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Der Telebasel News-Beitrag vom 13. November 2020. (Video: Telebasel)
Basel

Rheintunnel soll schneller kommen

Der Rheintunnel soll mit dem Verkehr auch den Lärm unter den Rhein führen. Bis es soweit ist, müssen sich die Anwohner mit dem Lärmschutz zufriedengeben.

2,36 Milliarden soll der Rheintunnel kosten. 2029 will man mit der gigantischen Baustelle, die unter dem Rhein durchführt, beginnen.

Zu spät für die Anwohner und auch für Bau- und Verkehrsdepartements-Vorsteher Hans-Peter Wessels: «Wir hoffen, dass der Baubeginn bereits vorher sein wird.»

«Das Projekt entspricht 1:1 den Wunschvorstellungen»

Hans-Peter Wessels ist froh, dass das Projekt voranschreitet: «Wir arbeiten seit zehn Jahren daraufhin», so Wessels am Freitag über den Rheintunnel.

Dass der Bundesrat den Tunnel unter dem Rhein für fast dreieinhalb Milliarden noch während seiner Amtszeit genehmigt, freut ihn. «Das Projekt, welches jetzt vorliegt, entspricht 1:1 den Wunschvorstellungen.» Der Tunnel würde der Stadt Basel, aber auch Birsfelden und Muttenz optimal dienen.

Auch die Anwohner, welche nahe an der Osttangente wohnen, freuen sich über den Bau des Tunnels. «Natürlich ist das erfreulich», so Bruno Keller, Anwohner und Präsident des Vereins «Ausbau Osttangente – so nicht!»

Erstes, überirdisches Projekt abgeschmettert

Keller wehrte sich bereits früh gegen die ersten Pläne an der Autobahn. Die Verkehrsentlastung sollte zuerst oberflächlich stattfinden. Nun wurde mit dem Tunnel eine Lösung gefunden, die den Lärm mit dem Verkehr gemeinsam in den Untergrund nimmt.

«Wir konnten erreichen, dass der Bund umgedacht hat», so Wessels, der damals den Widerstand wahrnahm. «Wir haben daraufhin den Bund sechs Jahre begleitet und unsere Forderungen durchgebracht.»

Aus dem Neun-Millionen-Franken-Projekt wurden 2,36 Milliarden Franken. «Ich glaube, dass sich das auch für den Bund lohnt. Ich denke nicht, dass das ursprüngliche Projekt realisierbar gewesen wäre», so Wessels am Freitag gegenüber Telebasel.

Baustart soll früher geschehen

Neun Jahre bis zum Baustart seien zu lang. «Das Bundesamt für Strassen ist hier zu Recht immer ein wenig vorsichtig in der Kommunikation von Zeitpunkten», so Wessels. Der Kanton wolle aber bereits früher mit dem Bau beginnen.

«Ich denke der Rheintunnel wird 2035 fertig sein», in 15 Jahren solle man laut Wessels also unter dem Rhein hindurch fahren können. Die Anwohner freut es, dass ein früherer Baubeginn angestrebt wird. «Früher wäre sehr zu begrüssen», laut Keller-Sprecher sei ein anderer Punkt ein viel grösserer Dorn im Auge.

«Was uns vor allem ärgert, ist das hier keine Lärmschutzmassnahmen getroffen werden, die für uns wirklich etwas bringen.» Zwar würde der Bund die Lärmschutzwände verbessern und die Osttangente mit lärmarmen Belag ausstatten, doch das sei nicht genug.

Besserer Lärmschutz gefordert

15 Jahre wird es dauern, bis der Lärm mit dem Verkehr unter dem Rhein verschwindet. Zu lange, laut Keller: «Da müsste man unbedingt etwas machen, höhere Lärmschutzwände oder die Tempobeschränkung auf 60, vor allem in der Nacht.» Doch der Kanton wird ebenfalls zum Lärmschutz beitragen.

Laut Wessels seien weitere Lärmschutzwände und die Finanzierung von Lärmschutzfenstern geplant. «Beispielsweise, Schallschutzfenster bringen gar nichts, wenn wir im Garten sind. Man will die Fenster auch mal offen haben, besonders im Sommer», laut Keller würden die Massnahmen zu wenig Wirkung mit sich bringen.

Geschwindigkeitsbegrenzungen und höhere Lärmschutzwände

Bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung und höhere Lärmschutzwände würden helfen. «Oder eines von beiden, 2005 gab es ein kantonales Lärmsanierungsprojekt Osttangente. Damals war es vorgesehen, dass diese Lärmschutzwende sechs bis acht Meter hoch werden. Jetzt sind sie knapp vier Meter hoch», laut Keller seien nun keine zielführenden Projekte geplant.

«Der Vorschlag wurde schubladisiert aufgrund des neuen Finanzausgleichs». Doch Keller würde weiterhin dran bleiben, dass die Wände wachsen: «Warum man das nicht macht, obwohl der Verkehr in der Zwischenzeit zunahm, ist uns schleierhaft, wir werden dafür kämpfen, dass bessere Massnahmen getroffen werden.»

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