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Der Telebasel News Beitrag vom 26. November 2020.
Basel

So reagiert die Basler Kulturszene auf die schärferen Massnahmen

Seit Montag dürfen in Basel nur noch 15 Personen eine Kulturveranstaltung besuchen. Welche Kulturbetriebe machen weiter und wer schliesst? Telebasel fragt nach.

Es ist eine schockierende Meldung der Basler Regierung für die Kulturszene: Die bereits auf 50 Personen reduzierten Anlässe werden noch mehr limitiert. Neu dürfen nur noch 15 Besucherinnen und Besucher einen kulturellen Anlass besuchen. Die Massnahmen gelten vorerst bis zum 13. Dezember.

Schauspielhaus hält Betrieb aufrecht

«Bis zum 13. Dezember werden wir nur Stücke spielen, die jetzt in den Endproben sind und zur Premiere kommen müssen. Die Premieren können wir nicht verschieben», so Anja Dirks, Co-Leiterin des Schauspiels am Theater Basel. Die Massnahmen seien zwar erschütternd, an ein Aufhören sei aber dennoch nicht zu denken. Im Schauspielhaus probt man derzeit unter anderem am «Räuber Hotzenplotz», welcher Anfang Dezember Premiere feiert.

Besonders enttäuschend sei es vor allem für Schulklassen, welche normalerweise zu Hunderten die Nachmittags-Vorstellungen besuchten. Jetzt passt dort gerade noch eine einzige Klasse in den Saal. So hoffe man nun stark, die Vorstellungen ab dem 14. Dezember wenigstens wieder vor 50 Personen aufführen zu dürfen, so Anja Dirks gegenüber Telebasel.

«Es ist eine Katastrophe»

Auch der bird’s eye jazz club schliesst seine Türen nicht ganz. Auch wenn man froh sei, überhaupt noch kleine Konzerte geben zu dürfen, sei die ganze Situation dennoch ein Trauerspiel: «Wir möchten einfach noch ein bisschen Musik haben. Die Musiker möchten spielen und die Leute, die kommen, kommen gerne und sind froh, dass es wenigstens noch das gibt. Aber es ist eine Katastrophe. Es macht eigentlich keinen Spass», so Stephan Kurman, künstlerischer Leiter des Jazz Clubs.

Brief an Regierungsrat soll für Denkstoss sorgen

Ganz anders sieht die Situation beim Theater im Teufelhof aus. Dort hat man nun vorübergehend geschlossen und beschreitet den politischen Weg anhand eines Briefs an die Basler Regierung. Mit diesem wolle man der Regierung einen Denkstoss geben und zeigen, dass alle Bereiche gleich behandelt werden sollten, ohne Unterschiede in den verschiedenen Branchen: «Morgen ist Black Friday, der tausende Leute in die Läden locken wird, während wir hier seit Monaten unsere Schutzkonzepte durchziehen» so Roland Suter, Co-Theaterleitung im Teufelhof.

Wer im Moment weitermacht und wer nicht, ist jedem selbst überlassen. Zum einen finanziell gesehen, zum anderen aber auch, ob die Auftritte für die Schauspieler und Zuschauer überhaupt zumutbar sind. Was allen Kulturbetrieben aber gemeinsam ist: Man hofft stark auf eine baldige Lockerung.

1 Kommentar

  1. Also ich finde es wirklich sehr unlogisch, dass man eine Basler Fasnacht absagt, aber einen „Black Friday“ laufen lässt – da werden doch tausende die Stadt fluten und in die Läden einströmen und ob sich diese Kundinnen und Kunden immer penibel an die Maskenpflicht halten, bezweifle ich sehr!Report

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