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Das Pflegepersonal im KSBL verlangt mehr Corona-Tests für die Angestellten. (Symbolbild: Keystone)
Baselland

KSBL-Pflegefachkräfte fordern besseres Corona-Schutzkonzept

Die Corona-Pandemie ist besonders für das Pflegepersonal extrem belastend. Im KSBL wurde daher Kritik an den Schutzkonzepten laut.

Das Coronavirus macht auch vor dem Pflegepersonal nicht halt. Immer mehr Mitarbeitende in Spitälern erkranken am Coronavirus, manche davon zeigen keine Symptome. Daraus entwachsen ist nun die Forderung des Personals im Kantonsspital Baselland (KSBL) nach regelmässigen Tests für alle Angestellten, wie die «bzBasel» schreibt. Dieser Forderung kommt das Krankenhaus nicht nach, es soll aber ein Besuchsverbot geben.

Gegenüber der «Schweiz am Wochenende» äusserten sich mehrere Pflegefachpersonen des KSBL anonym zu der hohen Belastung. «Wir sind alle erschöpft. Die Personalnot ist gross», sagt eine Pflegefachfrau vom Standort Bruderholz.  Man fühle sich «wie Kanonenfutter», da eine deutliche Schutzstrategie fehle. 

Unsicherheit durch symptomfreie Infizierte

Zu dieser Unsicherheit beitragen beispielsweise Situationen wie vor einer Woche am Bruderholz. Dort sei eine gesamte Abteilung spontan getestet worden und jeder fünfte Mitarbeitende sei symptomfrei positiv gewesen. «Es bräuchte tägliche oder wenigstens regelmässige Tests aller Spitalmitarbeiter mit Patientenkontakt», erklärt die anonyme Pflegefachfrau gegenüber der Zeitung.

Aber dies ist nicht die einzige Forderung. Auch ein Besuchsverbot solle durchgesetzt werden. Denn gerade Besucher hielten sich oftmals nicht an die Vorschriften.

Die Pflegenden sind mit ihren Forderungen nicht alleine. Nach Meldungen von KSBL-Mitarbeitenden schaltete sich nun auch die Gewerkschaft VPOD ein. Samira Marti, Präsidentin des VPOD Region Basel, erklärt auf Anfrage der «bz»: «Das KSBL muss seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden in vollem Umfang nachkommen.» Wie das am besten geleistet würde, sei eine Frage für Experten.

Auch die Gewerkschaft macht Druck

Die beiden sind nicht die einzigen, die Verbesserungen fordern. Mehrere KSBL-Mitarbeitende meldeten sich auch bei der Gewerkschaft VPOD, wie diese auf Anfrage bestätigt. Samira Marti, Präsidentin des VPOD Region Basel: «Das KSBL muss seiner Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden in vollem Umfang nachkommen.» Ob wöchentliche Testreihen, Schnelltests oder andere Methoden angewandt werden sollen, müssten Expertinnen beurteilen.

KSBL-Sprecherin Anita Kuoni entgegnet darauf, dass man eine klare Teststrategie verfolge. Der einzige Weg, um immer Gewissheit zu haben, seien tägliche Tests und dies übersteige die Kapazitäten. Man reagiere aber auf Warnsignale aber ohne gemeldete Ansteckungen Tests bei Personen ohne Symptome vorzunehmen seien nicht zielführend.

Der Forderung nach einem Besuchsverbot wird aber nachgekommen: «Nächste Woche werden wir ein Besuchsverbot aussprechen, das Ausnahmen in klar definierten Fällen vorsieht», so Kuoni gegenüber der «bz».

1 Kommentar

  1. „Tests bei Personen ohne Symptome vorzunehmen seien nicht zielführend.“
    hingegen:
    „Bruderholz. Dort sei eine gesamte Abteilung spontan getestet worden und jeder fünfte Mitarbeitende sei symptomfrei positiv gewesen.“
    Ich würde meinen, wenn jede fünfte positiv ist, lohnt es sich wohl schon, Tests durchzuführen.
    Falls nicht täglich, dann so oft wie möglich!
    Unverständlich diese Begründung!!
    Wie das Pflegepersonal in der Pandemie behandelt wird, ist einfach unverzeihlich.Report

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