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Der Telebasel News Beitrag vom 23. November 2020.
Region

Viele Nikoläuse bleiben zu Hause

Die Ehrengesellschaft St. Nikolaus verzichtet in diesem Jahr auf die Chlaus-Besuche. Anders der Turnverein Diegten, dort sollen die Chläuse trotzdem kommen.

Wer in diesen Tagen im Internet einen Nikolaus für seine Kinder sucht, wird feststellen, dass die Auswahl im Vergleich zum Vorjahr kleiner geworden ist. Viele Cliquen und Vereine verzichten wegen Corona ganz darauf, den Service anzubieten. Und dies obwohl dadurch jeweils ein willkommener Zustupf an die Vereinskasse generiert werden kann oder Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt werden.

Nikolaus kommt nicht aus dem Schwarzwald nach Kaiseraugst

Eigentlich ist der 4. Dezember ein grosser Tag in Kaiseraugst. Dann kommt St. Nikolaus direkt aus dem Schwarzwald. Die Fähre bringt ihn über den Rhein ins Dorf. Der Menschenauflauf am Ufer ist jeweils gross. Doch dieses Jahr musste die Ehrengesellschaft St. Nikolaus den Anlass absagen.

Und auch die beliebten Hausbesuche bei jeweils rund 50 bis 60 Familien wurden dieses Jahr gestrichen. Normalerweise sind am 5. und 6. Dezember sieben bis acht Gruppen im Dorf und in den Nachbargemeinden unterwegs. Dieses Jahr wollten die Verantwortlichen aber kein Risiko eingehen. Da man an den zwei Tagen jeweils mit rund 300 Personen Kontakt habe, hätte es zu einer grossen Durchmischung kommen können, meinen Adrian Meier und Martin Hägeli von der Ehrengesellschaft St. Nikolaus.
Zudem habe die Ehrengesellschaft selber auch einige Mitglieder, die schon älter sind. Auch weitere Gruppen in der Region verzichten dieses Jahr auf den Santiglaus-Brauch, so etwas die Guggemuusig Kratzbyrschte.

In Diegten kommen die Nikoläuse mit Schutzkonzept

Der Turnverein Diegten hat sich anders entschieden. Auch dieses Jahr werden wieder rund 70 Kinder besucht. Und es könnten sogar noch mehr werden. Wie Yvonne Ritter vom TV sagt, seien die Buchungen bisher sehr gut angelaufen. Um die Besuche trotz Corona durchführen zu können, setze der TV Diegten auf ein konsequentes Schutzkonzept. So komme der Santichlaus nur im Freien auf Besuch, die Sicherheitsabstände müssten eingehalten werden und die Familien dürfen keine zusätzlichen Gäste einladen.

Kantonsärzte geben grünes Licht

Auch die kantonsärztlichen Dienste von beiden Basel geben auf Anfrage ihr OK für die Santiglaus-Besuche. Allerdings müssten die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden und die Beschränkungen für private Treffen beachtet werden. Anne Tschudin von der Kommunikation des Gesundheitsdepartement Basel-Stadt schreibt, der Santiglaus sollte eine Maske tragen, wenn er nicht zur Familie gehört. Und Rolf Wirz vom Informationsdienst des kantonalen Krisenstabs BL weist darauf hin, dass keine Lebensmittel mit ungeschützten Händen übergeben werden sollten.

Auch Epidemiologe Marcel Tanner meint,  man solle im Nikolaus nicht den gefährlichen Superspreader sehen. Sondern man müsse einfach lernen, Übertragungen möglichst zu vermeiden.

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