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Der Telebasel News Beitrag vom 12. November 2020.
Basel

Situation auf den Basler Intensivstationen gilt als besorgniserregend

Das Gesundheitsdepartement informierte am Donnerstag über die Corona-Lage des Kantons. Im Mittelpunkt standen das Contact Tracing und die Spitalkapazitäten.

Am Donnerstagnachmittag informiert das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt in einer Medienkonferenz über die aktuelle Coronavirus-Lage im Kanton.

Anwesend sind Regierungsrat Lukas Engelberger, Kantonsarzt Thomas Steffen, sowie Peter Indra, Leiter der Gesundheitsversorgung und Werner Kübler, Direktor des Universitätsspitals Basel.

Ein heikler Punkt

Es steht eine heikle Woche bevor: Die Infektionszahlen müssen dauerhaft zurückgehen, und die Situation in den Spitälern muss sich entspannen. Gelingt dies nicht, ist es möglich, dass weitere Massnahmen ins Auge gefasst werden müssen, um die Pandemie in Schach zu halten.

Der Kanton Basel-Stadt steht schweizweit zwar vergleichsweise gut da, dennoch ist auch er an einem heiklen Punkt. Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger: «Die Lage ist labil und ernst. Mit der prognostizierten zeitlichen Verspätung steigen nun die Covid-Hospitalisationen stark an. Wir tun viel, um die Kapazitäten auszubauen. Sie sind aber nicht unendlich. Wir müssen in den kommenden beiden Wochen einen Kollaps der Spitäler verhindern.»

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger im Interview. (Video: Telebasel)

Dringender Aufruf zum Homeoffice

Lukas Engelberger wies darauf hin, dass die Mobilität in der Bevölkerung im Moment zu gross ist. «Bitte nutzen Sie jetzt alle Homeoffice, wenn Sie das von Ihrer Tätigkeit tun können. Sie helfen dadurch mit, die Anzahl möglicher Kontakte zu reduzieren.» Wenn es nicht gelingt, die Zahl der Neuinfektionen in den kommenden Wochen dauerhaft zurückzudrängen, werden mit einer zeitlichen Verzögerung die Spitalkapazitäten weiter ansteigen.

Davor besteht grosser Respekt. «Es ist jetzt wichtig, dass wir uns alle weiterhin an die Regeln halten. Ich bitte alle, die Hygiene- und Verhaltensregeln anzuwenden. Ich bedanke mich für die bisherige Geduld, Disziplin und Ausdauer der Bevölkerung. Auf diese sind wir weiterhin angewiesen.»

Verstärkung des Contact Tracing-Teams

Kantonsarzt Thomas Steffen legte in seinen Ausführungen den Fokus auf die Verstärkung des Contact Tracing Teams. Das Team wurde in den letzten Wochen ausgebaut und hat grössere Räumlichkeiten bezogen. Das Contact Tracing-Team setzt sich zurzeit aus Mitarbeitenden des Gesundheitsdepartements und Angehörigen des Zivilschutzes zusammen.

Das Gesundheitsdepartement hat kürzlich rund 30 Personen aus Spontanbewerbungen aus der Bevölkerung rekrutiert. Aktuell erfolgt ein schrittweiser Aufbau des Contact Tracing-Teams durch Mitarbeitende der gesamten kantonalen Verwaltung. Der Fokus liegt zurzeit noch auf der Betreuung von positiv getesteten Personen, die sich in Isolation befinden. Die Betreuung von Kontaktpersonen in Quarantäne wird zurzeit wieder ausgebaut.

Die seit Beginn der Pandemie bestehende Infoline des Kantons mit der Nummer 0800 463 666 wird ebenfalls mit Mitarbeitenden der Verwaltung personell aufgestockt. Sie wird örtlich und organisatorisch mit dem Contact Tracing zusammengeführt, um Synergien in der Organisation und im Wissensaufbau zu erreichen.

Die Lage in den Basler Spitälern

Peter Indra, Leiter Gesundheitsversorgung, skizzierte in seinen Ausführungen das Verbundkonzept, das heisst die Zusammenarbeit der baselstädtischen Spitäler, und die Absprache der Intensivkapazitäten mit dem Kanton Basel-Landschaft. Auf Grund der aktuellen Entwicklung muss angenommen werden, dass die Anzahl von Hospitalisationen und Behandlungen auf den Intensivstationen wesentlich grösser sein wird, als es im Frühling der Fall war.

Als Maximum für den Gesundheitsraum Raum beider Basel gilt rund 300 gleichzeitig Hospitalisierte, davon rund 50 Patienten auf den Intensivstationen. Es besteht Zuversicht, bis zu diesen Kapazitäten Behandlungen ohne Qualitätsabstriche durchführen zu können. Steigen die Hospitalisationen darüber hinaus an, müssten Abstriche bei der Qualität befürchtet werden.

Er und Werner Kübler, Direktor Universitätsspital Basel, beurteilen die Situation der Intensivstationen als besorgniserregend. Die Belastung in den Normalstationen ist stark steigend. Es ist zu erwarten, dass die Fälle in den nächsten beiden Wochen ansteigen werden mit einer Tendenz zur Verdoppelung pro Woche.

Patienten sind jünger als im Frühling – noch

Tendenziell waren die Hospitalisationen bisher kürzer als im Frühling, allerdings war der Altersdurchschnitt jünger. Das ändert sich momentan, und es ist davon auszugehen, dass die Dauer der Spitalaufenthalte so lange wie im Frühling ausfallen wird. Covid-Erkrankte sind bis zu mehrere Wochen im Spital. Personen, welche intubiert werden mussten, steht eine lange Rehabilitationszweit bevor, bis sie wieder bei Kräften sind.

2 Kommentare

  1. Scotti Du hast vollkommen recht, aber können wir nur darauf bedacht sein, und selbst so gut als möglich zu schützen. Denn von den heutigen Menschen kann man dies scheinbar nicht mehr erwarten. Traurig aber leider war….Report

  2. Bitte macht doch mal, vielmehr Kontrollen (Polizei) am Abend und in der Nacht. Es geht doch nicht dass viele, (wie auch ich) alles vermeiden an eine Ansteckung zu kommen. Aber solange es immer und überall so Ignoranten gibt können wir alle nicht den Virus bekämpfen.Report

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