Alain Berset würde die Massnahmen gerne verlängern. (Archivbild: Keystone)
Schweiz

Wie will der Bundesrat der Virus-Mutation die Stirn bieten?

Heute will der Bundesrat die Coronavirus-Lage in der Schweiz neu beurteilen. Wird der Teil-Lockdown verlängert und kommen schärfere Massnahmen hinzu?

Fitnesscenter, Museen und Beizen bleiben bis zum 22. Januar zu. Und wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, fordert Gesundheitsminister Alain Berset, dass der schweizweite Teil-Lockdown noch bis Ende Februar in die Verlängerung geht. Auch ein härteres Durchgreifen bezüglich der Schutzmassnahmen ist nicht abwegig: Es wäre denkbar, dass der Bundesrat an der heutigen, ersten Medienkonferenz im neuen Jahr, schärfere Massnahmen zur Eindämmung des Virus vorschlagen wird.

Beizen bis Ende Februar geschlossen

Vor allem die Gastronominnen und Gastronomen wird es wohl hart treffen. Wie der «Tages-Anzeiger» schreibt, soll der derzeitige Gastro-Lockdown noch bis Ende Februar verlängert werden. Einen entsprechenden Vorschlag habe Alain Berset in eine verwaltungsinterne Ämterkonsultation geschickt.

In diesem Schreiben komme das Gesundheitsdepartement zum Schluss, dass sich die Coronazahlen in der Schweiz in den vergangenen Wochen nicht massgeblich verbesserten. Und auch der R-Wert, der noch am Weihnachtstag statt bei den erwünschten 0,8 bei 0,9 verharrte, sei nicht auf dem Niveau, das der Bundesrat anstrebte.

Sprich: Die aktuellen Massnahmen greifen nicht wie erwünscht. Eine Lockerung, so heisst es in der dem «Tages-Anzeiger» vorliegenden Quelle, sei bis auf weiteres nicht angedacht.

Blindflug über die Festtage

Ein weiterer Aspekt, dem gegenüber sich das Departement Berset kritisch zeigt, sind die Corona-Daten über die Feiertage und die Entwicklung der Pandemie während dieser Zeit. Zwar sind die Zahlen zum jetzigen Zeitpunkt bereits aussagekräftiger, doch wie viele Menschen sich an Weihnachten und Neujahr infiziert haben, wird sich erst nach einiger Zeit herausstellen.

Auch die Task Force des Bundes geht, so schreibt der «Blick», von einer hohen Dunkelziffer an Fällen aus, die weit über die rund 4’000 täglichen positiven Tests über die Festtage hinausgeht. Deshalb fordert die Task Force den «Einsatz von flächendeckenden, wirkungsvollen Massnahmen», damit noch strengere Massnahmen verhindert werden können.

Verlangt neue Virus-Variante nach einer Verschärfung?

In mittlerweile sieben Kantonen in der Schweiz wurde die neue Virusmutation aus Grossbritannien bereits bestätigt. Am Dienstag warnte das BAG vor einer möglichen neuen Welle über der aktuellen Welle. Es könnte dadurch erneut zu einer Überlastung des Gesundheitswesens kommen. Das mutierte Virus erhöhe den Druck zur Senkung der Fallzahlen, so das BAG.

Gesundheitsminister Berset will die Schweiz deshalb auf eine mögliche Verschlimmerung der Lage vorbereiten. Sein Vorschlag: Ein schärferes Massnahmenpaket, dass der Bundesrat möglicherweise schon heute skizziert. An der übernächsten Sitzung vom 13. Januar könnte das Paket dann, falls nötig, bereits in Kraft treten, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Folgende Vorschläge schlug Bersets Departement den anderen Departementen vor:

  • Schweizweite Schliessung aller Läden, die keine Güter des täglichen Bedarfs anbieten
  • Erneute Schliessung der Schulen
  • Verschärfte Vorgaben fürs Homeoffice (bisher handelt es sich nur um eine Empfehlung)
  • Keine grosszügigeren Ausnahmeregeln mehr für Kantone mit tieferem R-Wert

Ob sich der Vorschlag des Gesundheitsministeriums durchsetzen wird, muss vorerst in Bern diskutiert werden. Ob Berset seine Ideen heute dem Gesamtbundesrat beantragen wird, hängt wohl davon ab, wie die anderen Departemente darauf reagieren.

Der Bundesrat hat für heute Mittwoch, den 6. Januar um 14 Uhr eine Medienkonferenz angekündigt. Telebasel informiert, sobald weitere Informationen verfügbar sind und überträgt die Medienkonferenz live und im Ticker.

2 Kommentare

  1. Homeoffice muss unbedingt zur Pflicht werden!
    Bei uns sitzen alle mit Maske im Büro, zur Mittagszeit essen alle an ihren Arbeitsplätzen, da es nurnoch Takeaway Angebote gibt. Zum Essen trägt logischerweise keiner eine Maske, Abstand wird nicht eingehalten, Gedränge in der Cafeteria, die wegen Covid nurnoch für die Chefs offen ist. Die Mikrowellen werden dennoch von allen benutzt. Personal aus 3 Stockwerken kommen vor diesen zusammen.
    Dazu kommen die ständig vollen Busse zu Stosszeiten, Maskenverweigerer im Bus werden toleriert.

    aber vergessen wir nicht : die Meisten stecken sich Zuhause an. Kopfschütteln.Report

  2. Home Office Pflicht einführen ist wichtig und richtig! Jeder der im Büro arbeitet sollte die Möglichkeit haben von zuhause aus zu arbeiten. Viele Arbeitgeber weigern sich noch immer. Daher muss der Staat durchgreifen.Report

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