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Will bis am 20. Januar auf Homeoffice setzen: Gesundheitsminister Alain Berset. (Bild: Keystone)
Schweiz

Berset will weniger Kunden in den Läden und mehr Homeoffice

Der Bundesrat wird am Freitag neue Corona-Massnahmen beschliessen. Alain Bersets Vorschläge betreffen den Detailhandel, die Arbeitgeber und die Skigebiete.

Am Freitag trifft sich der Bundesrat zu seiner wöchentlichen Sitzung. Dort will die Landesregierung neue Corona-Massnahmen beschliessen. Im Vordergrund stehen die Feiertage sowie die Skigebiete.

Wie Gesundheitsminister Alain Berset am Donnerstag in Muttenz sagte, machen ihm die nach wie vor hohen Corona-Zahlen in der Schweiz Sorgen. Nun stehen weitere Massnahmen zur Debatte.

Eine Skisaison soll in der Schweiz im Gegensatz zu anderen Ländern wie Frankreich oder Deutschland möglich sein. Im Wintersport gibt es aber verschiedene Regelungen, die Berset den Kantonen vorschlägt. Dazu gehören folgende Punkte:

  • Die Wintersportgebiete sollen eine kantonale Bewilligung beantragen müssen. Dazu müssen sie Schutzkonzepte vorlegen.
  • In den Schutzkonzepten sollen Massnahmen die Kapazität der Skigebiete reduzieren. Eine Limite von 80 Prozent der üblichen durchschnittlichen Gästezahl oder weniger Transport-Kapazitäten sollen dies ermöglichen.

Bürgerliche Parteien sowie Branchenvertreter protestierten gegen die bereits durchgesickerten Massnahmen-Vorschläge: Im Nationalrat wurde eine Erklärung beschlossen, die sich gegen Bersets Ideen äussert. Dennoch dürften die Massnahmen beschlossen werden. Wie «Watson» und der «Tagesanzeiger» berichten, hätten sich laut «gut informierten Kreisen» eine Mehrheit der Kantone für eine Gästelimite in den Skigebieten ausgesprochen.

Zwei Haushalte an Weihnachtsfeiern

In Hinblick auf die Feiertage empfiehlt das BAG indes, die Grenze von zehn Personen zwar beizubehalten, aber die Treffen auf Personen aus maximal zwei Haushalten zu beschränken. Dies auch bei allfälligen Restaurant- oder Clubbesuchen. So sollen die Weihnachtstage möglichst im kleinen familiären Kreis stattfinden – von Betriebsweihnachtfeiern wird derweil ganz abgeraten.

Auch hier regte sich Widerstand aus dem bürgerlichen Lager. Die Kantone sollen gespaltener Meinung sein. Einige haben derweil bereits die Restaurants geschlossen: So etwa der Kanton Basel-Stadt und am Freitagmorgen auch der Kanton Graubünden.

Personenbeschränkung im Laden

Laut dem «Blick» will Gesundheitsminister Berset zudem die Kantone mehr in die Pflicht nehmen: Bei den zusätzlichen Massnahmen soll es nicht nur bei einer «Kann»-Formulierung bleiben, sondern eine Art «Muss»-Variante verordnet werden. Die Kantone sollen dann handeln, wenn gewisse Indikatoren – wie etwa Fallzahlen, R-Wert oder Spitalauslastung – ansteigen oder das Contact Tracing nicht mehr gewährleistet werden kann.

In den Schweizer Geschäften gilt aktuell, dass pro Kunde mindestens vier Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen müssen. Neu soll diese Zahl auf zehn Quadratmeter erhöht werden. Damit dürften weniger Kunden in die Geschäfte. Für kleine Läden unter 30 Quadratmeter Verkaufsfläche sollen fünf Quadratmeter pro Person eingeführt werden. Gemäss der Zeitung wollen sich die Detailhändler dagegen wehren.

Kommt nun die Homeoffice-Pflicht?

Um weitere Ansteckungen zu vermeiden, sollen sich möglichst viele Menschen kurz vor den Weihnachtsferien isolieren, wie das BAG empfiehlt. Die Personenströme im öffentlichen Verkehr sollen durch eine verschärfte Homeoffice-Regelung reduziert werden.

Berset soll zwar keine konkrete Homeoffice-Pflicht vorschlagen, aber Firmen sollen «organisatorische Massnahmen für Homeoffice treffen müssen.» So soll die freiwillige Selbstquarantäne für Menschen, die ihre Familie schützen wollen, erleichtert werden. Um auch Ansteckungen am Arbeitsplatz nach den Feiertagen zu vermeiden, soll die Regel bis zum 20. Januar gelten.

Am Freitagnachmittag wird eine Medienkonferenz des Bundesrates zu den Massnahmen erwartet. Telebasel zeigt die PK live im TV und online. Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt.

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