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Der Telebasel News Beitrag vom 21. November 2020.
Basel

Beizer frustriert über neue Massnahmen

Der Kanton Basel-Stadt fährt das öffentliche Leben angesichts der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen herunter. Restaurants und Bars werden geschlossen.

Ab Montag bleiben für vorerst drei Wochen Restaurants, Bars und Cafés geschlossen. Zudem gilt für Veranstaltungen eine Obergrenze von 15 Personen. Geschlossen werden auch Fitnesscenter, Kunsteisbahnen, Hallenbäder, Casinos sowie Erotik- und weitere Freizeitbetriebe. Dies gab der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) am Freitag an einer Online-Medienkonferenz bekannt. Ausgenommen seien Institutionen für den professionellen Sport sowie Sporteinrichtungen in den Primarschulen und für das alternative Sportprogramm an Sekundarschulen.

Weiter offen bleiben dürfen anders als beim Lockdown im Frühling alle Einkaufszentren und Ladengeschäfte sowie Betriebe wie Coiffeur- und Kosmetiksalons. Der Kanton habe sich im Sinne eines etappierten Vorgehens vorerst auf Orte mit den meisten Kontakten konzentriert, sagte Wirtschafts- und Sozialdirektor Christoph Brutschin (SP). Weitere Verschärfungen seien aber nicht ausgeschlossen.

«So wie in den letzten Wochen kann es nicht weitergehen»

Von der generellen Schliessung ausgenommen bleiben vorerst auch Betriebs- und Schulkantinen, Hotelrestaurants für Gäste, Lieferdienste für Mahlzeiten sowie Take-Aways bis 23 Uhr. Nicht tangiert sind auch zivilgesellschaftliche und politische Veranstaltungen und Kundgebungen.

Die Massnahmen gelten vorerst bis 13. Dezember. «Es ist der Regierung bewusst, dass die Einschränkungen hart sind. Aber so wie in den letzten Wochen kann es nicht weitergehen», sagte Engelberger. Man habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, die Massnahmen vor Weihnachten wieder lockern zu können.

Die kantonalen Massnahmen sind nicht mit den Nachbarkantonen koordiniert. Diese seien informiert worden, müssten aber in Eigenverantwortung selber Massnahmen beschliessen, sagte Engelberger dazu.

Basel entgegen dem gesamtschweizerischen Trend

In Basel-Stadt gehen die Coronavirus-Fallzahlen entgegen dem schweizweiten Trend nicht zurück. Bei der Siebentages-Inzidenz pro 100’000 Einwohnerinnen und Einwohner habe der Kanton Basel-Stadt, der lange nicht schlecht dastand, den schweizerischen Durchschnitt mittlerweile übertroffen, sagte Engelberger.

Am Freitag vermeldete der Stadtkanton 110 und am Donnerstag 105 Neuansteckungen. Seit Dienstag ist es zu fünf weiteren Covid-19-Todesfällen gekommen. In Spitalpflege befinden sich wegen einer Covid-19-Erkrankung gegenwärtig 148 Personen – darunter auch drei Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren. 26 Patientinnen und Patienten benötigen Intensivpflege.

Auf die Frage, warum sich die Kurve in Basel-Stadt anders entwickle als im schweizerischen Durchschnitt, hatte Engelberger keine klare Antwort. Als Teil einer Erklärung nannte er Ausweichbewegungen aus Orten, die bereits verschärfte Massnahmen kannten. So seien Menschen aus dem Kanton Jura und dem Elsass in die vergleichsweise noch offene Stadt Basel gekommen.

In den dicht bevölkerten Einkaufs- und Ausgehmeilen werde die Polizeipräsenz verstärkt, um die vom Bundesrat verfügte Maskentragpflicht durchzusetzen, sagte Engelberger weiter.

Kein Verständnis für den Alleingang

Maurus Ebneter vom Basler Wirteverband findet es sehr bedrückend, dass nur im Kanton die Restaurants schliessen müssen: «Wenn die ganze Nordwestschweiz Betriebe schliessen würde, wäre das Verständnis grösser. Aber für einen Alleingang von Basel-Stadt haben wir wirklich kein Verständnis.» Für Ebneter ist es schwer vorstellbar, dass die lokale Betriebsschliessung so wirksam sein kann, dass sie den grossen wirtschaftlichen Schaden rechtfertige. 

Auch Stadthof-Wirt Seppi Schüpfer ist sauer. Er muss zumachen, während man den umliegenden Gemeinden einen Vorteil verschaffe: «Ich nehme an, dass die beiden Regierungsräte dort nun Ehrenmitglieder werden.» Er vermutet Baselbieter und Aargauer Gemeinden werden einen nie dagewesenen Zulauf haben.

«Man muss massiv aufstocken»

Im Stadtkanton hingegen muss man aufs Vorweihnachtsgeschäft verzichten. Verehrend sei das für die 8’000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen grosse Branche, so Schüpfer. «Wir erwarten dass der Schaden der uns auf diktiert wird, dass man den entschädigt und zwar in der Höhe, in der er ist», fordert er.

Der Kanton hat im Hinblick auf die einschränkenden Massnahmen auch die Hilfspakete insbesondere für die Bereiche Gastronomie, Hotellerie und Tourismus ausgebaut, wie Regierungsrat Brutschin ausführte. Hier stehen maximal 15 Millionen Franken zur Verfügung. Entsprechende Gesuche könnten ab nächster Woche eingereicht werden.

Der Bund legt noch 7.5 Millionen drauf, doch das reiche gemäss Wirteverband nicht. «Das Unterstützungsprogramm, das haben wir sowieso gebraucht, auch ohne den Lockdown. Jetzt ist der wirtschaftliche Schaden sehr viel grösser, man muss massiv aufstocken. Vor allem muss es jetzt noch schneller gehen. Betriebe stehen unmittelbar vor dem Konkurs, es braucht jetzt Soforthilfe», findet Ebneter.

14 Kommentare

  1. Würden wir basler auf demos und grossversndtaltungen verzichten und selber veranteortlich sich in kleiner zshl und mit abstand treffen, müsste nichts geschlossen werden. So aber ist es richtig das schutmassnahmen erstellt wurdrn. Einer pandemie begegnen verlangt von allen regeln einhalten. Am lautesten schreien die welche massnahmen nicht rinhalten. Die wirtschaft tut mir leid. Sie muss eure unverninft ausfressenReport

  2. andi gasser
    genau wegen solcher Leute,die Sie hier erwähnen,steigen unsere Fallzahlen;wir haben in der CH seit Wochen hohe Fallzahlen;einige Spitäler laufen wegen den vielen Covid 19 Patienten am Limit;Tausende von Personen/Arbeitnehmenden sind in Isolation/Quarantäne; und wenn weiterhin so viele Arbeitnehmende in Isolation/Qarantäne sind,Herr Gasser,wird übrigens auch der Wirtschaft geschadet,wenn z,.B. kleine KMUs zumachen müssen.Wir hatten in Basel gute Chancen,ohne striktere Massnahmen auszukommen,da wir über Wochen niedrige Fallzahlen hatten,aber dies schien ja verschiedene Leute nicht zu interessieren.Da Basel verglichen mit vielen anderen Kantonen,früher striktere Massnahmen eingeführt hat,Z.B. Maskenpflicht im August,war absehbar,dass die Basler Regierung mit verschärften Massnahmen reagieren wird,wenn die Fallzahlen wieder ansteigen.Und Herr Engelberger hat letzte Woche schon angekündigt,dass bei steigenden Fallzahlen striktere Massnahmen kommen würden:Mir tut es übrigens auch sehr leid, für die Restaurant/Cafés etc.,vor allem für diejenigen,die sich stark um das Schutzkonzept bemüht haben, ab Mo schliessen müssen und ich denke auch an all die Menschen, die sich strikte an die Massnahmen gehalten haben.Aber diese Pandemie zeigt jetzt,wie ignorant und egoistisch sich einige Menschen verhalten.Report

  3. Ich bin halt immer noch der Meihnung. Grenze zu…. schaut do wie viele Grenzgänger haben wir auf der Arbeit .
    Ok, man sagt die machen unsere Arbeit die Pflege etc…. aber wir haben nun genügend Schweizer die zuhause bleiben müssen und uns helfen könnten wo Not ist, da bin ich sogar überzeugt würde es welche geben die noch so gerne helfen würden…. Grenze zu für alle….Report

  4. lydia
    da nun mal die Grenzen offen sind und dies wurde ja mit F und D bei der 2.Welle abgemacht, kann nun mal jeder über die Grenze gehen; und die Schweiz wollte oder konnte nicht im Alleingang die Grenzen schliessen; und was soll dieser Vorschlag mit der Testerei;sollen Tausende von Grenzgänger/innen an der Grenze getestet werden,damit sie in BS oder BL arbeiten gehen können?und Sie wissen wahrscheinlich auch,dass ich heute negativ gestetet werde,morgen aber evtl. positiv?Report

  5. @luigi
    Herr Engelberger hat nicht gesagt,dass Elsässer seit ihrem Lockdown verstärkt in die CH kommen und andere anstecken;also er hat nur eine Annahme ausgesprochren,mehr nicht;bitte richtig lesen;ich weiss ja nicht,wie stark die Leute an der Grenze Frankreich/Schweiz kontrolliert werden, da ja die Grenzen offen sind und ob wirklich nur Grenzgänger von Frankreich in die Schweiz kommen können,weiss ich nichtReport

  6. Jetzt fahren die Basler einfach nach Zürich in den Ausgang. Oder treffen sich zu privaten Saufpartys. Die Massnahmen schaden der Wirtschaft, dem Sozialleben und bringen – gar nichts.Report

  7. Ich widerspreche Herrn Engelberger, dass vermehrt Leute aus dem Elsass nach Basel kommen um hier Restaurations- & Freizeitbetriebe zu besuchen, da diese in Frankreich geschlossen sind. Zur Erinnerung. Seit dem 29. Oktober hat Frankreich einen Lockdown verfügt und eine Ausgangssperre, demzufolge dürfen Leute aus dem Elsass nur zur Arbeit nach Basel und nicht mehr!! Also bitte nicht den Nachbarn belangen für die steigenden Fallzahlen im Stadtkanton!!Report

  8. Anstatt wieder Restaurants usw. zu schliessen, sollten wir uns überlegen, warum Basel-Stadt so hohe Zahlen aufweist. Wir leben im Dreiländereck und daher sollten die Grenzen wieder geschlossen werden. Viele Grenzgänger arbeiten jeden Tag in der Schweiz, obwohl Deutschland und Frankreich wieder einmal alles geschlossen haben. Warum werden diese Leute nicht auf Corona getestet?Report

  9. Danke an die, die dies entschieden haben. Jetzt bin ich Arbeitslos und kann mich nicht beim RAV anmelden und erhalte keinen Lohn, da ich befristet im Stundenloh angestellt bin. Ich bin es langsam Leid, ich mag nicht mehr, ich bin Coronamüde!!Report

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