In der Schweiz wird es keine Notzulassung für Corona-Impfstoffe geben. (Symbolbild: Keystone)
Schweiz

Keine Notzulassung für Corona-Impfungen in der Schweiz

Der Bund arbeitet derzeit intensiv an der Zulassung von Corona-Impfstoffen. Gesundheitsminister Alain Berset spricht vom Impfbeginn «früh im nächsten Jahr».

Eine Notzulassung werde es aber nicht geben. Die Schweiz habe die Produkte, die am schnellsten auf den Markt kommen und die am besten wirkten, identifiziert, sagte Berset am Donnerstag vor den Bundeshausmedien. «Wir sind gut positioniert.» Verschiedene Impfstoffe würden derzeit von der Schweizerischen Heilmittelbehörde Swissmedic geprüft.

Sobald zugelassen, würden die Impfungen beginnen, sagte Berset. Er sprach von «der grössten logistischen Herausforderung im Gesundheitswesen aller Zeiten». Die Kantone seien dann dafür zuständig, dass die Bevölkerung so rasch wie möglich geimpft werden kann.

Ziel sei, dass die Impfung gratis sein werde, sagte Berset. «Vorgesehen ist, dass der Bund einen sehr stolzen Betrag übernimmt, dass die Krankenversicherungen auch einen Betrag übernehmen und dass es einen Beitrag von den Kantonen gibt.»

Wer zuerst geimpft werden solle, werde derzeit diskutiert, sagte Berset weiter. Die Priorisierung hänge vom Impfstoff ab und von den Resultaten, sagte Expertin Nora Kronig.

«Wir müssen viel mehr testen als heute»

Berset warnt davor, die derzeit etwas tieferen Corona-Fallzahlen zu positiv zu werten. Grund dafür sei auch die Anzahl der Tests, diese sei aktuell zu tief. «Wir müssen viel mehr testen als heute», sagte er.

Die Positivitätsrate bleibe viel zu hoch, sagte Berset. Man entdecke derzeit nicht alle positiven Fälle. Der Bundesrat appellierte an die Bevölkerung: «Lassen Sie sich testen, auch bei kleinsten Symptomen.» Der Bund habe dazu bereits eine Sensibilisierungskampagne gestartet.

Gegenüber Massentests, wie sie teilweise im Ausland praktiziert werden, sei der Bundesrat skeptisch, sagte Berset. «Das wäre in der Schweiz nicht machbar, auch nicht mit Schnelltests.» Diskutiert würden derzeit aber Schnelltests für Schulen oder Altersheime.

Es gebe bereits Pilotprojekte in einigen Kantonen, sagte Virginie Masserey vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

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