Maine-Coon-Katze im Tram gefunden. Finder melden die Katze nicht bei der Tiermeldezentrale. (Symbolbild: Wikipedia)
Baselland

Büsi-Finder haben Verfahren am Hals

Ein Baselbieter Ehepaar fand im April in einer Tram eine Katze. Jetzt haben die beiden ein Verfahren am Hals – der Maine-Coon-Besitzer alarmierte die Polizei.

Im Frühjahr stiess ein Baselbieter Ehepaar in einer Tram auf ein Büsi. Um deren Besitzer zu finden unternahmen die beiden nichts, nun werden sie strafrechtlich belangt, berichtet 20 Minuten. Das Kantonsgericht hat die Staatsanwaltschaft angewiesen, gegen das Ehepaar zu ermitteln, wie aus einem publizierten Urteil hervorgeht. Die Strafverfolgungsbehörde wollte den Fall zunächst fallen lassen.

Auf dem Nachhauseweg vom 17. April fand die Ehefrau das Büsi unter einem Tram-Sitz, wo es sich versteckte. Als die Frau an der Endstation ausgestiegen ist, sei das Büsi ihr gefolgt. Sie nahm an, dass die Katze möglicherweise entlaufen sei und nahm das Tier deshalb mit nach Hause. Sie habe beabsichtigt, die Katze am darauffolgenden Dienstag, dem 21. April, zu einem Tierarzt zu bringen, um zu prüfen, ob die Katze gechippt sei und so den Halter zu ermitteln. Dazu kam es aber nie.

Mehrere Hinweise auf Ehepaar nach Vermisstenmeldung

An jenem Tag stand der Besitzer der Katze mit der Polizei an der Haustür des Ehepaars. Der Besitzer veröffentlichte nämlich eine Vermisstenmeldung für die Maine-Coon-Rassenkatze auf Facebook, woraufhin mehrere Hinweise über den Aufenthaltsort der Katze, zum Ehepaar führten.

Gegenüber der Polizei sagte der Ehemann, dass er über das Wochenende auf der Webseite der Tiermeldezentrale (STMZ) recherchiert habe und auch bei den örtlichen Grossverteilern nach Vermisstenmeldungen Ausschau gehalten habe, dies aber zu keinem Ergebnis geführt hatte.

Ehepaar unternahm übers Wochenende nichts

Das Gericht hält in seinem Urteil fest, dass die Finder der Katze bei der Tiermeldezentrale eine Fundmeldung hätten machen müssen. Ausserdem sei es «fragwürdig», dass die Beschuldigten zwischen Freitagabend und Dienstagnachmittag keine Zeit aufbringen konnten, um den Aufenthalt des Tieres bei der Polizei zu melden oder einen Tierarzt aufzusuchen. Dies begründe einen hinreichenden Tatverdacht auf ein strafbares Verhalten der Beschuldigten.

Die Staatsanwaltschaft wurde angewiesen, eine Untersuchung wegen Sachentziehung, unrechtmässiger Aneignung, Fundunterschlagung und Nichtanzeigen eines Fundes zu eröffnen.

5 Kommentare

  1. Gut für die Katze, dass sich der Finder dem Tier angenommen hat. Die ehemaligen Besitzer sollten dagegen strafrechtlichlich zur Verantwortung gezogen werden, da sie das Haustier anscheinend verantwortungslos aussetzten.Report

  2. Ich als Tierhalter finde es absolut richtig, dass dieses Paar gerichtlich zur Verantwortung gezogen wird. Die Ausrede mann habe „alles getan“ und keine Zeit für eine kurze Meldung an die Tierfundzentrale via Formular im Internet oder bei Faulheit einfach 117 anrufen, dass die Polizei eine Patrouille mit Fotoapparat und Chip Lesegerät beim Finder vorbei schickt. Diese Zeit hat man immer und in der aktuellen Covid Situation erst recht! Ich als Besitzer hätte auch Anzeige erstattet.Report

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