In Basel-Stadt dürfen Tennisball und Racket seit zehn Tagen nicht mehr benutzt werden, im Baselbiet sieht das anders aus. Kritik an den uneinheitlichen Regeln wird laut. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

Basler Tennis-Amateure strömen ins Baselbiet

Mit dem Teil-Lockdown ist das Tennis-Spielen in Basel vorerst untersagt. Im Baselbiet profitieren die Center von der Corona-Regelung.

Mit dem Teil-Lockdown kann in Basel nicht mehr Tennis gespielt werden. Anders sieht das im Baselbiet aus – genau davon profitieren aktuell die ländlichen Tennis-Center, wie die «bz» am Mittwoch berichtet.

Laut einer Umfrage der Zeitung würden die Baselbieter Tennis-Center gleich doppelt profitieren: Denn Tennis ist eine der wenigen Sportarten, die Indoor ohne Maske ausgeübt werden kann. Im TCM Münchenstein werden mehr Buchungen verzeichnet: «Man kriegt nur noch zu Randzeiten einen Platz.» Auch im Tennis Center Sissach sind mehr Städter als gewohnt anzutreffen, wie ein Angestellter der Zeitung bestätigt: «Ich würde jetzt nicht von einem Ansturm sprechen. Aber auch wir spüren’s.»

Mehr Kunden verzeichnet auch das TAB in Aesch. Mit neun Hallenplätzen ist es das grösste Tenniscenter in der Nordwestschweiz. Leiter Matthias Jörger führe den Kundenanstieg jedoch vor allem auf die geschlossenen grenznahen Center in Deutschland zurück. «Wir wissen aber auch von Kunden, die normalerweise Kontaktsportarten ausüben. Weil die jetzt verboten sind, wechseln die Betroffenen zum Tennis.»

Tennisverband stört sich an uneinheitlichen Regeln

Der Tennisclub Old Boys hatte für Schlagzeilen gesorgt, nachdem er angekündigt hatte, Trainings in Allschwil durchfüllen zu wollen (Telebasel berichtete). Nach einer Welle der Entrüstung entschlossen sich die Verantwortlichen dann aber doch gegen diesen Schritt.

Der Regionalverband Tennis Region Basel kritisiert die auseinanderklaffenden Corona-Bestimmungen in der Nordwestschweiz. Medienchef Thomas Wirz meint, für die Tennisbegeisterten der Region sei die Situation verwirrend: «Dass es nicht mal die beiden Basel hinkriegen, in Sachen Corona-Regeln einheitlich aufzutreten, begreifen viele nicht ganz», wird er zitiert.

Auch Golfer müssen verzichten

Währenddessen stören sich auch die Golfer an den Corona-Regeln. Das Basler Sportamt sperrte das Citygolf Bachgraben. «Wie schon befürchtet», so der Vorstand zu den Mitgliedern, «müssen wir die komplette Anlage inklusive aller Trainingsmöglichkeiten per sofort schliessen.» Die Greens liegen dabei fast alle auf Allschwiler Boden.

Der Sprecher des fürs Sportamt zuständigen Basler Erziehungsdepartements, Simon Thiriet, erläutert, dass alle Sportarten gleich behandelt würden. Auf spezifische Ansteckungsrisiken werde keine Rücksicht genommen. Bei Einrichtungen, die sich ganz oder teilweise ausserhalb des Stadtkantons befänden, werde jeweils die strengere Richtlinie angewandt. «Wenn der Kanton Basel-Stadt zu hohe Zahlen aufweist und der Regierungsrat beschliesst, Sportanlagen temporär zu schliessen», so Thiriet, «dann stellen wir als Erziehungsdepartement des Kantons den Betrieb im Eglisee und auf der Kunschti Margarethen gleichermassen ein. Und wenn sich Frankreich im Lockdown befindet, ist auch das Pfaffenholz nicht geöffnet.»

1 Kommentar

  1. Das Tennisverbot in Basel-Stadt schiesst am Ziel vorbei. 2 Personen mit 23 m Abstand stellen kein Ansteckungsrisiko dar. Um die Reduzierung von Kontakten kann es bei dieser Massnahme auch nicht gehen, denn dann müsste anderes schon lange schliessen (Läden, ÖV…). Leider einfach ein unüberlegter Schnellschuss der Regierung…Report

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Mehr aus dem Channel