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Der Telebasel Sonntags-Talk vom 6. Dezember 2020.
Basel

Bettler, Bussen für Maskensünder und Ohrfeigen

Im Sonntags-Talk diskutieren Annina von Falkenstein (LDP), David Trachsel (SVP) und Laurin Hoppler (GB) über Bettler, Bussen für Maskensünder und Ohrfeigen.

Bettler im Winter: Was tun wir?

Während die Basler Regierung eine Vorlage zur Wiedereinführung eines Bettelverbots ausarbeitet, schlafen bettelnde Menschen bei Minusgraden unter Brücken, in der Heuwaage, in Pärken. Private verteilen Schlafsäcke. Die Polizei verscheucht die Menschen. Wer ist schuld an diesem Desaster?

Telebasel fragt: Muss nun der Staat, der diesen Menschen ihr Gewerbe hier erlaubt hat, ein Dach über dem Kopf und Nahrung bieten, wie es die Menschenwürde gebietet? Oder sagen wir klar ja dazu, dass wir diese Menschen jetzt nur mit passiven Mitteln vertreiben?

Bussen für Maskensünder?

Die meisten Menschen tragen die Schutzmaske ungern. Die meisten tun es aber trotzdem, für sich, für die andern. Andere weigern sich kategorisch oder sind nachlässig. Die Schweiz verzeichnet im internationalen Vergleich hohe und höchste Corona-Zahlen. Kritiker nennen unser Land bereits «Schweden 2.0». Aber man will so weitermachen, mit Kantonen, die trotz hohen Zahlen nichts machen, und den wiederkehrenden Verlautbarungs-Formeln, wonach die Lage «sehr beunruhigend» sei. Also bleibt als Mittel die Maske. Man redet von «Tragpflicht». Aber die Polizei sagt: Ohne Busse, wie damals im Frühjahr, kann man sie nicht durchsetzen. Nach längerem Streit hat das Parlament jetzt einen echt schweizerischen Kompromiss-Kompromiss gefunden: Maskentragpflicht ja, Busse je nach dem nicht unbedingt im öffentlichen Raum. Also beispielsweise in Einkaufszonen.

Telebasel fragt: Nennt sich das differenzierte Politik mit Mass oder Lavieren? Stellt die Schweiz das Weihnachtsgeschäft über die Gesundheit der Bevölkerung?

P.S. Während gewisse Kulturinstitutionen und je nach Kanton auch Restaurants unter scharfen Restriktionen leiden, hat sich das Parlament diese Woche ziemlich locker gemacht – und teilweise maskenlos den Geburtstag eines Bundesrats gefeiert. Regen sich darüber nur die Journalisten auf, die auf Twitter ein Gewitter veranstalteten?

(Video: Youtube)

Ohrfeigen verbieten?

Für die Ohrfeige gibt es im Dialekt den Beibegriff «eine Vaterländische»: Während ländliche und traditionelle Politiker den staatlichen Zugriff in die familiäre Stube abwehren wollen, will die Linke länger schon Ohrfeigen und andere Misshandlungen unter Strafe stellen. Da nun der erneute Anlauf aus der «Mitte» kommt, hat er eventuell nächste Woche im Parlament eine Chance.

Telebasel fragt: Darf der Staat derart in die Erziehung von Privatpersonen eingreifen? Verringert ein Ohrfeigen-Verbot die Anzahl Schläge im Land? Darf der Staat es zulassen, dass weiterhin Kinder ihre Kindheit in dauerndem Schrecken vor Schlägen verbringen?

Im Telebasel Sonntags-Talk vom 6. Dezember 2020 diskutieren:

  • Annina von Falkenstein, neugewählte Grossrätin LDP BS
  • David Trachsel, neugewählter Grossrat SVP
  • Laurin Hoppler, neugewählter Grossrat GB

Mehr dazu am 6. Dezember 2020 ab 19:15 Uhr stündlich im Telebasel Sonntags-Talk.

2 Kommentare

  1. Wirtschaftswachstum über Alles – Gesundheit der Bevölkerung bedeutet nichts – Hauptsache den Touristenorten in den Bergen geht’s gut.
    Der Sonderweg wird sich noch rächen – das Virus macht nicht vor den Grenzen halt – dann wird es mit steigenden Ansteckungszahlen und Todesfällen zu spät sein.
    Schade verpasste Chance, jetzt endlich an einem Strick zu ziehen. Ich sehe die dritte Welle im Vorfrühling bereits anrollen!Report

  2. Was soll mann da noch sagen wir dürfen nichts und andere dürfen alles sie haben nichts gelernt ab in die ferien und zurück mit corona jetzt das gleiche szenario einfach wie Ischgl bravo und die restaurant dürfen offen haben gut so und wir werden dann vom ausland bestraftReport

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