Der viele Neuschnee macht dem Bahnverkehr zu schaffen. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Schneefälle sorgen für Probleme auf Strasse und Schiene

Auch am Sonntag machen Schneefälle dem Bahn- und dem Strassenverkehr zu schaffen. Zahlreiche Streckenabschnitte sind wegen der Wetterbedingungen geschlossen.

Wie SRF Meteo auf Twitter schrieb, fielen in San Bernardino GR auf 1640 Meter über Meer seit Freitag 112 Zentimeter Schnee. In Bosco/Gurin TI auf 1486 Meter über Meer waren 98 Zentimeter und in Andermatt UR auf 1438 Meter über Meer 93 Zentimeter.

Die grossen Schneemengen machten unter anderem der Matterhorn Gotthard Bahn zu schaffen, diese meldete am Sonntagmorgen auf Twitter einen vorübergehenden Streckenunterbruch zwischen Andermatt und Sedrun. Um 10 Uhr war die Störung behoben.

Die Rhätische Bahn (RhB) meldete am Sonntag mehrere Streckenunterbrüche. Die Strecke zwischen S-chanf und Scuol-Tarasp ist demnach wegen Schneerutschgefahr unterbrochen. Die Züge Pontresina – Scuol-Tarasp verkehren nur bis S-chanf. Die Züge Landquart – Scuol-Tarasp verkehren nur bis Lavin. Die Züge zwischen Landquart und St. Moritz fallen aus.

Reisenden von und nach Zürich/St. Gallen sowie von und nach Scuol-Tarasp wird empfohlen, via die Strecke Chur – Albula – Samedan zu reisen. Zwischen Samedan und Scuol-Tarasp wird ein Bahnersatzbus-Betrieb mit Halt in Zernez eingerichtet, wie die RHB weiter mitteilte.

Auch auf der Bahnlinie zwischen Göschenen und Erstfeld ist der Bahnverkehr zwischen Erstfeld und Bellinzona beeinträchtigt. Der starke Schneefall führe zu Verspätungen, teilte der SBB-Verkehrsdienst mit.

Zahlreiche Unfälle

Wegen der Lawinengefahr schlossen die RhB bereits am Samstagabend die Berninalinie zwischen Pontresina und Poschiavo. Da auch die Strasse gesperrt wurde, können keine Bahnersatzbusse eingesetzt werden.

Ferner ist laut Alertswiss die Furkastrasse zwischen Hospental und Realp gesperrt, da im betroffenen Gebiet mit einem Niedergang von Lawinen gerechnet werden müsse. In der Folge wurde auch der Autoverlad Furka zwischen Oberwald VS und Realp UR eingestellt. Wegen Lawinengefahr musste zudem die Sustenstrasse zwischen Wassen UR und Färnigen UR gesperrt werden, wie der Kanton Uri bekanntgab.

Auch auf verschiedenen Strassen kam es vielerorts wegen winterlicher Verhältnisse zu Problemen. So unter anderem am Gotthard und im Kanton St. Gallen. Dort kam es zwischen Samstag und Sonntag zu mehr als einem Dutzend Selbstunfällen mit Sachschaden.

Lawinengefahr

Der viele Neuschnee hatte in den Tessiner Bergen und in Südbünden eine grosse Lawinengefahr zur Folge. An steilen Schattenhängen oberhalb von rund 2400 Meter sind einzelne grosse Lawinen möglich.

Für Sonntag prognostiziert das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) die zweithöchste Gefahrenstufe 4 für das nördliche Tessin, das Calancatal und das Misox, vom Bergell bis zum Berninapass sowie im Puschlav und in weiten Teilen des Engadins.

Sonst herrsche verbreitet eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3) oder mässige Lawinengefahr (Stufe 2). Der viele Neuschnee und die umfangreichen Triebschneeansammlungen bildeten die Hauptgefahr in den Gebieten mit Gefahrenstufe 4.

Laut dem SLF sind viele mittlere bis grosse spontane Lawinen zu erwarten. An steilen Schattenhängen sind oberhalb von rund 2400 Metern einzelne sehr grosse Lawinen zu erwarten. Exponierte Verkehrswege sind gefährdet. Einzelne Wintersportler könnten laut dem SLF leicht Lawinen auslösen. Für Skitouren, Freeriden und Schneeschuhwanderungen abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse kritisch.

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