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Der Telebasel News Beitrag vom 19. November 2020.
Baselland

Medikamenten-Engpässe – Ärztin reicht Vorstoss ein

Lieferengpässe bei Arzneimittel sind nicht selten. Ärztin und Landrätin Christina Jeanneret reicht einen Vorstoss ein, denn der Überblick der Kantone fehlt.

Welche Medikamente nicht geliefert werden können und somit der Schweiz fehlen, sieht man auf einer Auflistung des Bundesamts für Gesundheit. Jedoch fehlt der genaue Überblick über die einzelnen Kantone. Ein Problem, welches besonders durch die Corona-Pandemie schwerere Folgen mit sich bringt.

Vorstoss von KSBL-Ärztin und FDP-Landrätin

Die FDP-Landrätin Christina Jeanneret reichte bereits im April einen Vorstoss ein. Die leitende Ärztin der Angiologie im Kantonsspital Bruderholz, fordert einen besseren Überblick. «Wir haben im Kanton keine Übersicht über die bei uns fehlenden Medikamente und keine Meldestelle, die gibt es nur beim Bund», und auf diese verwies auch die Regierung.

Fakt ist, dass Lieferengpässe per se nicht so schnell behoben werden können. Die Schweiz ist abhängig vom Ausland. Die meisten Arzneimittel werden in Asien hergestellt. Kann nicht geliefert werden, kann man nichts tun. Laut Jeanneret wäre eine bessere Übersicht immerhin ein Schritt hin zu einer besseren, landesweiten Zusammenarbeit.

«Eine Lösung, dass es die Lieferengpässe irgendwann gar nicht mehr gibt, sehe ich im Moment leider nicht», so Kathrine Keller, Präsidentin des Basellandschaftlichen Apothekerverbands.

Eigenherstellung ist zu aufwändig

Weiter lautete die Antwort der Regierung, die Apotheken, auch jene in den Spitälern, sollen die Arzneimittel selbst herstellen. Zwar hätten Apotheker und Apothekerinnen die Qualitäten dazu. Aber: «Das bedeutet auch, dass der Wirkstoff erhältlich sein muss», laut Keller seien Medikamente oft nicht lieferbar, weil die Wirkstoffe fehlen. «Dann können wir auch nichts machen.»

Dazu kommt, dass der Aufwand enorm ist. «Medikamentenherstellung in Apotheken und Spitälern in genügender Menge ist leider aus Kapazitätsgründen, und auch weil die Grundsubstanzen fehlen, nicht möglich», so Jeanneret.

«Zudem müsste beispielsweise das KSBL seine Spitalapotheke ausbauen und bewirtschaften, sprich Medikamente auch verkaufen dürfen», fügt die Landrätin hinzu. «Die Herstellung im kleinen Ramen kommt sehr viel teurer, als wenn man als Firma im grossen Rahmen Medikamente herstellt», laut Keller zwar eine teure Lösung.

Covid-Medikamente fehlen

Die Medikamente für die Behandlung von Patienten, die auf der Intensivstation liegen, waren bereits im Frühjahr knapp. «Zu einem gewissen Zeitpunkt hatten wir für alle Patienten auf der Intensivstation gerade noch Medikamente für dreissig Tage», seither habe sich das Kantonsspital gewappnet. Doch die Knappheit der Medikamente scheint auch jetzt wieder Thema zu sein.

Die Medikamente, die eine Covid-Erkrankung lindern sollen, sind global knapp. Deswegen werden sie in der Schweiz kontingentiert. «Das müssen wir beantragen und der Bund weist uns dann gewisse Kontingente zu. Genau dort wäre es ideal, wenn wir einen Fürsprecher hätten, der uns beim Bund vertritt», schlägt Jeanneret vor.

Da die Schweiz für Medikamente aus dem Ausland, vor allem aus Asien abhängig ist, wird sich das Problem mit den Engpässen von heute auf morgen nicht auflösen. Doch die Anstrebungen von Christina Jeanneret könnten ein Ansatz sein, damit die schweizweite Verteilung der Medikamente besser auf dessen Nachfrage angepasst werden könnte.

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