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Sehen Sie hier die Medienkonferenz der Bundesbehörden noch einmal im Rückblick. (Video: Youtube, Der schweizerische Bundesrat)
Schweiz

Taskforce-Ackermann: «Die Massnahmen reichen nicht aus»

Seit Samstag sind neue Corona-Massnahmen in Kraft. Die Taskforce des Bundes fordert mehr: Sie empfiehlt einen Lockdown.

Die Tendenz der Corona-Fallzahlen zeigt schweizweit nur in eine Richtung: nach oben. Dies sagte Patrick Mathys vom BAG am Dienstag in Bern vor den Medien. Es brauche jetzt dringend Massnahmen, die zu einem raschen Rückgang der Ansteckungszahlen führten.

«Ich hätte heute gerne Optimismus versprüht vor den Feiertagen, aber einmal mehr muss ich den Mahnfinger erheben», sagte Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit im Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es gebe deutliche Hinweise, dass die von Bund und Kantonen gesetzten Ziele nicht erreicht würden.

«Wie müssen ernsthaft damit rechnen, dass die Fallzahlen in nächster Zeit wieder deutlich zunehmen werden.» Schweizweit liege die Reproduktionszahl bei 1,13. «Das heisst eine Verdoppelung der Fallzahlen in unter einem Monat.» Mehr dazu lesen Sie hier. 

Ackermann: «Es braucht umfassende schweizweite Massnahmen»

Zur Bekämpfung der Pandemie braucht es nach Ansicht von Martin Ackermann, Präsident der wissenschaftlichen Task Force des Bundes, umfassende schweizweite Massnahmen. «Die Massnahmen reichen nicht aus.» Die Task-Force will Massnahmen analog zum Genfer Lockdown. Das rät die Task-Force dem Bundesrat.

«Das Virus kennt keine Kantonsgrenzen», sagte Ackermann am Dienstag am Point de Presse in Bern. Es sei der Moment um sich solidarisch zu zeigen. Nur wenn der R-Wert unter 0,8 sinke und gehalten werden könne sei eine Besserung in Sicht. Der R-Wert zeige jedoch im Moment nur nach oben.

Die Lage in den Schweizer Spitäler sei bereits sehr ernst. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei es sinnvoll, sofort Massnahmen zu ergreifen, um die Fallzahlen zu senken. Alles zum Thema lesen Sie hier.

Stettbacher: «Zehn Kantone ohne freie zertifizierte Intensivbetten»

Zehn Kantone haben derzeit keine freien zertifizierten Intensivbetten. Das sagte Andreas Stettbacher, Delegierter des Bundesrates für den Koordinierten Sanitätsdienst (KSD), am Dienstag vor den Bundeshausmedien in Bern.

Es sind dies nach Angaben von Stettbacher die Kantone Zug, Freiburg, Solothurn, Genf , Glarus, Graubünden, Thurgau, Tessin, Waadt und Wallis.

Schweizweit stehen derzeit fast 24’000 Akut- und Intensivbetten zur Verfügung. Von den Akutbetten sind derzeit 16’677 belegt. Auf den Akutstationen liegt der Anteil von Covid-Patienten derzeit 14 Prozent der Patienten mit Covid. Die Reserve bei den Akutstationen beträgt aktuell 25 Prozent. Alles dazu hier.

Mobile Impftruppen für bewegungs-eingeschränkte Personen geplant

Die Kantone arbeiten «mit Hochdruck» daran, in ihren Regionen Impfzentren einzurichten. Geplant sind auch mobile Impftruppen für jene Personen, die das Haus nicht verlassen können.

«Das Ziel ist klar», sagte Rudolf Hauri, Zuger Kantonsarzt und Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und -ärzte, am Dienstag vor den Medien. «Die Impfungen sollen ab Januar respektive bei Eintreffen in den Kantonen beginnen können.» Die Kantone seien daran, die Infrastruktur und die Feinverteilung zu planen und aufzubauen. Geplant ist, dass die geimpften Personen über ein elektronisches System erfasst und für eine zweite Impfung eingeladen werde. Mehr dazu finden Sie hier.

Seco hat verschiedene Szenarien für Wirtschaftserholung

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat sowohl Negativ- wie Positivszenarien erstellt zur möglichen Erholung der in der Corona-Krise arg gebeutelten Wirtschaft. Demnach könnte die Erholung ab Frühjahr 2021 einsetzen oder aber erst Ende 2022 erreicht sein.

«Vor der Pandemie gab es in der Schweiz ein moderates Wachstum, dann einen drastischen historischen Einbruch im ersten Quartal», sagte Eric Scheidegger, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik im Seco, am Dienstag in Bern vor den Medien. Dann habe es eine Erholung im dritten Quartal gegeben. Alles zur BIP-Prognose aus Bundesbern lesen Sie hier.

Weihnachten reduziert feiern

Normale Weihnachten unter den aktuellen Bedingungen sei kaum möglich, so Mathys.

Nur das Feiern im kleinsten Kreis sei zu empfehlen. Es gelte möglichst Kontakte zu vermeiden und vor allem zu respektieren, wenn Personen nicht feiern möchten, weil sie sich nicht dem Risiko einer Ansteckung aussetzen möchten.

1 Kommentar

  1. Sicher ist das zu spät. Unverständlich dass man in der Schweiz so zögerlich vorgeht. Sieht man auch bei der Angelegenheit Impfung. Aber eben bei uns geht alles um den Stutz. Das der Virus auch unheimlich viel Geld verbraucht übersieht man stillschweigend.Report

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