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Der Telebasel News Beitrag vom 7. Januar 2021.
International

Angriff auf das «Haus der Demokratie»

Die ganze Welt blickte am Mittwochabend nach Washington D.C. Ein Politologe der Uni Basel ordnet die Ereignisse in den USA ein.

Solche Bilder kennt man durchaus: Ein wütender Mob stürmt ein Regierungsgebäude. Doch wir kennen sie nicht aus den USA. Von einer Trump-Rede angestachelt, marschieren die Randalierenden zum Kapitol, wo das Parlament das Präsidentschaftswahlergebnis zertifizieren soll. Sie überwinden Barrikaden und Polizeisperren, dringen ins Gebäude ein. Die Sitzungen müssen unterbrochen werden, Trumps Niederlage wird erst Stunden später besiegelt.

Europa verurteilt die Ereignisse

Politologe Clint Claessen, der zum Thema US-Wahlen unterrichtet, verfolgt die beunruhigenden Ereignisse: «In jüngerer Vergangenheit, gab es so etwas nicht mehr, dass die Konföderiertenflagge im Capitol gehisst wurde oder dass Aufständische in das Capitol eindringen. Im Haus und Herzen der Demokratie. Diese Attacke auf diese uralte Institution ist etwas, dass von allen demokratischen Nationen verurteilt wird, besonders hier in Europa.»

Dementsprechend gross auch der Aufschrei bei uns. Bundespräsident Guy Parmelin twittert, er sei bestürzt über die Ergebnisse und vertraut auf eine Amtsübergabe im Sinne der amerikanischen Verfassung.

Dass es zu einer geordneten Übergabe kommt, versichert Trump über seinen stellvertretenden Stabschef.

Trump weiterhin uneinsichtig

Seine Niederlage gesteht er sich aber nicht ein. Der Politologe der Universität Basel erwartet aber nicht, dass Trump sich ab dem 20. Januar nur noch ums Golfen kümmert: «Er sammelt Spenden, weil er die Wahlresultate anfechten will. Einige Experten denken, das er mit dem Geld sowas wie Trump TV gründen wird, damit seine Basis ihn weiterhin unterstützt und er eine einflussreiche Kraft bleibt», vermutet Clint Claessen.

Seiner Einschätzung nach wird das nicht der letzte Aufstand in den tief gespalteten USA gewesen sein.

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