Der Komet Neowise sorgte weltweit für Aufsehen. (Bild: Keystone)
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So spektakulär war das astronomische Jahr 2020

Komet Neowise, «Weihnachtsstern» und Co.: 2020 war für (Hobby-)Astronomen ein spektakuläres Jahr. Hier finden Sie eine Liste der Highlights des Jahres.

Seltenes Spektakel – Jupiter und Saturn treffen sich

Ein regelrechtes Spektakel war im Dezember zu bestaunen: Zum astronomischen Winterbeginn «küssten» sich am 21. Dezember 2020, Jupiter und Saturn am Himmel. Die beiden Planeten kamen sich so nahe wie seit dem Mittelalter nicht mehr. Als diese Grosse Konjunktion das letzte Mal zu bestaunen war – 4. März 1226 –, lebte Galileo Galilei noch. Die nächste ähnlich nahe Grosse Konjunktion wird erst wieder am 15. März 2080 zu sehen sein.

Jupiter und Saturn kamen sich so nahe, dass es mit blossem Auge aussah, als würden sie zu einem einzigen Stern, dem «Weihnachtsstern», verschmelzen. Die beiden Planeten trennten dann nur noch sechs Bogenminuten – was einem Fünftel des Vollmond-Durchmessers entspricht

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Zum astronomischen Winterbeginn küssten sich am 21. Dezember 2020 Jupiter und Saturn am Himmel. (Bild: Keystone)

So schön strahlte Komet Neowise

Seit Anfang Juli war der Komet C/2020 F3 – besser bekannt als Neowise – in Mitteleuropa am Nachthimmel mit blossem Auge zu sehen. Zuerst am Morgenhimmel im Nordosten und ab dem 10. Juli auch am Abendhimmel im Nordwesten. Entdeckt wurde der Komet am 27. März 2020 im Rahmen des Projekts Neowise durch das Weltraumteleskop WISE.

Das nächste Mal wird Neowise erst wieder in etwa 5000 Jahren sichtbar sein. Überall auf der Welt wurde der Komet bewundert und fotografiert.

Der Telebasel News Beitrag vom 22. Juli 2020 zum Kometen Neowise:

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Forschende schaffen bisher grösste 3D-Karte des Universums

Ein Konsortium an Forschenden hat mithilfe eines Teleskops mehrere Millionen Galaxien und Quasare analysiert. Das Resultat: die grösste 3D-Karte des Universums. Die fertiggestellte Karte zeigt Filamente von Materie und Hohlräumen, welche die Struktur des Universums von seinen Anfängen an, das heisst im Alter von nur 380’000 Jahren, genauer definieren.

Von diesem Punkt aus massen die Forschenden die wiederkehrenden Muster in der Verteilung der Galaxien und identifizierten mehrere kosmologische Schlüsselparameter, darunter die Dichte dunkler Materie und der Energie im Universum. Dafür untersuchten die beteiligten Teams die Verteilung der Masse im Universum anhand verschiedener Tracer. Im Projekt forschte das Team bis zu elf Milliarden Jahre zurück in die Vergangenheit.

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Im Projekt forschte das Team bis zu elf Milliarden Jahre zurück in die Vergangenheit. (Symbolbild: Keystone)

So detailliert hat die Milchstrasse noch niemand gesehen

Astronomen in aller Welt bekommen eine neue, detailreiche Sternenkarte für die Milchstrasse. Pro Tag werden dafür bis zu 850 Millionen Objekte beobachtet. Der sogenannte Sternenkatalog enthalte unter anderem Informationen über lichtschwächere Sterne in der Umgebung der Sonne und Gebiete in den Aussenbereichen unserer Galaxie, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mitteilte.

Das grosse Plus ist den Angaben zufolge aber die neue Qualität der Daten im Vergleich zu vorangegangenen Veröffentlichungen. Im gesamten Sternenkatalog sind bislang 1,8 Milliarden Himmelskörper verzeichnet.

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Im gesamten Katalog sind bislang 1,8 Milliarden Himmelskörper verzeichnet. (Symbolbild: Keystone)

Perseiden funkeln am Himmel

Der Meteorstrom der Perseiden fasziniert jährlich Astronomie-Fans von Gross bis Klein. In der Nacht vom 12. auf den 13. August 2020 wurde der Höhepunkt des Meteorstorms erwartet. Die Perseiden bringen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Auch in der Region Basel war das Spektakel zu sehen.

Die Perseiden sind jedes Jahr von Mitte Juni bis Mitte August zu beobachten. Während dieser Zeit kreuzt die Erde nämlich die vom Komet 109P/Swift-Tuttle hinterlassene Staubspur.

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Die Perseiden sind jedes Jahr von Mitte Juni bis Mitte August zu beobachten. (Bild: Keystone)

Leoniden strahlen am Nachthimmel

Einer der schönsten Meteorströme des Jahres war im November aktiv – die Leoniden. Das Sternschnuppen-Highlight war vom 6. bis zum 30. November am Nachthimmel zu bestaunen. Ihren Ursprung haben die Leoniden im Kometen 55P/Temple-Tuttle, welcher alle 33 Jahre um die Sonne kreist und unzählige Bruchstücke, sogenannte «Meteoriden», hinterlässt.

Die Leoniden sind besonders schnell. Sie erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde – was 252’000 Kilometern pro Stunde entspricht.

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Die Leoniden sind besonders schnell: Sie erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Sekunde. (Bild: Keystone)

Mars: So nah wie selten

Der Mars war der Erde im Oktober besonders nah. Am 14. Oktober 2020 stand die Erde genau zwischen der Sonne und dem Roten Planeten. «Infolgedessen geht der Mars auf, wenn die Sonne untergeht, und geht unter, wenn die Sonne aufgeht». In dieser Konstellation wirke der Planet viel heller und grösser als sonst.

Wegen der nicht ganz kreisrunden Umlaufbahnen seien sich Erde und Mars allerdings genaugenommen am 6. Oktober mit «nur» 62 Millionen Kilometern am nächsten gewesen. Dies entspricht noch immer mehr als 160 Mal der Distanz von der Erde zum Mond. Näher wird der Mars der Erde bis zum Jahr 2035 nicht wieder sein.

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Der Mars war der Erde im Oktober besonders nah. (Bild: Keystone))

Nasa-Rover Perseverance auf dem Weg zum Mars

Perseverance («Durchhaltevermögen») startete am 30. Juli 2020 zu seiner Reise zum Roten Planeten. Der mehr als eine Tonne schwere unbemannte Roboter von der Grösse eines Kleinwagens soll am 18. Februar 2021 in einem ausgetrockneten See, dem Jezero Crater, auf dem Mars landen. Der rund 2,5 Milliarden Dollar teure Rover soll nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens suchen, sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen und Proben von Steinen und Staub nehmen.

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Perseverance startete am 30. Juli 2020 zu seiner Reise zum Roten Planeten. (Bild: Keystone/EPA/JOEL KOWSKY/NASA)

China feiert Rückkehr von Chang’e 5

China hat am 17. Dezember die Rückkehr seiner Sonde Chang’e 5 mit Gesteinsproben vom Mond als historischen Erfolg für sein Raumfahrtprogramm gefeiert. Die in der Inneren Mongolei gelandete Raumkapsel soll in Peking geöffnet werden. Dann beginnen Wissenschaftler mit der Untersuchung des gesammelten Mondgesteins.

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Am 17. Dezember landete die Kapsel in der Mongolei. (Bild: Keystone/EPA/REN JUNCHUAN/XINHUA)

Vier Astronauten an ISS angekommen

Nach mehr als 27 Stunden: Vier Astronauten sind mit dem Raumtransporter Crew Dragon des privaten Unternehmens SpaceX im November 2020 an der Raumstation ISS angekommen. Das Raumschiff war ein halbes Jahr nach seinem historischen Jungfernflug vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus zum ersten Mal für eine reguläre Mission ins Weltall gestartet.

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Vier Astronauten sind mit dem Raumtransporter Crew Dragon im November 2020 an der Raumstation ISS angekommen. (Bild: Keystone)

Mehrfamilienhaus im Anflug

Der Asteroid 2011 ES4 von der Grösse eines Mehrfamilienhauses raste am 1. September 2020 an der Erde vorbei. «Er wird voraussichtlich rund 120’000 Kilometer entfernt an der Erde vorbeifliegen», erklärte Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zuvor gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. «Fest steht, dass er uns nahe kommt», sagte der Experte. «Aber ungefährlich nahe.»

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