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Der Telebasel News Beitrag vom 8. Januar 2021.
Basel

Wirbel um den «Vogel Gryff»

Nach 70 Jahren soll Schluss sein mit dem «Vogel Gryff», der traditionsreichen Kleinbasler Zeitung. Dagegen regt sich nun aber Widerstand.

Die traditionelle Kleinbasler Zeitung «Vogel Gryff» stellt ihr eigenständiges Erscheinen ein. Sie wird in das Monatsmagazin «Basel aktuell» integriert, das als Stadtausgabe der bestehenden Publikation «Regio aktuell» neu lanciert wird. So wurde vor ein paar Tagen über das «Aus» der Zeitung «Vogel Gryff» berichtet.

Dagegen wehrt sich nun aber die IG Kleinbasel. Denn der «Vogel Gryff» war nicht nur das Mitteilungs-Organ der Interessen-Gemeinschaft, man unterstützte das Projekt auch finanziell. Das in Form von Anteilen an der Genossenschaft Neue Kleinbasler Medien (GNKM). Diese hat die Zeitung produziert und herausgegeben.

IGK wurde überrascht

Entsprechend war man Seitens der IGK erstaunt, als es hiess, die Genossenschaft Neue Kleinbasler Medien habe entschieden, den «Vogel Gryff» aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr in der bekannten Zeitungsform weiterzuführen. Der Titel, so erklärte GNKM-Vorstands-Mitglied Christian Kern auch gegenüber Telebasel, solle zur Birs Forum Medien GmbH gehen.

Das Baselbieter Verlagshaus Birs Forum Medien GmbH mit Sitz in Arlesheim übernehme von der Genossenschaft die Verlagsrechte am «Vogel Gryff» und werde ab März 2021 als Herausgeberin von «Basel aktuell» in Erscheinung treten.

Das Pikante daran: Die meisten Genossenschafter wussten zu diesem Zeitpunkt nichts über den Verkauf der Verlagsrechte. Auch die IGK wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Mit grossem Bedauern nehme man zur Kenntnis, dass der «Vogel Gryff», der auch als offizielles Organ diente, verschwinden soll, so die erste Reaktion der IG. Man werde sich nun Gedanken machen müssen, ob die geplante Integration eine annehmbare Lösung sei, sagte deren Präsident André Auderset gegenüber Telebasel.

«Vogel Gryff» soll weiterleben

Inzwischen hat der Vorstand der IGK eine Sondersitzung abgehalten. Dort wurde beschlossen, dass man auf den «Vogel Gryff» nicht einfach verzichten will. In einer Medienmitteilung heisst es:

«In einer ersten Phase soll das Gespräch mit den Käufern der Verlagsrechte des «Vogel Gryff» gesucht werden, um zu klären, ob diese Rechte wieder in die Genossenschaft zurückgeführt oder anderweitig übernommen werden können.»

Weiter sollen Personen oder Unternehmen gesucht werden, die ein Interesse daran haben könnten, den «Vogel Gryff» in eigenständiger Form oder als Kooperation weiterzuführen.

Das könnte teuer werden

Klappt das nicht, will die IGK, dass den Genossenschaftern, die dies wünschen, ihr damals getätigtes finanzielles Engagement vollumfänglich zurückerstattet wird. In Anbetracht dessen, dass bei der Gründung der GNKM die IGK und deren Mitglieder 56 Prozent der je 500 Franken teuren Anteilscheine zeichneten, käme da eine stattliche Geldforderung auf den Tisch.

Die GNKM ihrerseits hat verkündet, der letzte «Vogel Gryff» würde im Januar gedruckt. Ob der Vogel danach tatsächlich aus dem Kleinbasel fliegt, scheint nun aber nicht mehr so sicher zu sein.

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