Der Dreikönigskuchen hat sich zum beliebtesten Brauchtumsgebäck der Schweiz gemausert. (Bild: Keystone)
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Welche Geschichte steckt hinter dem Dreikönigskuchen?

Am 6. Januar wird Dreikönigskuchen gegessen und es werden viele Königinnen und Könige für einen Tag gekrönt. Welche Geschichte steckt hinter dem Brauch?

Hefe, Butter, Sultaninen und Mandeln: Aus diesen Zutaten werden in der Schweiz jährlich rund 1,5 Millionen Dreikönigskuchen gebacken und verkauft. Er gehört zum 6. Januar wie das Feuerwerk am 1. August. Mittlerweile zählt der Dreikönigskuchen als beliebtestes Brauchtumsgebäck der Schweiz. Die Beliebtheit um den runden Königskranz besteht in der Schweiz aber erst seit rund 70 Jahren.

Einst wurde Bohne im Kuchen versteckt

Der Dreikönigskuchen hat seinen Ursprung im alten Rom im 5. Jahrhundert vor Christus. Zu Ehren des Gottes Saturn wurde nach ausgebrachter Wintersaat jährlich ein Volksfest veranstaltet. Dabei wurde in einem Kuchen eine Bohne versteckt – dem sogenannten Bohnenkuchen. Wer sie fand, wurde als Bohnenkönig gefeiert und durfte für einen Tag regieren. Den Wünschen des Eintags-Königs musste man – zumindest mehr oder weniger – gehorchen. Römische Legionen haben den beliebten Brauch schliesslich nach Mitteleuropa und somit auch in die Schweiz gebracht.

Da am Brauch auch Sklaven teilnehmen konnten, wird er oft als «Fest ohne Standesunterschiede» bezeichnet. Dass Sklaven ebenfalls für einen Tag König werden und Leute herumkommandieren konnten, ist eine zwar schöne Geschichte, doch gemäss einer Untersuchung des Schweizer Historikers Konrad J. Kuhn ist die Quellengrundlage dazu dünn und deshalb mit Vorsicht zu beurteilen.

Schweizer Königskuchen hat Ursprung in Luzern

Der Bohnenkuchen, wie er früher hiess, war in der Schweiz, falls überhaupt, nur in wenigen Kantonen bekannt. Dies änderte sich 1952, als der Schweizerische Bäcker-Confiseurmeister-Verband, gemeinsam mit dem passionierten Brot- und Gebäckforscher Dr. Max Währen, ein neues, vom Bohnenkuchen abstammendes Gebäck vorstellte. Es entstand der heutige Dreikönigskuchen.

Die in Luzern stationierte Bäcker-Fachschule Richemont kreierte damals das noch heute beliebte Rezept, bestehend aus einem süssen Hefeteig. Zuerst verwendete man als Glücksbringer noch Kaffeebohnen, Mandeln oder Münzen. Später wurden dann kleine Könige aus Plastik verwendet, wie wir sie heute noch kennen.

International an Beliebtheit gewonnen

Der Dreikönigskuchen ist längst nicht nur in der Schweiz bekannt. Auch Länder wie Frankreich, Spanien, Portugal, England, Mexiko und Brasilien verzehren am 6. Januar einen Kuchen, in dem sie kleine Gegenstände verstecken. So gibt es gefüllte Kuchen, allerdings auch ungefüllte, die mit Früchten verziert werden.

Auch bei den Figuren gibt es Unterschiede. So wird in Spanien – wie einst im alten Rom – eine Bohne im Kuchen versteckt. In Mexiko werden Figuren aus Porzellan oder Keramik in den Königskuchen gesteckt.

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