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Der Telebasel News Beitrag vom 20. November 2020.
Basel

Wenn Betagte freiwillig auf die Intensivstation verzichten

Die Altersverteilung bei den Covid-19-Patienten sieht momentan im Baselbiet anders aus als in Basel-Stadt. Und auch anders als noch während der ersten Welle.

Im Unispital sind aktuell vierzig Prozent aller Covid-19-Patienten über siebzig Jahre alt. Es sind aber längst nicht nur Senioren, die betroffen sind. «Etwa 45 Prozent sind zwischen fünfzig und siebzig Jahre alt, die restlichen 15 Prozent jünger», sagt Thomas Pfluger, Leiter der Kommunikation im Unispital. «Die jüngsten Patienten sind um die zwanzig». Ob aktuell jemand in diesem Alter hospitalisiert ist, sei nicht bekannt, doch das gehe aus dem Schnitt der letzten Monate hervor.

Kaum mehr junge Patienten im Baselbiet

Im Baselbiet sieht die aktuelle Altersverteilung anders aus. Dort konzentrieren sich die Spitaleinweisungen auf Menschen rund um die Schwelle zum Pensionsalter. So sind im Kantonsspital Baselland die Patientinnen und Patienten momentan zwischen 61 und 70 Jahre alt, so KSBL-Chefarzt Jörg Leuppi. Im Frühling sei die Altersverteilung noch anders gewesen – und zwar in beide Richtungen. «In der ersten Welle hatten wir auch Patienten gehabt, die deutlich jünger waren als 61 Jahre. Das gibt es, ist aber eher die Ausnahme. Wir hatten auch deutlich ältere Personen», erklärt Jörg Leuppi.

Wiederum anders sieht die Situation im Claraspital aus. Wie der Direktor Peter Eichenberger erklärt, seien die meisten Patienten mit Covid-19-Erkrankung über siebzig Jahre alt. Die Jüngsten sind Mittfünfziger. «Das sind Personen, die mit Begleiterkrankungen zu uns kommen und somit mit einem geschwächten Allgemeinzustand Covid-beinträchtigt bei uns liege», erklärt Claraspital-Direktor Peter Eichenberger. Auch im Unispital und im KSBL sind bei den jüngeren Patienten meist Vorerkrankungen im Spiel. Wie Jörg Leuppi erklärt, treffe es unter anderem Personen mit Herz- und Lungenkrankheiten.

«Rekord-Patient» mit 86 Spitaltagen

Ein Covid-19-Patient bleibt im Unispital durchschnittlich neun Tage. Laut Thomas Pfluger gibt es aber grosse Unterschiede bei der Behandlungsdauer. Ein Patient habe etwa 86 Tage im Spitalbett bleiben müssen. Angaben darüber, wie lange die Patienten in der Intensivstation bleiben, lägen zurzeit keine vor. Nicht alle schwer Erkrankten landen dort.

Pfluger beobachtet in letzter Zeit bei gewissen Personen auch das Gegenteil: «Es gibt vor allem betagte Patientinnen und Patienten, die freiwillig darauf verzichten, auf die Intensivstation verlegt zu werden, die sagen, das sie das nicht mehr auf sich nehmen.» Dies habe notabene nichts mit einer Triage oder Selektion zu tun. Manche Patienten fällten eine solche Entscheidung aus eigenen Stücken.

1 Kommentar

  1. Bevor man ins Pflegeheim eintreten darf, muss man eine Patientenverfügung unterzeichnen! Darin ist definiert welche lebenserhaltenden Maßnahmen ergriffen werden dürfen. Seit Jahren wird allen empfohlen eine solche an einem sicheren Ort zu hinterlegen. Warum soll Corona daran etwas ändern?Report

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