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Immer wieder gibt es Reibungen bei der guten Nachbarschaft: Die Gesundheitsdirektoren Thomas Weber (l., BL) und Lukas Engelberger (BS). Bild: Keystone
Basel

Corona-Hotspot Baselbiet: Was tun Sie jetzt, Herr Weber?

Mit seinem Besuch in Muttenz hat Bundesrat Alain Berset Druck auf die Baselbieter Regierung gemacht. Am Dienstag, 8. Dezember, will sie Massnahmen bekanntgeben.

«Sie haben sich als gewählte Baselbieter Regierung so lange zurückgelehnt, dass Gesundheitsminister Berset in nationalen Zeitungen mit weiteren Massnahmen drohen muss. Für uns Einwohnerinnen und Einwohner dieses Kantons ist das unerträglich. Wir fordern Sie zum Handeln auf – es wäre peinlich, wenn für Sie gehandelt werden müsste.» Diesen flammenden Appell richtete am Montag, 7. Dezember 2020, die kantonale SP-Spitze an die Baselbieter Regierung. Tatsächlich steigen die Corona-Zahlen im Landkanton an – und das stärker als in anderen Kantonen.

Seit anfangs November sind im Baselbiet 40 Menschen an Corona gestorben. Täglich registrieren die Behörden rund 80 Neuansteckungen. Am Montag wurden im Baselbiet gemäss der Fallstatistik auf der Webseite des Kantons 132 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Zudem wurden sechs weitere Todesopfer verzeichnet, was insgesamt 88 Todesfälle in Zusammenhang mit Covid-19 ergibt.

Ein Motivations-Video und die Hülftenschanz

Noch Ende November hat sich die Baselbieter Regierung selber für den Umgang mit der Krise gelobt und ein Motivations-Video publiziert. Heute wird das Baselbiet in manchen Medien mit «Problem-Kanton» angeschrieben, der von «Bern gerüffelt» werde. Als die Basler Regierung am 20. November einseitig scharfe Massnahmen wie die temporäre Schliessung von Restaurants oder Freizeitzentren verkündete, war die «Hülftenschanz» in aller Munde: Das Baselbiet mochte nicht mitziehen, mindestens ein Tennis-Club verlegte seine Trainings kurzerhand auf das Land und die Baselbieter Beizen durften sich vermehrt auf BS-Nummernschilder auf dem Parkplatz freuen.

Kritik am Stadtkanton

Später kritisierte Gesundheitsdirektor Thomas Weber den Stadtkanton: Im Baselbiet halte man Schnellschüsse nicht für zielführend. Und hätte die Basler Regierung mehr Zeit zu Verhandlungen gelassen, wäre wohl ein Kompromiss bei den Beizen-Schliessungen möglich gewesen. Wie auch immer: Zwei Massnahmen-Systeme in der eng verbundenen Region können kaum sinnvoll sein.

Am Dienstagnachmittag will die Baselbieter Regierung die Öffentlichkeit über allfällige Massnahmen informieren.

2 Kommentare

  1. Leider kann Herr Weber nicht über seinen
    Parteischatten springen. Das heisst, das er
    nicht für das Volk politisiert, sonder für seine Partei. Was damit geschieht, sieht
    man bei allen eidg. Wahlen der letzten Jahre.
    Leider ist er auch in seinem jetzigen Amt
    überfordert und nicht mehr tragbar.
    Gleichzeitig geht die SPV immer mehr
    „dr‘ Bach ab“Report

  2. Es wäre nicht nur peinlich Herr Weber, nach solch sinnlos verstrichener Zeit finde ich es verantwortungslos und vor allem erschreckend, was Sie sich auf Kosten unserer Gesundheit (inkl. ihren Folgeschäden) erlauben und wie Sie mit uns verantwortungs- und pflichtbewussten Steuerzahlern umgehen. Vor Jahren ging unser Jahrgang Herr Weber noch wegen AJZ und Kaiseraugst auf die Strasse, heute……… mir fehlen die Worte.Report

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