Die psychische Belastung in der Bevölkerung stieg mit der zweiten Corona-Welle stark. (Bild: Keystone)
Basel

Zweite Welle führt zu stärkerer psychischer Belastung

Die zweite Welle der Corona-Pandemie belastet Schweizerinnen und Schweizer psychisch ungleich stärker als die erste Welle.

So berichteten im November in einer anonymen Online-Umfrage der Universität Basel doppelt so viele Menschen von schweren depressiven Symptomen als noch im April.

Die zweite im Rahmen der Swiss Corona Stress Study durchgeführte Befragung von 11’612 Personen aus der ganzen Schweiz ergab, dass der Anteil Personen mit schweren depressiven Symptomen seit dem Frühjahr von neun auf 18 Prozent angestiegen ist, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte. Vor der Pandemie waren es drei Prozent.

Besonders betroffen sind demnach junge Menschen: Beinahe jeder Dritte der 14- bis 24-Jährigen berichtete von schweren depressiven Symptomen. Bei den über 65-Jährigen waren es sechs Prozent. Ebenfalls litten 28 Prozent der Menschen an schweren depressiven Symptomen , die durch die Pandemie finanzielle Einbussen erfahren mussten. Bei den anderen Teilnehmenden waren es halb so viele.

Personen aus der Romandie sind der Umfrage zufolge mit 22 Prozent stärker betroffen als die italienischsprachigen Schweizer (16 Prozent) und die Deutschschweizer (17 Prozent).

Veränderungen, Konflikte und Zukunftsängste

Als Hauptgründe des psychischen Stress gaben die Befragten eine Covid-19-bedingte veränderte Situation bei der Arbeit, an der Schule oder in der Ausbildung an. Auch die Angst um finanzielle Einbussen, mehr Konflikte zu Hause und Zukunftsängste wurden genannt. Im Vergleich zum Frühjahr empfanden die Teilnehmenden diese Faktoren als belastender.

Wie bereits im März berichteten die Befragten über die Angst, dass jemand aus dem engsten Umfeld an Covid-19 schwer erkranken oder sterben könnte sowie die Belastung durch die sozialen Einschränkungen.

Der Studie zufolge kann körperliche Aktivität dem Stress entgegenwirken: Aktive Menschen wiesen im Schnitt weniger psychische Belastungen auf.

Zwar seien die Ergebnisse der Studie nicht repräsentativ, hält die Uni fest. Weil die Befragten aber ein breites Spektrum der Schweizer Bevölkerung abbildeten, seien die Resultate «statistisch hoch signifikant».

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