Die erste Playmobilfigur wurde im Jahr 1974 vorgestellt. (Bild: Keystone)
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Wer kennt die Geschichte hinter den Mini-Spielkameraden?

Bunt, klein, zeitlos: Playmobil verzaubert Millionen von Augen – nicht nur von Kindern. Das Spielzeug verdankt seine Erfindung der Ölkrise von 1973.

Sie fragen sich jetzt bestimmt, wann Sie zum letzten Mal mit Playmobil gespielt haben. Ob Bauarbeiter, Cowboy, Prinzessin, Polizistin, Ritter oder Feuerwehrmann: Die Themenwelt von Playmobil ist schier unendlich. Der Konzern ist einer der erfolgreichsten Spielzeughersteller auf dem deutschen Markt. Seinen Erfolg verdankt er allerdings einem «Glücksfall».

Plastikfiguren waren lange kein Thema

Playmobil ist im Jahr 1974 geboren. Die Geschichte des deutschen Unternehmens beginnt jedoch schon viel früher, 1876, als Andreas Brandstätter eine Firma gründete, die anfangs Schatullenbeschläge und Blechschlösser produzierte, später Spardosen, Telefone und Zubehör für Kinder-Kaufläden. Dies fertigte er aus Blech an.

1954 stieg Horst Brandstätter – von Kindern «Herr Playmobil» genannt – in das Unternehmen ein. Rasch erkannte er das Potenzial der Firma, wobei er neu auf Kunststoff anstatt Metall setzte. Brandstätter sah den grossen Erfolg in Hula-Hopp Reifen aus Plastik, der Ansturm auf die Plastikreifen ging aber bereits nach wenigen Monaten zurück.

Ölkrise von 1973 führte zum Umdenken

Um die Kasse wieder mit Geld zu füllen, begann die Firma mit der Produktion von Rennautos und Trettraktoren. Ein Erfolg! Als die Konkurrenz jedoch begann, ihre Produkte zu kopieren, musste die Firma wieder umdenken. Nun produzierte sie Kunststoff-Tennisschläger und Wasserski.

Die Ölkrise im Jahr 1973 erhöhte die Kunststoffpreise allerdings um das zehnfache; Grosskunststoffartikel wurden unrentabel und zu teuer. Andere Produkte, die viel weniger Kunststoff benötigten, mussten sofort her! Zusammen mit Hans Beck – Entwickler der Playmobilfiguren – kreierte Horst Brandstätter die bis heute bekannten 7.5 cm grossen Playmobilfiguren. 1974 wurden sie vorgestellt und schlugen bei den Kunden sofort ein. Immer mehr Kinder begeisterten sich für das neue Spielzeug. Während die Ölkrise tausende andere Firmen in den Abgrund zog, profitierte die Firma, die richtig „geobra Brandstätter“ heisst, davon.

Seit dem Verkaufsstart im Jahr 1974 wurden über 3,5 Milliarden der beliebten Mini-Spielkameraden produziert. Mit rund 40 Spielthemen verzaubern die lächelnden Plastikfigürchen Kinderaugen in rund 100 Ländern weltweit.

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