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Die Schweizer Nati verliert in Belgien

Die Schweiz bleibt in diesem Jahr ohne Sieg. Auswärts im Testspiel gegen Belgien schlug auch der sechste Versuch fehl.

Auch wenn es nur ein Testspiel war, zumal gegen die Nummer 1 im FIFA-Ranking, war der Ausgang dieses weitgehend harmlosen und wenig intensiven Spiels aus Schweizer Optik ärgerlich. Denn gegen dieses Belgien, das ohne seine geschonten Stars Thibaut Courtois, Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku und Dries Mertens sowie ohne den an Covid-19 erkrankten Eden Hazard angetreten war, wäre der erste Sieg 2020 durchaus möglich gewesen.

Er gelang nicht, weil die Schweizer in einer guten ersten Halbzeit mit Chancenplus nur bei Admir Mehmedis Vorstoss nach einem weiten Zuspiel von Fabian Schär erfolgreich waren (12.). Und weil sie nach der Pause zwei Fehler zu viel machten und den Belgiern so die Wende ermöglichten. Am Ursprung des Ausgleichs stand ein Fehlpass von Verteidiger Loris Benito (49.), beim Siegestreffer von Doppeltorschütze Michy Batshuayi stand Fabian Schär im Zentrum zu weit von seinem Gegenspieler weg (70).

Am Ende gab es den Sieg aber wohl auch deshalb nicht, weil eben nicht nur Belgiens Trainer Roberto Martinez seine besten Kräfte schonte, sondern auch Vladimir Petkovic wie schon im Testspiel im Oktober gegen Kroatien seiner zweiten Reihe eine Chance gab. Sieben Spieler hatten auch vor fünf Wochen das Duell mit dem WM-Zweiten begonnen. Dafür standen nur vier Spieler (Xhaka, Schär, Zuber und Gavranovic) vor einem Monat im letzten Pflichtspiel gegen Deutschland ebenfalls in der Startformation.

Zumindest vor der Pause und bis die vielen Wechsel kamen, zeigte diese Schweizer Mannschaft mit Yvon Mvogo im Tor, mit Spielern wie Eray Cömert und Loris Benito in der Abwehr, mit Edimilson Fernandes im rechten Couloir oder mit Djibril Sow im Mittelfeld an der Seite von Captain Granit Xhaka eine solide Leistung. Es gelang der SFV-Auswahl in den ersten 45 Minuten ohne Mühe, das Heimteam in Schach zu halten.

Defensiv liessen die Schweiz fast nichts zu – die Belgier schossen in der 43. Minute erstmals auf das Tor von Mvogo – und vorne trugen Mario Gavranovic & Co. einige gefährliche Konter vor. Nach seinem frühen Führungstor hätte Mehmedi noch vor Ablauf einer halben Stunde auf 2:0 erhöhen können, und Steven Zuber kam in den Schlussminuten der ersten Halbzeit zu zwei guten Chancen. Es war eine erste Halbzeit, die Petkovic durchaus gefallen hatte. Auch ohne den Grossteil des Stammpersonals überzeugte sein Team durch eine gute Organisation und durch das stete Bemühen, die Angriffe von hinten heraus mit gepflegtem und geordnetem Aufbau zu lancieren.

Ohne Xhaka schwächer

Die Partie war nach der Pause an sich kaum mehr zu bewerten – wie das in Testspielen wegen der sechs Auswechslungen auf beiden Seiten üblich ist. Aber es gibt eben doch eine Erkenntnis: Es dürfte kein Zufall sein, dass das Spiel kippte, als Xhaka nicht mehr auf dem Feld stand. Dem Schweizer Spiel fehlte die ordnende Hand, die Stütze, an welcher sich die Spieler hätten orientieren können.

Wie auch immer: Zu viel darf in diesen Abend in Leuven im Hinblick auf die Partien in der Nations League vom Samstag in Basel gegen Spanien und am Dienstag in Luzern gegen die Ukraine ohnehin nicht hineininterpretiert werden. Die zweite Reihe wird dannzumal wieder in den Hintergrund rücken. Nirgends wird das deutlicher als in der Dreierabwehr, welche gänzlich neu formiert wird. Schär ist gegen Spanien gesperrt, Cömert und Benito werden Manuel Akanji, Nico Elvedi und Ricardo Rodriguez Platz machen müssen.

Und auch Torschütze Admir Mehmedi wird womöglich gegen Spanien nicht mehr von Beginn weg dabei sein. Es ist mit Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic in der Startformation zu rechnen. Mario Gavranovic könnte dagegen erneut eine Chance erhalten. Der Stürmer von Dinamo Zagreb blieb nach seinen beiden Toren gegen Deutschland in Belgien zwar ohne erfolgreichen Abschluss, bereitete aber drei Chancen für seine Mitspieler exzellent vor. Chancen, welche der Schweiz den ersten Sieg in diesem Jahr hätten bescheren können.

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