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Der Telebasel News Beitrag vom 24. Dezember 2020.
Region

Heiligabend-Gottesdienst mit Vorsänger und Online-Reservation

Singverbot, Video-Predigten und Platzbeschränkung: Weihnachtsgottesdienste finden unter speziellen Bedingungen. Not macht bei den Kirchen erfinderisch.

«Stille Nacht» aus voller Kehle ist diesmal nicht möglich. Das Singverbot gilt auch für den Weihnachtsgottesdienst. Stattdessen stimmt etwa in der Peterskirche ein Vorsänger die Lieder an. Mithören, Mitlesen oder allenfalls Mitsummen unter der Maske ist dieses Jahr angesagt. «Es gibt Leute, die sagen, sie hätten dadurch die Lieder wie neu kennengelernt, weil wir die Texte lesen statt singen zur Melodie», sagt Pfarrer Benedict Schubert.

Dass heimelige Weihnachtstraditionen wegen der Coronapandemie wegfallen, sei für viele schmerzlich. Schubert erinnert sich an ein Paar, das kürzlich seinen Adventsgottesdienst besuchte. «Sie haben geweint und gesagt, das Singen fehle ihnen so sehr».

Spaziergang mit Miniatur-Gottesdienst

Ob mit Vorsänger, Instrumentalstücken oder stillen Gottesdiensten: Jede Kirchgemeinde sucht nach Alternativen für das gemeinsame Singen. Für alle gilt aber eine Begrenzung von 50 Personen während der Festtage. Platzbeschränkungen machen Online-Reservationen erforderlich. Das ist ungewöhnliche Situation für die Kirche, die gerade an Weihnachten die Türen für alle offen haben möchte. Hinzu kommt, dass an Heiligabend nicht nur die Stammgäste, sondern viele andere Menschen ein Gotteshaus aufsuchen, um die Tradition zu pflegen. Daher finden in der Peterskirche ausnahmsweise an Heiligabend zwei Spätgottesdienste statt.

Zudem gibt es eine Online-Predigt. Auch sonst macht Not bei der Reformierten Kirche erfinderisch. So lädt sie etwa «Wiehnacht uff dr Gass» ein, also zu einem Spaziergang anstelle eines ausgedehnten Verweilens auf der Kirchenbank. An mehreren Stationen gibt’s etwas Kleines, etwa ein Orgelstück und ein kurzer Kommentar des Pfarrers.

Hoffentlich keine Abweisung wie vor 2’000 Jahren

Auch die katholischen Kirchgemeinden bereiten sich auf Weihnachten unter einem speziellen Stern vor. «Die meisten Pfarreien haben ihre Mitglieder aufmerksam gemacht, dass sie sich rechtzeitig anmelden müssen, damit nicht das Gleiche passiert wie vor 2’020 Jahren, dass man an Heiligabend abgewiesen wird», sagt Dominik Prétôt, Leiter der Stabstelle Kommunikation der Römisch-Katholischen Kirche Baselland. Ziel sei, dass alle irgendwie einen Platz finden.

Etwa indem man auf viele Kurzpredigten statt ausgedehnte Messen setzt. «Es besteht die Möglichkeit von fünfzehn kurzen Andachten an zwei mit nie mehr als 50 Leuten aufs einmal», erklärt Prétôt. Wie die reformierten Kollegen bieten auch die Katholiken aufgezeichnete Video-Gottesdienste. Für Menschen, die nicht so online-affin sind, bestehe auch die Möglichkeit, sich via Telefon in den Gottesdienst einzuschalten. Hinzu kämen weitere ausgefallene Ideen. Prétôt nennt etwa eine Art Flashmob mit «Stille Nacht» auf den Balkonen.

Mehr Infos zur «Wiehnacht uff dr Gass» der Evangelisch-Reformierten Landeskirche finden Sie hier. Genauere Angaben zu den einzelnen Stationen wie auch generell zum Weihnachtsprogramm sind auf der Agenda der einzelnen Kirchgemeinden aufgeführt. Die Aktivitäten der katholischen Kirche im Baselbiet sind bei den jeweiligen Kirchgemeinden aufgelistet. Alle Weihnachtsgottesdienste der Römisch-Katholischen Kirche Basel-Stadt sind hier zusammengetragen. Angaben zur Christkatholischen Kirche finden sich in deren Agenda.

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