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Telebasel News Beitrag vom 6. Januar 2021.
Basel

Härtefall-Unterstützung jetzt auch für Freizeit-Branche

Basel Stadt weitet Härtefallzahlungen auf Freizeiteinrichtungen und die Gastrozulieferer aus. Wer unsicher über die Bezugsberechtigung ist, soll sich melden.

Der Basler Regierungsrat hat den Kreis der Anspruchsberechtigen für die Corona-Härtefallunterstützung ein weiteres Mal ausgeweitet. Zunächst waren die Gelder nur für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus vorgesehen. Später wurden auch die Reise- und Eventbranche einbezogen. Mit der neusten Ausweitung werden nun auch die Zulieferer von Restaurants und Hotels bezugsberechtigt. Zudem können sich auch besonders betroffene Freizeiteinrichtungen um Hilfsgelder bewerben.

«Nichts als recht»

«Das ist natürlich eine ganz tolle Sache», findet Christian Metzger von der Kletterhalle 7. Wie die Gastronomie, habe man auch in einer umsatzstarken Zeit schliessen müssen. «Darum ist es nichts als recht, dass wir nun auch dazu gehören», so Metzger.

13 Prozent des Umsatzes macht die Kletterhalle normalerweise alleine im Januar, das bricht jetzt natürlich weg. Auch das Indigo Fitness kann dieses Jahr nicht von den guten Vorsätzen fürs neue Jahr profitieren. Neukunden gibt es praktisch keine. «Das sind die Monate, in denen wir die meisten Verträge schreiben und ja, klar, das tut weh und wird fehlen», sagt Geschäftsführer Gian Godenzi.

Auch wenn sich viele Indigo-Kunden solidarisch zeigen, das Abo verlängern und auf eine Sistierung verzichten, der Zustupf sei nötig. Fraglich nur, wann das Geld kommt und warum es so lange gedauert hat.

Bund sei schuld an später Zusage

Laut Regierungsrat Christoph Brutschin liege es am Bund, dass die Betriebe aus der Zuliefer- und Freizeitbranche erst jetzt auf Härtefallgelder zählen können. Dieser habe nur schrittweise Gelder freigegeben. Und weil die Kantone jeweils auch einen Drittel dazu beitragen müssen, seien auch die Gelder aus dem Kanton jeweils nur schrittweise dazu gekommen. «Deshalb war dies jetzt nicht vorher möglich», erklärt Brutschin.

Nun aber dürfen sich auch diese Branchen für den grossen Corona-Härtefalltopf bewerben. In diesem liegen derzeit über 74 Millionen Franken. Der grösste Teil davon ist für Betriebe aus der Gastronomie, Hotellerie und Tourismusbranche vorgesehen.

Zusammensetzung des Corona-Härtefalltopfes im Stadtkanton. 25.45 Millionen hat die Kantonsregierung gesprochen, der Bund legt nochmals das Doppelte obendrauf. (Grafik: Telebasel)

Bisher erst relativ wenige Gesuche

Seit Anfang Dezember werden erste Beiträge an besonders in Mittleidenschaft gezogene Betriebe ausgezahlt. Der Ansturm auf die Gelder halte sich gegenwärtig allerdings noch in Grenzen. Laut Christoph Brutschin seien bis gestern Dienstag insgesamt 255 Anträge eingegeben worden. Davon seien 70 bereits bewilligt. Dies entspricht einer Auszahlung von rund 2 Millionen Franken.

Übersicht über die behandelten Härtefallgesuche, Stand 5.1.2021 (Grafik: Telebasel)

Anbetracht der total über 74 Millionen im Topf doch erst ein bescheidener Beitrag. Brutschin verweist darauf, dass daneben weiterhin auch andere Unterstützungsbeiträge wie die Kurzarbeitsentschädigung und Erwerbsersatzordnungstaggelder gesprochen werden.

Brutschin weisst zudem darauf hin, dass die Bundesbeiträge durch das Parlament in Bern erst in der Wintersession genehmigt wurden. Und Basel-Stadt sei schweizweit ganz vorne mit dabei was den Zeitpunkt der Auszahlungen angeht. Dies weil mit dem Krisenfonds bereits eine Gesetzesgrundlage geschaffen wurde. In anderen Kantonen müsse diese Grundlage erst geschaffen werden. Daher könne es dort März oder sogar April werden, bis erste Gelder fliessen.

Wer unsicher sei, soll sich melden

Unternehmer, welche durch die Corona-Pandemie in eine finanzielle Schieflage geraten sind, sich aber nicht sicher sind, ob sie von den Geldern profitieren können, sollen sich unbedingt beim Wirtschaftsdepartement melden. Zusammen könne man dann schauen, ob die Grundlagen für eine Unterstützung gegeben sind, so Brutschin am Mittwoch.

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