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Schweiz

Basel neuer Hotspot – Weniger Einbrüche wegen Corona-Massnahmen

Die Schweiz bringt den R-Wert unter 0,8 – Basel ist laut ETH aber neuer Corona-Hotspot. Die Schlagzeilen der Sonntagspresse.

Romandie lässt Fallzahlen schneller sinken

Die Romandie bringt laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» die Coronavirus-Zahlen schneller als die Deutschschweiz nach unten. Die Zeitung beruft sich dabei auf neue Zahlen, die auf der Website der wissenschaftlichen Taskforce des Bundes zu finden sind. Demnach ist die Reproduktionszahl in Genf, Jura, Freiburg und im Wallis schweizweit am tiefsten, hiess es. Danach würden die anderen Westschweizer Kantone folgen. Diese Kennzahl zeigt an, wie viele Leute eine erkrankte Person im Durchschnitt ansteckt. Die Daten belegten, dass die ergriffenen Massnahmen die erhoffte Wirkung erzielen: Ende Oktober wurden in der Romandie zuerst öffentliche Angebote wie Kinos, Theater oder Fitnesscenter heruntergefahren und kurz darauf mussten die Restaurants schliessen. Dieser letzte Schritt habe die Trendwende gebracht, sagte diesbezüglich der jurassische Kantonsarzt Christian Lanz gegenüber der Zeitung. Der sogenannte R-Wert wird auch von der «SonntagsZeitung» thematisiert. Laut den neuesten Zahlen der ETH haben die in den letzten Wochen eingeführten Corona-Massnahmen ihr Ziel erreicht – demnach liege der R-Wert nunmehr im schweizweiten Schnitt bei 0,78 und damit innerhalb des von der Taskforce des Bundes definierten Zielbandes, hiess es. Mit Basel habe die Schweiz aber einen neuen Coronavirus-Hotspot.

Lukas Engelberger, Gesundheitsdirektor des Kantons BaselStadt, sagt: «Wir können uns nicht wirklich erklären, warum BaselStadt plötzlich den höchsten R-Wert hat. Wir hatten weder einen Superspreader-Event noch einen anderen lokalen Hotspot.» Ein Grund für die hohen Werte sei wohl, dass sich Epidemien in urbanen Gebieten besser verbreiten könnten. «Zudem dürfte in den letzten Wochen eine Umgehungsbewegung stattgefunden haben. Das heisst, Menschen aus dem Jura und aus Süddeutschland, wo strengere Massnahmen galten, sind nach Basel gekommen», sagt Engelberger.

SVP will Task Force des Bundes abschaffen

Die SVP möchte laut Meldungen der «SonntagsZeitung» und dem «SonntagsBlick» die wissenschaftliche Taskforce des Bundes abschaffen. Die Toggenburger SVP-Nationalrätin Esther Friedli wagte demnach diese Woche den Frontalangriff. In der Wirtschaftskommission stellte sie den Antrag, die Beratergruppe abzuschaffen beziehungsweise zumindest deren Mandat zu ändern. «Die Kommunikations-Kakofonie der Taskforce löst in der Bevölkerung und in der Wirtschaft eine grosse Verunsicherung aus und ist beschämend», sagte Friedli gegenüber der «SonntagsZeitung.» Mühe bereite ihr, dass die Experten für ihre Aussagen keine Verantwortung übernehmen müssten. «Ich komme aus dem Gastgewerbe und erlebe die Folgen der widersprüchlichen Äusserungen hautnah», erklärte sie im «SonntagsBlick». «Wissenschaftler und Experten geben ja sowieso ihre Meinung kund. Das können sie auch. Aber dann nicht im offiziellen Namen einer Taskforce, die die Regierung beraten soll, aber keine Verantwortung trägt», sagte sie. Friedlis Antrag wurde in der Kommission zwar abgelehnt – sie überlege sich aber, in der Dezember-Session mit einem Vorstoss nachzulegen, hiess es weiter.

Genfer Feuerwehr muss Bestattern aushelfen

In Genf hilft laut einer Meldung der «SonntagsBlick» die Feuerwehr wegen der vielen Coronavirus-Todesfälle bei Bestattern aus. «Verglichen mit dem Durchschnitt der Vorjahre hat sich die Zahl der Verstorbenen in diesem November verdoppelt», sagte Christina Kitsos, Stadträtin in Genf gegenüber der Zeitung. Feuerwehrleute würden daher seit einigen Tagen den Bestattern helfen. Sie fahren laut den Angaben die Leichenwagen und helfen, die Leichen auf die Bahren zu heben. «Auch weitere städtische Angestellte können im Bestattungsdienst aushelfen, wie etwa Gärtner für den Transport der Särge», erklärte Stadträtin Kitsos weiter. Gearbeitet werde nunmehr auch am Wochenende und in längeren Schichten – alles freiwillig, wie die Politikerin betonte. Die Stadt habe zudem zusätzliches Personal eingestellt und suche weiter nach Verstärkung, hiess es zudem.

Direktor des Zürcher Unispitals fordert Fixgehälter für Ärzte

Der Direktor des Zürcher Unispitals Gregor Zünd hat sich in die Diskussion um zu hohe Arztsaläre eingeschaltet. «Das heutige Honorarsystem ist nicht mehr zeitgemäss», sagte er in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Zünd forderte künftig Fixgehälter für die Mediziner, wobei nicht die Menge der Operationen im Vordergrund stehen dürfe. «Nicht wer am meisten operiert, soll am meisten verdienen, sondern wer es besonders gut macht», erklärte er. Vergangene Woche traten drei Mitglieder des Spitalrats zurück. Zünd selber sieht für sich aber keine Gründe zu einem Rücktritt. «Der Betrieb ist gesichert. Ein Neuanfang bei der operativen Führung ist nicht nötig», betonte er gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Weniger Einbrüche wegen Corona-Massnahmen

Die Zahl der Einbrüche ist in der jüngsten Zeit aufgrund der Coronavirus-Massnahmen zurückgegangen. Dies bestätigte Mark Burkhard, Präsident der kantonalen Polizeikommandanten-Konferenz der «SonntagsZeitung» sowie «Le Matin Dimanche». Aufgrund der Coronavirus-Massnahmen blieben die Menschen mehr zu Hause – auf Einbrecher habe dies eine abschreckende Wirkung, hiess es. Zahlen aus dem Kanton Thurgau bestätigten dies. Dort müsse die Polizei nach eigenen Angaben noch halb so oft wegen Einbrüchen ausrücken. Aus Bern hiess es von der Kantonspolizei, dass es eine «leicht abnehmende Tendenz» gebe. Weitere Kantonspolizeien vermeldeten ebenfalls Rückgänge bei den Einbrüchen, hiess es weiter. Der Rückgang bei den Einbruchsdelikten habe aber nicht dazu geführt, so Burkhard, dass die Polizei weniger zu tun hätte. Vielmehr habe sich die Arbeit verändert – nunmehr habe die Durchsetzung der Coronavirus-Massnahmen gegenüber anderen Delikten an Bedeutung gewonnen, sagte er gegenüber der «SonntagsZeitung» und «Le Matin Dimanche».

Panzerwaffen-Debakel wird zum Thema in der GPK

Der Kauf der 400 Millionen Franken teuren Minenwerfer für die Armee wird laut der «NZZ am Sonntag» zum Thema in der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Nationalrats. Die für das Verteidigungsdepartement zuständige GPK-Subkommission wolle wissen, wie es bei der Beschaffung der neuen Mörserpanzer zu einer Kaskade von Problemen kommen konnte. Dies bestätigte der St. Galler CVP-Nationalrat Nicolo Paganini, der Präsident der Subkommission, gegenüber der Zeitung. Aufgrund der laufenden Arbeiten könne er sich aber nicht näher dazu äussern, hiess es weiter. Falls die Kommission einen Handlungsbedarf feststelle, werde sie nach Abschluss ihrer Abklärungen darüber informieren, sagte Paganini lediglich zu dem Blatt. Ein Bericht des Armeestabs, der Ende Oktober publik gemacht wurde, weist zahlreiche Mängel des Mörserpanzers hin.

Nachfrage nach Wohnraum stark angestiegen

Die Nachfrage nach Wohnraum ist laut einer Meldung des «SonntagsBlick» in diesem Jahr stark gestiegen. Die Zeitung beruft sich dabei auf Immobilien-Suchabos der grossen Schweizer Internetportale, welche die Immobilienberatungsfirma Wüest Partner und das Marktforschungsinstitut Realmatch360 ausgewertet haben. Die Nachfrage nach grossen Mietwohnungen und Einfamilienhäusern sei 2020 regelrecht explodiert. Im Oktober habe die Suche nach 4,5-Zimmerwohnungen im Vergleich zum Vorjahr um 7 Prozent zugenommen; diejenige nach 6,5-Zimmerwohnungen sogar um 13 Prozent. Auch die Nachfrage nach Einfamilienhäusern sei stark gestiegen: Im Oktober habe sie im Vergleich zum Vorjahr um rekordhohe 27 Prozent zugenommen. Die Auswertung demonstriere auch, wohin es die Suchenden ziehe: Die Abos für Tourismusregionen hätten um 59 Prozent zugenommen, für Agglomerationsgemeinden um bis zu 31 und für ländliche Gebiete um 27 Prozent, hiess es weiter.

30 Prozent mehr Nachfrage nach Kinderpornografie

Seit dem Coronavirus-Lockdown ist laut der «NZZ am Sonntag» die Nachfrage nach kinderpornografischen Videos und Bildern gestiegen. Die Zeitung beruft sich dabei auf die EU-Strafverfolgungsbehörde Europol, sie von einer Zunahme um 30 Prozent spreche. In der Schweiz habe es zudem laut dem Bundesamt für Polizei Fedpol eine Zunahme zwischen März und Mai gegeben. Derweil hapere es aber mit der Verfolgung der Täter. Die Schweizer Strafverfolgungsbehörden hätten das Thema seit Jahren verschlafen und seien von den Tätern meilenweit entfernt, zitiert die Zeitung aus Ermittlerkreisen. Dies bestätige zudem ein interner Bericht des Bundesamtes für Polizei, welcher der «NZZ am Sonntag» vorliege. «Das Phänomen der pädosexuellen Kriminalität wird nicht von allen beteiligten Stellen in seiner ganzen Tragweite erkannt», wird aus dem Bericht zitiert.

Trotz Negativschlagzeilen – Deutsches Schweinefleisch ist gefragt

Trotz der negativen Schlagzeilen um die deutsche Grossmetzgerei Tönnies ist deutsches Schweinefleisch laut der «SonntagsZeitung» in der Schweiz derzeit äusserst gefragt. Das Blatt beruft sich dabei auf die Importzahlen, die in diesem Jahr gestiegen seien. Rund 5’300 Tonnen seien es in den ersten neun Monaten gewesen. Davon kamen rund 4’400 Tonnen aus Deutschland. Im Vergleich zur Vorjahresperiode liege das Plus deutscher Produkte bei rund 34 Prozent, und gemessen am selben Zeitraum 2018 wurde fast zehn Mal so viel deutsches Schweinefleisch eingeführt, hiess es. Aus finanzieller Sicht lohne sich der Import von Schweinefleisch aus Deutschland, da die Produktionskosten dort tiefer seien, hiess es weiter. Ein Sprecher des Bundesamtes für Landwirtschaft sagte gegenüber der Zeitung, dass die Preise für deutsches Schweinefleisch besonders lukrativ seien.

Schweiz hat sich schlecht auf zweite Welle vorbereitet

Die Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» hat Einblick in die Protokolle der Coronavirus-Taskforce des Bundes erhalten und zitiert daraus, dass sich die Schweiz im Sommer schlecht auf eine allfällige zweite Coronavirus-Welle vorbereitet habe. Der Bund habe zu zögerlich reagiert, hiess es. Durch den Mangel an politischer Unterstützung seien keine weiteren Beschränkungen vorgenommen worden, und es habe ein Mangel an verlässlichen Daten über die Dynamik der Epidemie geherrscht. Ermutigt durch die geringe Anzahl neuer Fälle von Covid-19, die Anfang Juni verzeichnet worden waren, habe der Bund dann am 22. desselben Monats die Treffen im Freien mit mehr als 30 Personen sowie Demonstrationen mit weniger als 1’000 Personen wieder zugelassen, hiess es. Von diesem Moment an habe das Coronavirus wieder an an Boden gewonnen, schrieb das Blatt weiter.

2 Kommentare

  1. Genau! Coronavirus ist ein globales Problem und kann auch nur global gelöst werden, meiner Meinung nach.
    Wenn dies nicht einmal innerhalb der Schweizer Kantone klappt, wie soll es dann überhaupt global greifen? Ein Ping-Pong-Effekt ist vorprogrammiert…dafür muss man kein Virologe, auch kein Epidemiologe sein, auch nicht der Task Force angehören – sondern beobachten und zwei und zwei zusammenzählen, so einfach ist das eigentlich; zu schnelle Oeffnungen dank der wirtschaftlichen „Hörigkeit“, lässt die Fallzahlen rapide wieder ansteigen.
    Eine prosperierende Wirtschaft bedingt auch eine gesunde Bevölkerung! „Sunst sinn alli Bemiehige wien e Lockdown ganz einfach für d’Chatz (gsi)“. Soviel sollte „man“ inzwischen gelernt haben. Uebrigens: Finnland hat erstens eine sehr junge und von Frauen dominierende Regierung – dies sollte „man“ sich auch einmal vor Augen halten und daraus lernen! 😉 :-))Report

  2. Solange die Leute in Deutschland und umgekehrt einkaufen können wird es nie besser, wann begreifen es die Leute denn endlich.
    24 std. in Deutschland zum einkaufen da kann man sich 1000 mal anstecken. Da ist Frankreich schon schlauer, und die Einzelhändler können dort auch überleben.Report

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