(Bild: Keystone)
Schweiz

Bundesrat Berset droht Massnahmen für einzelne Kantone an

Der Bundesrat warte nicht, bis sich die Lage weiter verschlechtere. Er erwartet jetzt Massnahmen von den Kantonen, sonst würde er selbst tätig werden.

Der Bundesrat habe auch die Möglichkeit, für einzelne Kantone Massnahmen zu ergreifen, falls diese nicht von sich aus handelten, sagte Berset am Freitag.

In keinem der Kantone dürfe es einen R-Wert über 1 geben, erklärte Berset. «Sonst sind wir wieder in einem exponentiellen Wachstum.» In immer mehr Kantonen in der Deutschschweiz gebe es jedoch Werte nahe 1 oder über 1. Explizit nannte Berset die Kantone Thurgau und St. Gallen.

«Nun ist nicht die Zeit zu zögern.» Am Dienstag, 9. Dezember werde der Bundesrat eine Bilanz ziehen und am 11. Dezember neue Massnahmen für die ganze Schweiz oder für einzelne Kantone treffen, sagte Berset. Dies habe man den Kantonen klar kommuniziert.

Die besondere Lage bedeute keine Gleichgütligkeit des Bundesrates in Bezug auf die Kantone. Einige Kantone hätten zu spät gehandelt. Es gehe nun darum zu verhindern, dass sich an Weihnachten oder Neujahr die Lage stark verschlechtere.

«Entscheid auch in Kenntnis der Parlamentsentscheide»

Der Druck von bürgerlicher Seite hat offenbar gewirkt: Der Bundesrat habe die neuen Corona-Massnahmen «in Kenntnis der Kommissions- und Parlamentsentscheide» gefällt, sagte Gesundheitsminister Alain Berset vor den Medien in Bern.

«Wir haben einige Punkte übernommen», sagte Berset. So gebe es keine generelle Einschränkung der Skigebiete. Auch auf eine verbindliche Beschränkung auf zwei Haushalte bei privaten Treffen habe der Bundesrat verzichtet.

Berset wies darauf hin, dass der Bundesrat im Gegensatz zu anderen Kreisen einen Wissensvorsprung habe. «Wir schätzen die epidemiologische Lage täglich ein.» Vor einer Woche habe sich die Situation noch ganz anders dargestellt.

«Wir müssen eine dritte Welle und einen Lockdown Ende Januar verhindern», sagte Berset weiter. Die nächsten Wochen seien «ziemlich entscheidend».

Die nächsten 20 Tage laut Bundesrat entscheidend

Der Bundesrat sehe die nächsten 20 Tage für den ganzen Verlauf der zweiten Welle als entscheidend an, sagte Gesundheitsminister Alain Berset am Freitag vor den Bundeshausmedien.

Für Weihnachten könne der Bundesrat noch keine Prognose abgeben. «Wir hatten gerechnet, dass wir an Weihnachten bei gut 1000 Fällen sind. Da sind wir bei weitem nicht.»

Für den Moment gelte: «Versuchen Sie einfach, nicht zu viele Personen aus zu vielen Haushalten zu treffen». Der Bundesrat empfiehlt, dass sich Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten treffen.

Seit dem Sommer habe man mit den Kantonen eine gute Zusammenarbeit gehabt. Es brauche nun aber andere Massnahmen, wenn man eine stabile Situation an Weihnachten wolle.

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, welche Massnahmen es brauche, um die Zahlen zu senken. Man habe in der Romandie gesehen, dass ein Kanton die Situation auch wieder in den Griff bekommen könne, sagte Berset. In der Verantwortung seien die Kantone mit steigenden oder stagnierenden Fallzahlen.

1 Kommentar

  1. Möchten Sie lieber einen totalen Lockdown….wir sind keine Sklaven. Sie können das Land verlassen, das könnte ein Sklave nicht……🤔🤔Report

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