliert stichprobenartig

Die Polizei führt ihrerseits stichprobenartig Kontrollen durch, so Jörg Kiefer, Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Dass besonders viele Schweizer beim Einkauf ertappt und in der Folge gebüsst worden wären, sei ihm nicht bekannt. Die Anzahl Verstösse werde in der Statistik zwar nicht explizit erfasst, so Jörg Kiefer. Grob geschätzt jedoch «dürften wir im ganz niedrigen zweistelligen Bereich pro Woche im gesamten Landkreis Lörrach liegen».

Die Quarantänepflicht, die beim Einkaufen in Deutschland nicht eingehalten wird, wird mit Bussen bestraft. Die «Unterlassung des unverzüglichen Begebens in Häuslichkeit oder Unterkunft» sieht eine Busse von 150 bis 3’000 Euro vor. Den genauen Betrag setzt die Polizei jeweils vor Ort fest.

Mit Blick auf Einkaufstouristen sagt Jörg Kiefer: «Hiernach dürfte das Bussgeld im unteren dreistelligen Bereich liegen».

11 Kommentare

  1. Ich fahre 2x in der Woche für 4-5 Std nach Deutschland rüber und wieder zurück in die Schweiz (Rheinfelden Zoll) zu meiner Mutter um sie zu pflegen, ihr zu helfe ihr im Haushalt und weitere Erledigungen in der Stadt.
    Musste leider feststellen das fast keine KONTROLLEN beim Zoll durchgeführt wurden! (D Zoll u. CH Zoll)
    •Ein Schweizer Auto nach dem anderen ?!
    •auf den Parkplätzen vorn Lidl, Aldi, Kaufland usw…. voll mit Schweizer Autos?!
    Nicht einmal in einer Pandemie können sich die gewissen Schweizer an die Gesetze halten.
    •Das ist in meinen Augen nicht solidarisch?!
    Ich könnte auch zweimal in der Woche Grosseinkauf in D machen, tue es aber nicht.
    Ich verzichte und erledige meine Einkäufe im eigenem Land CH.
    Weil die Gesundheit, Solidarität und Gesetze im Vordergrund stehen.
    Man sollte sich auch daran halten!
    Ich bin sehr enttäuscht von soviel Egoismus!
    • ich wünschte mir mehr Kontrollen überall, mehr Bestrafung und höhere Bussen.
    Das musste ich jetzt einfach los werden.Report

  2. Darf man auch nicht momentan. Nur Grenzgänger und Leute, die Verwandte ersten Grades besuchen, dürfen ohne Quarantäne über die Grenze. Fürs Abholen eines Paketes würde wie beim Einkaufen die Pflicht einer zehntägigen Quarantäne zur Pflicht werden.Report

  3. Habe beim zuständigen Ministerium in Freiburg angerufen, da ich einen Zahnarzt habe.
    Dort hieß es dann, mit schriftlicher Bestätigung vom Arzt, ist es möglich, ohne Busse und Quarantäne.Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel